Weihbrecht, Katharina: Untersuchung geeigneter Begrünungspflanzen im Unterstockbereich von Reben (Vitis vinifera L.) als nachhaltige Alternative zur chemischen und mechanischen Beikrautregulierung. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-91601
@phdthesis{handle:20.500.11811/14334,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-91601,
doi: https://doi.org/10.48565/bonndoc-925,
author = {{Katharina Weihbrecht}},
title = {Untersuchung geeigneter Begrünungspflanzen im Unterstockbereich von Reben (Vitis vinifera L.) als nachhaltige Alternative zur chemischen und mechanischen Beikrautregulierung},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = jul,

note = {Durch den Klimawandel und den wirtschaftlichen Druck stehen Weinbaubetriebe vor der Herausforderung, nachhaltige Strategien zur Bodenbewirtschaftung und Beikrautregulierung zu entwickeln. Dabei rückt der Unterstockbereich stärker in den Fokus, da er wesentlich zur Wasser- und Nährstoffversorgung der Rebe beiträgt. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, geeignete Begrünungspflanzen für diesen Bereich zu identifizieren, die sich langfristig etablieren, Beikräuter unterdrücken und dabei den Boden und die Reben positiv beeinflussen.
Zu diesem Zweck wurden sechs Begrünungsvarianten mit Arten aus den Familien Fabaceae, Poaceae und Lamiaceae an mehreren Standorten in den Weinbaugebieten Pfalz und Württemberg sowie in ergänzenden Klimakammer-Versuchen geprüft. Im Fokus standen die Etablierungsfähigkeit, die Beikrautregulierung, die Wuchseigenschaften, die Wurzelverteilung sowie die Auswirkungen auf Bodenparameter wie volumetrische Feuchtigkeit, Bodentemperatur, Niederschlagsinfiltration, Nitrat-Auswaschung und die mikrobielle Biomasse. Parallel dazu wurden die Wirkung auf das frühmorgentliche Blattwasserpotential der Rebe, die Trauben- struktur, die Traubengesundheit mit Blick auf Botrytis cinerea, der Stockertrag und das Beer- engewicht untersucht.
Die Ergebnisse zeigen eine zeitlich begrenzte Etablierung und Wirkung der Klee-Arten Medicago lupulina und Trifolium repens auf die Beikrautunterdrückung. Die Süßgräser-Art Festuca rubra, die Kräuter-Art Thymus serpyllum sowie die Kräuter-Komponenten der Mischung "Rebzeilebegrünung" erwiesen sich als robuste bodenbedeckende Arten mit positiven Effekten auf die Bodenfeuchtigkeit, Temperaturregulation und Reduzierung der Botrytis cinerea-Anfälligkeit der Reben. Die Beikrautregulierung gelang über die Dauer am zuverlässigsten mit Festuca rubra und der Mischung "Rebzeilenbegrünung". Diese zeigten jedoch ein vergleichsweise hohes Wachstum und wuchsen zumindest zeitweise in die Traubenzone. Die Unterstockbegrünung beeinflusste sowohl die mikrobielle Biomasse als auch die Infiltrationsrate positiv und zeigte eine Reduktion der Boden-Nitrat-Gehalte. Außerdem war eine Reduktion des frühmorgentlichen Blattwasserpotentials und des Stockertrages feststellbar.
Insgesamt belegt die Studie, dass die Unterstockbegrünung eine vielversprechende Maßnahme für eine zukunftsfähige, ökologisch orientierte Bodenmanagementstrategie ist. Sie kann dazu beitragen, den Einsatz von Herbiziden zu reduzieren, die Bodenstruktur zu stabilisieren und die Traubenqualität zu verbessern. Um das Risiko negativer Folgen wie Trockenstress und Ertragsverlust bei der Rebe zu verringern und eine dauerhafte Beikrautregulierung zu gewährleisten, ist jedoch eine an den Standort angepasste Pflanzenwahl entscheidend.},

url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14334}
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