Milz, Christoph: Effekte einer CDS-Nutzung auf die Leitlinienadhärenz nicht-kardialer chirurgischer Eingriffe (NCS) im Rahmen der multizentrisch randomisierten kontrollierten Interventionsstudie "KI-augmentierte perioperative Entscheidungsunterstützung" (KIPeriOP). - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-92981
@phdthesis{handle:20.500.11811/14533,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-92981,
author = {{Christoph Milz}},
title = {Effekte einer CDS-Nutzung auf die Leitlinienadhärenz nicht-kardialer chirurgischer Eingriffe (NCS) im Rahmen der multizentrisch randomisierten kontrollierten Interventionsstudie "KI-augmentierte perioperative Entscheidungsunterstützung" (KIPeriOP)},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = sep,

note = {Die vorliegende Arbeit untersuchte den Einfluss eines klinischen CDS-Systems auf die Leitlinienadhärenz und diagnostische Entscheidungsqualität in der präoperativen Risikoevaluation. Hierzu wurde eine multizentrische, randomisierte kontrollierte Studie an 229 Patientinnen und Patienten durchgeführt, von denen 123 der CDS-Gruppe und 106 der Kontrollgruppe zugeordnet wurden. Der Einsatz des CDS-Systems führte jedoch zu keiner signifikanten Verbesserung der leitliniengerechten präoperativen Diagnostik. Die Adhärenz gegenüber empfohlenen Zusatzuntersuchungen war in beiden Gruppen niedrig. Auch hinsichtlich der diagnostischen Entscheidungsqualität zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen CDS- und Kontrollgruppe. Richtige und falsche Entscheidungen traten in beiden Gruppen in vergleichbarer Häufigkeit auf. Die Analyse von Über- und Unterdiagnostik zeigte, dass Unterdiagnostik deutlich dominierte, während Überdiagnostik nur selten vorkam. Ein weiteres zentrales Ergebnis war die Diskrepanz zwischen CDS-basierter und klinischer ASA-Klassifikation. Das CDS-System schlug häufiger höhere Risikokategorien, insbesondere ASA 4, vor, während die Anästhesisten überwiegend zur Einstufung in ASA 3 tendierten. Dieses Muster spricht für eine selektive Nutzung des Systems und eine fortbestehende Dominanz klinischer Entscheidungsheuristiken. Die vollständige Umsetzung aller CDS-generierten Empfehlungen hätte einen hypothetischen zusätzlichen diagnostischen Aufwand von 4.535 Minuten beziehungsweise 75,6 Stunden verursacht, entsprechend etwa 20 Minuten pro Patient. Besonders zeitintensive Untersuchungen hätten dabei den größten Anteil am zusätzlichen Aufwand ausgemacht. Dies verdeutlicht, dass neben medizinischer Evidenz auch Workflow, Ressourcenallokation und potenzielle Verzögerungen im Klinikbetrieb die Umsetzung von CDS-Empfehlungen wesentlich beeinflussen. Zusammenfassend zeigte das untersuchte CDS-System zwar das Potenzial, präoperative Risikoeinschätzungen und diagnostische Empfehlungen strukturiert bereitzustellen, führte jedoch unter realen klinischen Bedingungen nicht zu einer signifikanten Verbesserung der Leitlinienadhärenz oder Entscheidungsqualität. Für eine erfolgreiche Implementierung sind daher neben der technischen Integration auch verbindliche Prozessstrukturen, Schulungen, Akzeptanzförderung und eine Einbettung in das klinische Qualitätsmanagement erforderlich.},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14533}
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