Büttner, Thomas: Personalisierte Prognose in der Uro-Onkologie : Von der Risikostratifizierung zur individualisierten Therapieentscheidung. - Bonn, 2026. - Habilitation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-91636
@phdthesis{handle:20.500.11811/14372,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-91636,
doi: https://doi.org/10.48565/bonndoc-937,
author = {{Thomas Büttner}},
title = {Personalisierte Prognose in der Uro-Onkologie : Von der Risikostratifizierung zur individualisierten Therapieentscheidung},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = aug,

note = {Die personalisierte Medizin strebt an, "die richtige Therapie dem richtigen Menschen zur richtigen Zeit" zukommen zu lassen. In onkologischen Bereichen ist dies besonders relevant, da Behandlungsentscheidungen oft eine komplexe Abwägung zwischen Lebensverlängerung und Therapie-nebenwirkungen erfordern.
Die vorliegende kumulative Habilitationsschrift adressiert zentrale Herausforderungen bei der Translation wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Routine. Das übergeordnete Ziel ist die Verbesserung der Prognose unter Berücksichtigung kosteneffizienter und verfügbarer Methoden und Parameter.
Wesentliche Ergebnisse der Originalarbeiten:
Die erste Arbeit untersuchte die Hypermethylierung des SHOX2-Gens (mSHOX2) in der zirkulierenden zellfreien DNA als Surrogatmarker für die residuelle Tumorzellen nach einer Nierenzellkarzinom-Operation. mSHOX2-positive Patienten wiesen ein signifikant höheres Risiko für eine Metastasierung auf (Hazard Ratio 5,89). Dieser kostengünstige Biomarker ermöglicht eine präzisere Risikostratifizierung unabhängig vom klassischen TNM-Stadium und kann die Auswahl für adjuvante Therapien unterstützen.
Die zweite Studie, durchgeführt im Rahmen des globalen Real-World ARON-3 Kollektivs, analysierte die Wirksamkeit von Apalutamid beim metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC). Die Arbeit bestätigte die hohe Wirksamkeit und Sicherheit auch in der klinischen Routine. Die Identifikation von Prädiktoren wie der de-novo high-volume Metastasierungsstaus oder ausgeprägter PSA-Dynamik (PSA90) erlaubt eine individualisierte Prognoseabschätzung im klinischen Alltag und könnte Intensivierungsstrategien steuern.
In der dritten Arbeit wurde der Bellmunt-Risikoscore (ECOG PS, Hämoglobin, Lebermetastasen) erfolgreich erstmalig für Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) evaluiert. Der Score korrelierte signifikant mit dem Gesamtüberleben bei gutem Konkordanzindex (0,724). Besonders die Verfügbarkeit und relative Simplizität des Scores begründen sein Potential als wertvolles prognostisches Point-of-Care Screeninginstrument.
Die vierte Publikation widmete sich der speziellen Gruppe hochbetagter, gebrechlicher Patienten (ECOG PS ≥2). Aufgrund des Ausschlusses dieser Patienten aus klinischen Studien besteht Unklarheit darüber, welchen Nutzen diese Patienten bei Progression in ein mCRPC aus einer Umstellung der Therapie auf neue hormonelle Wirkstoffe (NHA) im Vergleich zu einer reinen Best Supportive Care ziehen. Die Arbeit zeigte dabei keinen signifikanter Überlebensvorteil durch die NHA-Therapie. Die Schlussfolgerung mahnt zur Zurückhaltung bei der unreflektierten Übertragung von Forschungsergebnissen aus gesünderen Patientin in solche speziellen Gruppen, und liefert erstmalig wertvolle prognostische Informationen für dieses Kollektiv.
Die Arbeiten demonstrieren, dass personalisierte Prognose nicht zwangsläufig hochkomplex oder teuer sein muss. Insgesamt leistet die Habilitationsschrift einen akademischen, translationalen und pragmatischen Beitrag zur Uro-Onkologie, indem sie wissenschaftliche Innovation mit der Versorgungsrealität verknüpft.},

url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14372}
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