Hartmer, Vanessa Theresa: Der Blick auf das weibliche Subjekt durch die männliche Schrift in Diderots geschlechtsspezifischem Diskurs Sur les femmes und in seinen Werken La Religieuse und Madame de La Carlière ou Sur l'inconséquence du jugement public. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-93029
@phdthesis{handle:20.500.11811/14560,
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school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = sep,

note = {Die vorliegende Arbeit rückt den Blick auf die Frau durch die männliche Schrift Diderots in das Zentrum der Betrachtung. Anhand von Diderots Diskurs Sur les femmes und seinen Werken La Religieuse und Madame de La Carlière ou Sur l'inconséquence du jugement public wird die Vielzahl weiblicher und männlicher Blicke innerhalb von Diderots männlichem Autorenblick aufgefächert. Diderot offenbart die Frau als unhintergehbares Mysterium. Die Kryptographie des weiblichen Subjekts spiegelt die Gefangenschaft der Frau in ihrem eigenen Geschlecht und die durch ihr Geschlecht auferlegten Grenzen wider. Die Hysterie, die in ihrer medizinischen Historie zum Abbild diagnostischem Einfallsreichtum wird, ist als Äußerung dieser natürlichen Gefangenschaft zu begreifen. Die Frauenfiguren in La Religieuse und Madame de La Carlière offenbaren verschiedene Gesichter der Hysterie nach dem Verständnis im 18. Jahrhundert.
Der Forschungsschwerpunkt dieser Dissertation liegt auf dem weiblichen Mysterium. Mit seinen Romanen La Religieuse und Madame de La Carlière ou Sur l'inconséquence du jugement public zeigt Diderot den Versuch das Mysterium der Frau zu enthüllen. Daraus leitet sich die zentrale Forschungsfrage ab, ob es Diderot mit dem vorliegenden Werk gelingt das weibliche Mysterium aufzudecken oder ob das weibliche Subjekt für die Ratio des Mannes verschlüsselt bleibt. Die Untersuchung der genannten Werke von Diderot beschäftigt sich mit dieser Frage und findet Antworten zur Offenlegung und literarischen Umsetzung des weiblichen Mysteriums. Vor dem Hintergrund, dass die Stirn für den nach außen hin offenbarten Charakter stehen soll, stellt sich die Frage, ob sich die Frau nach Diderot lediglich nach außen hin als ‹MYSTÈRE› zeigt oder ob sie dieses auch tatsächlich innerlich verkörpert. In Anbetracht der Tatsache, dass die Schrift auf der Stirn für die betreffende Person selbst, in diesem Fall der Frau, nicht sichtbar ist, schließt sich die Frage an, ob lediglich die männliche Perspektive die Frau als ‹MYSTÈRE› erkennt, oder sich das weibliche Subjekt auch selbst als Mysterium betrachtet.
Die Analyse der Texte von Diderot lässt schlussfolgern, dass eine vollständige Aufklärung des weiblichen Mysteriums per definitionem nicht möglich ist. Würde es entschlüsselt werden, wäre es kein Mysterium mehr. Mit La Religieuse und Madame de La Carlière gelingt Diderot aber eine Annäherung an die Entschlüsselung des Mysteriums der Frau.},

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