Schneider, Malte: Systematische endokrinologische Verlaufsuntersuchung von Patienten nach stereotaktischer Bestrahlung von gutartigen sellären und parasellären Tumoren. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-92665
@phdthesis{handle:20.500.11811/14537,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-92665,
author = {{Malte Schneider}},
title = {Systematische endokrinologische Verlaufsuntersuchung von Patienten nach stereotaktischer Bestrahlung von gutartigen sellären und parasellären Tumoren},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = sep,

note = {Eine strahleninduzierte Hypophyseninsuffizienz zählt zu den etablierten potenziellen Spätfolgen kranialer Bestrahlung, tritt jedoch häufig erst Jahre nach der Therapie auf und wird in der klinischen Nachsorge oft unzureichend berücksichtigt. Das Ziel dieser Arbeit war das Erfassen der Häufigkeit von Hormonstörungen, die Identifikation strahlenspezifischer Risikofaktoren und das Ableiten möglicher Schwellenwerte im Rahmen der systematischen endokrinologischen Verlaufsuntersuchung von Patienten nach stereotaktischer Bestrahlung gutartiger sellärer und parasellärer Tumoren.
Eingeschlossen wurden 56 Patienten (75 % weiblich, mittleres Alter 57 Jahre), die zwischen 2009 und 2021 mit dem Novalis-System® bestrahlt worden waren (75 % fraktioniert, 17,9 % radiochirurgisch, 7,1 % hypofraktioniert). Die endokrinologische Nachuntersuchung erfolgte im Mittel 83,5 Monate nach Bestrahlungsende und umfasste laborchemische Hypophysenfunktionsdiagnostik sowie einen Lebensqualitätsfragebogen (EQ5).
Sechs Patienten (10,7 %) entwickelten eine neue Hypophyseninsuffizienz, wobei die gonadotrope Achse am häufigsten betroffen war. Eine Patientin wurde substitutionspflichtig. Patienten mit neu aufgetretener Hypophyseninsuffizienz wiesen signifikant höhere mittlere Hypophysendosen (t-Test, p = 0,027) sowie tendenziell größere Planungszielvolumina (PTV; p = 0,054) im Vergleich zu Patienten ohne neue Hypophyseninsuffizienz auf. Mittels ROC-Analyse ließen sich Schwellenwerte von 45,61 Gy (mittlere Hypophysendosis) und 4,51 cm³ (PTV) in unserer Studienpopulation identifizieren, oberhalb derer das Insuffizienzrisiko deutlich anstieg. Die subjektive Lebensqualität war langfristig gut (Mittelwert 71,9–73,8 von 100 Punkten).
Die Ergebnisse deuten auf eine insgesamt niedrige Inzidenz strahleninduzierter Hypophyseninsuffizienzen nach stereotaktischer Radiotherapie mit dem Novalis-System® hin und unterstreichen den Wert einer engmaschigen endokrinologischen Langzeitnachsorge, insbesondere bei höherer Hypophysendosis oder größerem Tumorvolumen.},

url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14537}
}

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