Berkemeier, Ann-Cristin: Charakterisierung von Anti-FVIII-Antikörpern: Multiplex-Luminex-Analyse in der erworbenen und kongenitalen Hämophilie A. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-91355
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-91355
@phdthesis{handle:20.500.11811/14292,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-91355,
author = {{Ann-Cristin Berkemeier}},
title = {Charakterisierung von Anti-FVIII-Antikörpern: Multiplex-Luminex-Analyse in der erworbenen und kongenitalen Hämophilie A},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = jul,
note = {Hintergrund: Die Bildung von Antikörpern gegen Gerinnungsfaktor VIII (FVIII) stellt sowohl bei der angeborenen als auch bei der erworbenen Hämophilie A eine der bedeutendsten immunologischen Komplikationen dar. Während Alloantikörper die Wirksamkeit der FVIII-Substitutionstherapie erheblich beeinträchtigen, führen Autoantikörper bei der erworbenen Hämophilie A zu einer potenziell lebensbedrohlichen Blutungsneigung.
Zielsetzung: Ziel dieser Arbeit war die Entwicklung und Validierung eines neuartigen multiplexen Immunoassays für das umfassende Profiling von Anti-FVIII-Antikörpern sowie dessen Anwendung zur vergleichenden Charakterisierung der humoralen Anti-FVIII-Immunantwort bei der angeborenen und erworbenen Hämophilie A.
Methoden: Hierfür wurde der Luminex-basierte Multiplex-Immunoassay LumiTope entwickelt, der die simultane Analyse von Anti-FVIII-Antikörpern hinsichtlich ihrer Domänenspezifität sowie ihrer Immunglobulin-Isotypen und -Subklassen ermöglicht. Nach analytischer und diagnostischer Validierung in einer großen Kohorte von Patienten mit angeborener Hämophilie A wurde der Assay bei Patienten mit erworbener Hämophilie A eingesetzt und die Antikörperprofile mit klinischen und laborchemischen Parametern korreliert.
Ergebnisse: Der LumiTope-Assay zeigte eine hohe diagnostische Sensitivität (94,9 %) und Spezifität (91,2 %) zur Detektion von Anti-FVIII-Antikörpern und war insbesondere bei niedrig-titrigen Inhibitoren (Sensitivität: 72,2 % vs. 27,7 %) einem kommerziellen ELISA deutlich überlegen. Mit der vorliegenden Arbeit wurde erstmals ein Multiplex-Immunoassay etabliert, der die simultane Analyse des vollständigen domänenspezifischen Anti-FVIII-Antikörperrepertoires ermöglicht. Hierdurch konnten krankheitsspezifische Antikörpersignaturen identifiziert sowie funktionelle Unterschiede zwischen neutralisierenden und nicht-neutralisierenden Anti-FVIII-Antikörpern aufgezeigt werden. Neutralisierende Antikörper richteten sich bevorzugt gegen die funktionell relevanten A2- und C1C2-Domänen, während nicht-neutralisierende Antikörper überwiegend die A1- und B-Domäne erkannten. Darüber hinaus zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen beiden Erkrankungen: Während bei Patienten mit angeborener Hämophilie A überwiegend Antikörper gegen die A2-Domäne nachgewiesen wurden, dominierte bei Patienten mit erworbener Hämophilie A die Immunantwort gegen die C1C2-Domäne. Bei beiden Erkrankungen stellte IgG4 die dominierende Antikörpersubklasse dar, welche signifikant mit der Inhibitorstärke korrelierte. IgM-Antikörper wurden bei 17,5 % der erworbenen Hämophilie A Patienten nachgewiesen und waren mit einer erhöhten Mortalität assoziiert (33 % vs. 16 %).
Schlussfolgerung: Mit dieser Arbeit wurde erstmals ein standardisierter Multiplex-Immunoassay für das umfassende domänenspezifische Profiling von Anti-FVIII-Antikörpern entwickelt und klinisch validiert. Die Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse zur funktionellen Immunpathophysiologie der Anti-FVIII-Immunantwort und zeigen Unterschiede in der domänenspezifischen Antikörpererkennung zwischen der angeborenen und der erworbenen Hämophilie A auf. Damit schaffen sie eine Grundlage für die Weiterentwicklung diagnostischer Verfahren, eine präzisere Risikostratifizierung sowie die Entwicklung personalisierter Therapieansätze.},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14292}
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Zielsetzung: Ziel dieser Arbeit war die Entwicklung und Validierung eines neuartigen multiplexen Immunoassays für das umfassende Profiling von Anti-FVIII-Antikörpern sowie dessen Anwendung zur vergleichenden Charakterisierung der humoralen Anti-FVIII-Immunantwort bei der angeborenen und erworbenen Hämophilie A.
Methoden: Hierfür wurde der Luminex-basierte Multiplex-Immunoassay LumiTope entwickelt, der die simultane Analyse von Anti-FVIII-Antikörpern hinsichtlich ihrer Domänenspezifität sowie ihrer Immunglobulin-Isotypen und -Subklassen ermöglicht. Nach analytischer und diagnostischer Validierung in einer großen Kohorte von Patienten mit angeborener Hämophilie A wurde der Assay bei Patienten mit erworbener Hämophilie A eingesetzt und die Antikörperprofile mit klinischen und laborchemischen Parametern korreliert.
Ergebnisse: Der LumiTope-Assay zeigte eine hohe diagnostische Sensitivität (94,9 %) und Spezifität (91,2 %) zur Detektion von Anti-FVIII-Antikörpern und war insbesondere bei niedrig-titrigen Inhibitoren (Sensitivität: 72,2 % vs. 27,7 %) einem kommerziellen ELISA deutlich überlegen. Mit der vorliegenden Arbeit wurde erstmals ein Multiplex-Immunoassay etabliert, der die simultane Analyse des vollständigen domänenspezifischen Anti-FVIII-Antikörperrepertoires ermöglicht. Hierdurch konnten krankheitsspezifische Antikörpersignaturen identifiziert sowie funktionelle Unterschiede zwischen neutralisierenden und nicht-neutralisierenden Anti-FVIII-Antikörpern aufgezeigt werden. Neutralisierende Antikörper richteten sich bevorzugt gegen die funktionell relevanten A2- und C1C2-Domänen, während nicht-neutralisierende Antikörper überwiegend die A1- und B-Domäne erkannten. Darüber hinaus zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen beiden Erkrankungen: Während bei Patienten mit angeborener Hämophilie A überwiegend Antikörper gegen die A2-Domäne nachgewiesen wurden, dominierte bei Patienten mit erworbener Hämophilie A die Immunantwort gegen die C1C2-Domäne. Bei beiden Erkrankungen stellte IgG4 die dominierende Antikörpersubklasse dar, welche signifikant mit der Inhibitorstärke korrelierte. IgM-Antikörper wurden bei 17,5 % der erworbenen Hämophilie A Patienten nachgewiesen und waren mit einer erhöhten Mortalität assoziiert (33 % vs. 16 %).
Schlussfolgerung: Mit dieser Arbeit wurde erstmals ein standardisierter Multiplex-Immunoassay für das umfassende domänenspezifische Profiling von Anti-FVIII-Antikörpern entwickelt und klinisch validiert. Die Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse zur funktionellen Immunpathophysiologie der Anti-FVIII-Immunantwort und zeigen Unterschiede in der domänenspezifischen Antikörpererkennung zwischen der angeborenen und der erworbenen Hämophilie A auf. Damit schaffen sie eine Grundlage für die Weiterentwicklung diagnostischer Verfahren, eine präzisere Risikostratifizierung sowie die Entwicklung personalisierter Therapieansätze.},
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