Braun, Sina Marie Ursula: Der Einfluss einer SARS-COV-2-Infektion auf die Sauerstoffsättigung und respiratorische Probleme bei Kindern und Jugendlichen mit Prader-Willi-Syndrom. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-91629
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note = {Einleitung
Das Prader-Willi-Syndrom (PWS) ist mit Hyperphagie, Übergewicht, sowie schlafbezogenen Atemstörungen assoziiert. Da diese Merkmale Risikofaktoren für einen schwereren COVID-19 Infektionsverlauf sind, wurden in einer retrospektiven Kohortenstudie die Auswirkungen einer COVID-19 Erkrankung bei Patient*innen mit PWS untersucht. Schlafpolysomnogrophische Untersuchungen vor und nach einer COVID-19 Infektion wurden analysiert und mit einer Kontrollgruppe von PWS-Patient*innen ohne COVID-19 Infektion verglichen.
Methodik
132 Patient*innen mit PWS (durchschnittlich 9,1 J; 3-22 Jahre) wurden eingeschlossen. Bei 92/132 konnten zwei gültige aufeinanderfolgende Schlaflaboruntersuchungen ausgewertet werden. Der mittlere Zeitabstand zwischen Infektion und post-COVID Untersuchung betrug 96,2 Tage. 57 von 92 (63%) Teilnehmer*innen (35 weiblich) hatten zwischen den zwei aufeinanderfolgenden Untersuchungen eine COVID-19 Infektion; 35 Patienten*innen (21 weiblich) hatten keine Infektion (Kontrollgruppe). Ein Fragebogen zur Erfassung der Symptome wurde 82-mal beantwortet.
Resultate
Der COVID-19 Verlauf war asymptomatisch: 8/82(9,8%); leicht: 63/82 (76,8%), mittelschwer: 11/82 (13,4%); kein schwerer Verlauf. Im Schlaflabor der COVID-19 Gruppe gab es signifikante Unterschiede in der mittleren Sauerstoffsättigung (SpO2) (post 94.8% vs. prä 95,7%, p=0,001) und niedrigsten SpO2 (post 86,2% vs. prä 87,3%, p=0,001) mit mehr Hypopnoen (post 13,9 vs prä 10,7, p=0,035). Die nächtliche Zeit einer optimalen SpO2 95-100% war reduziert (post 54,3% vs. prä 73,8%, p=0,001) bei Zunahme der suboptimalen 90-95% (post 45,5% vs prä 25,8%, p=0,001) und schlechten SpO2 <90% (post 0,7 vs. prä 0,2, p=0,001). Der mittlere BMI PWS-SDS war nie signifikant unterschiedlich zwischen den Gruppen. BMI-SDS-Veränderungen hatten keinen Einfluss auf die SpO2 in der Regressionsanalyse.
Teilnehmende mit dem genetischen Subtyp der Uniparentale Disomie zeigten einen niedrigeren Anstieg der HF (ß= -0,280, p= 0,035) und eine reduzierte Rate an Hypopnoen (ß= -0,425, p=0,011) im Vergleich zu den anderen genetischen Subgruppen. Bei Teilnehmenden mit dem genetischen Subtyp Deletion kam es zu einem Anstieg an Obstruktiven Apnoen (ß= 0,350, p = 0,027).
Schlussfolgerungen
PWS-Patient*innen hatten überwiegend einen milden COVID-19 Infektionsverlauf. Nach einer mittleren Zeitspanne von drei Monaten nach Infektion gab es jedoch signifikante Unterschiede im Schlaflabor im Vergleich zur prä-COVID-19 Untersuchung, die sich in niedrigeren Sauerstoffsättigungen und vermehrten Hypopnoen zeigten. Weitere Studien mit regelmäßigen Schlaflaboruntersuchungen sind notwendig, um mögliche Langzeitfolgen der reduzierten SpO2 auszuwerten und eine optimale Patientenversorgung zu gewährleisten.},

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