Beckmann, Janna: Ängste bei Patient:innen mit Myasthenia gravis im Rahmen der COVID-19 Pandemie : Eine Längsschnittstudie. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-91074
@phdthesis{handle:20.500.11811/14260,
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year = 2026,
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note = {Einleitung: Während der COVID-19-Pandemie zeigte sich in der Allgemeinbevölkerung eine hohe Prävalenz COVID-19-assoziierter Ängste. Es ist anzunehmen, dass diese Ängste bei Menschen aus Risikogruppen stärker ausgeprägt sind und ggf. durch krankheitsspezifische Parameter beeinflusst werden. Dabei galten MG-Patient:innen während der Pandemie in zweifacher Hinsicht als gefährdet. Zum einen erhöht die zumeist notwendige immunsuppressive und/oder immunmodulatorische myastheniespezifische Therapie das Infektionsrisiko, zum anderen kann eine COVID-19-Infektion zu einer Verschlechterung der myasthenen Symptomatik bis hin zur respiratorischen Insuffizienz führen. In der vorliegenden prospektiven, longitudinalen Studie wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren COVID-19-assoziierte Ängste bei MG-Patient:innen sowie deren Zusammenhang mit MG-spezifischen Faktoren (zum Beispiel Krankheitsschwere, immunsuppressive Behandlung) und Impfstatus untersucht.
Methoden: Zwischen Mai 2020 und Februar 2022 erfolgte zu drei Erhebungszeitpunkten eine Onlinebefragung, an der insgesamt 648 MG Patient:innen (> 1000 beantwortete Fragebögen) teilnahmen. COVID-19- und MG-assoziierte Ängste, Risikofaktoren sowie der Zusammenhang mit dem Impfstatus wurden erfasst und anhand deskriptiver, univariater und multivariater Verfahren ausgewertet.
Ergebnisse: Es zeigte sich eine hohe Prävalenz COVID-19-assoziierter Ängste, wobei die Angst um die eigene Gesundheit am stärksten ausgeprägt war (83,9 % insgesamt). Die Diagnose Myasthenia gravis beeinflusste die Ängste (75,1 %). Dabei waren die Angst vor einer Symptomverschlechterung sowie einem erhöhten Infektionsrisiko durch eine immunsuppressive Therapie vorrangig. Eine erhöhte Angst um die eigene Gesundheit war mit weiblichem Geschlecht und immunsuppressiver Therapie inklusive Rituximab assoziiert. Zudem zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen der Angst um die eigene Gesundheit und dem Impfstatus.
Schlussfolgerungen: Bei Patient:innen mit MG zeigte sich eine hohe Prävalenz COVID-19-assoziierter Ängste, wobei von einem weiterhin bestehenden Einfluss ausgegangen werde kann. Die Ergebnisse unterstreichen die Relevanz einer routinemäßiger Erfassung von Ängsten und psychischer Belastung in der klinischen Betreuung sowie deren Berücksichtigung auch bei zukünftigen Pandemien und Gesundheitskrisen.},

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