Yagmur, Saliha: Die SARS-CoV-2-Pneumonie innerhalb von zwei Phasen der Pandemie. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-91243
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-91243
@phdthesis{handle:20.500.11811/14338,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-91243,
author = {{Saliha Yagmur}},
title = {Die SARS-CoV-2-Pneumonie innerhalb von zwei Phasen der Pandemie},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = jul,
note = {In der vorliegenden Untersuchung erfolgte eine Erfassung von Häufigkeit, Schweregrad und Ausgang der SARS-CoV-2-Pneumonie sowie der Veränderungen innerhalb von zwei Phasen der Pandemie (Phase 1 (03/2020 bis 12/2021): Virus-Wildtyp bzw. Mutationen vor Omikron sowie Phase 2 (01/2022 bis 03/2023) mit Omikron als vorherrschender Viruspopulation) in einem Krankenhaus der Regionalversorgung mit 14 Fachkliniken, einschließlich einer Fachklinik für Pneumologie und Infektiologie. Zudem wurden die Therapie der akuten respiratorischen Insuffizienz und ihre Ergebnisse ausgewertet. Schließlich wurden neben der Pathogenität des SARS-CoV-2 in Phase 2 auch seine Morbidität und Krankenhaus-Letalität untersucht.
Insgesamt wurden 622 Patienten eingeschlossen (55 % Männer und 45 % Frauen). Das mediane Alter betrug 72 Jahre (57 - 82 Jahre). In unserer Untersuchung hatten 56 % der hospitalisierten Patienten (n=348/622) mit symptomatischer SARS-CoV-2-Infektion eine Pneumonie; die Häufigkeit war mit 79 % (n=241/307) in Phase 1 signifikant höher. In Phase 2 trat sie jedoch auch noch bei 34 % (n=107/315) der Patienten auf (p < 0,001). Die Krankenhaus-Letalität der Pneumonie betrug 25 % (n=87/348), während Pneumonien mit 86 % (n=87/101) die Hauptursache der SARS-CoV-2-assoziierten Krankenhaus-Letalität waren.
Patienten mit Pneumonie mussten häufiger auf der IMC oder ICU behandelt werden (32 % versus 5 %, p < 0,001). Die Letalität entsprechend der Interventionen bei respiratorischer Insuffizienz betrug für Phase 1 bzw. für Phase 2 für Low-flow Sauerstofftherapie 30 % versus 21 %, für High-flow Sauerstofftherapie oder NIV 53 % versus 40 %, ECMO 59 % versus 20 % sowie Intubation und maschinelle Beatmung 71 % versus 44 % (jeweils p = n.s.). Auffällig bleibt die Exzess-Letalität von 67 % bei Patienten mit Intubation und maschineller Beatmung, welche auch in Phase 2 noch mit 44 % bestehen blieb.
Die Hospital-Letalität der Pneumonie betrug auch in Phase 2 noch 20 % . Nach Ausschluss der verstorbenen Patienten mit einem palliativen Therapieziel betrug sie 10 % gegenüber 7 %, wie sie im Rahmen des nationalen Programms zur Qualitätssicherung der Behandlung ambulant erworbener Pneumonien zuletzt beobachtet wurde. Somit ist zu erwarten, dass SARS-CoV-2 auch als endemischer Erreger mit einer vergleichbaren Morbidität und Krankenhaus-Letalität, wie die der anderen bekannten Erreger der ambulant erworbenen Pneumonie, einhergehen wird.
Die hohe Letalität der SARS-CoV-2-Pneumonie, auch noch in Phase 2, sowie der durch eine rezente Studie bestätigte Effekt einer Reduktion der Letalität durch eine SARS-CoV-2-Impfung unterstützen die aktuelle Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO).},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14338}
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Insgesamt wurden 622 Patienten eingeschlossen (55 % Männer und 45 % Frauen). Das mediane Alter betrug 72 Jahre (57 - 82 Jahre). In unserer Untersuchung hatten 56 % der hospitalisierten Patienten (n=348/622) mit symptomatischer SARS-CoV-2-Infektion eine Pneumonie; die Häufigkeit war mit 79 % (n=241/307) in Phase 1 signifikant höher. In Phase 2 trat sie jedoch auch noch bei 34 % (n=107/315) der Patienten auf (p < 0,001). Die Krankenhaus-Letalität der Pneumonie betrug 25 % (n=87/348), während Pneumonien mit 86 % (n=87/101) die Hauptursache der SARS-CoV-2-assoziierten Krankenhaus-Letalität waren.
Patienten mit Pneumonie mussten häufiger auf der IMC oder ICU behandelt werden (32 % versus 5 %, p < 0,001). Die Letalität entsprechend der Interventionen bei respiratorischer Insuffizienz betrug für Phase 1 bzw. für Phase 2 für Low-flow Sauerstofftherapie 30 % versus 21 %, für High-flow Sauerstofftherapie oder NIV 53 % versus 40 %, ECMO 59 % versus 20 % sowie Intubation und maschinelle Beatmung 71 % versus 44 % (jeweils p = n.s.). Auffällig bleibt die Exzess-Letalität von 67 % bei Patienten mit Intubation und maschineller Beatmung, welche auch in Phase 2 noch mit 44 % bestehen blieb.
Die Hospital-Letalität der Pneumonie betrug auch in Phase 2 noch 20 % . Nach Ausschluss der verstorbenen Patienten mit einem palliativen Therapieziel betrug sie 10 % gegenüber 7 %, wie sie im Rahmen des nationalen Programms zur Qualitätssicherung der Behandlung ambulant erworbener Pneumonien zuletzt beobachtet wurde. Somit ist zu erwarten, dass SARS-CoV-2 auch als endemischer Erreger mit einer vergleichbaren Morbidität und Krankenhaus-Letalität, wie die der anderen bekannten Erreger der ambulant erworbenen Pneumonie, einhergehen wird.
Die hohe Letalität der SARS-CoV-2-Pneumonie, auch noch in Phase 2, sowie der durch eine rezente Studie bestätigte Effekt einer Reduktion der Letalität durch eine SARS-CoV-2-Impfung unterstützen die aktuelle Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO).},
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