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Untersuchungen zum Einsatz des Automatischen Melkverfahrens (AMV)

dc.contributor.authorWirtz, Norbert
dc.contributor.authorOechtering, Klemens
dc.contributor.authorPfeffer, Ernst
dc.contributor.authorTholen, Ernst
dc.contributor.authorTrappmann, Wolfgang
dc.date.accessioned2018-09-14T10:22:25Z
dc.date.available2018-09-14T10:22:25Z
dc.date.issued2003
dc.identifier.urihttp://hdl.handle.net/20.500.11811/1189
dc.description.abstractDer Einsatz automatischer Melkverfahren (AMV) kann gerade Familienbetrieben arbeitswirtschaftliche Entlastungen bringen. Seit 1992 sind Melkautomaten in landwirtschaftlichen Praxisbetrieben im Einsatz. Ihre technischen Spezifikationen sind kontinuierlich verbessert worden, so dass derzeit praxistaugliche AMV zur Verfügung stehen. In einer Versuchsherde von 104 HF-Kühen des Landwirtschaftszentrums Haus Riswick der Landwirtschaftskammer Rheinland wurde zwischen Mai 1999 und September 2001 ein Vergleich eines automatischen Melkverfahrens mit einem konventionellem Melkstand durchgeführt. 52 Kühe wurden in einem Melkautomaten gemolken (Einboxenanlage, freier Kuhverkehr), die anderen 52 Kühe zwei Mal täglich in einem Drehmelkstand. Beide Gruppen wurden zeitgleich in dem gleichen Boxenlaufstall gehalten, so dass überwiegend gleiche Umweltbedingungen bestanden. Um gleiche Startbedingung der zwei Kuhgruppen zu erreichen, wurden die Kühe aufgrund ihrer Milchmenge und Milchinhaltsstoffe sowie der Anzahl an Laktationen und des Laktationsstadiums eingeteilt. Ausgefallene Versuchskühe wurden durch Färsen ersetzt. Als Leistungsinformation für die Auswahl der Fären wurden Milchmenge und Milchzusammensetzung der Muttertiere verwendet. Alle Kühe wurden mit einer ausgeglichenen Mischration aus Grassilage, Maissilage, Ausgleichsfutter und Milchleistungsfutter gefüttert, die eine Milchleistung von 25 kg energiekorrigierte Milchleistung (ECM) bei Kühen sowie 21 kg ECM bei Färsen abdeckte. In den ersten Laktationswochen wurde Milchleistungsfutter bis zu 10 kg gestaffelt gesteigert gefüttert. Nach der Anfütterungsperiode wurde das Milchleistungsfutter leistungsabhängig nach der ECM-Menge zugeteilt. In der Automatengruppe wurde das Milchleistungsfutter komplett im Melkautomat verabreicht, in der Drehmelkstandgruppe in drei automatischen Kraftfutterabrufstationen. Von jeder Kuh wurden täglich die Milchmenge sowie die Aufnahme an Mischration und an Milchleistungsfutter erfasst. Alle zwei Wochen wurden Milchproben im Zentrallabor des Landeskontrollverbandes Rheinland auf Inhaltsstoffe untersucht. Zwischen Juni 2001 und September 2001 war es dabei möglich, zusätzlich zu den Ergebnissen der Inhaltsstoffe Informationen über die Konzentration an freien Fettsäuren in der Milch zu erhalten. Die Tankmilch wurde während des gesamten Versuches kontrolliert. Wegen zahlreicher technischer Probleme in den ersten elf Versuchsmonaten müssen diese Ergebnisse für sich selbst diskutiert werden. Aufgrund zahlreicher Melkunterbrechungen wegen Service- und Wartungsarbeiten konnten die Milchkühe des AMV nicht ihren eigenen Melkrhythmus entwickeln. Die realisierten Milchmengen lagen in der Automatengruppe signifikant niedriger als in der Drehmelkstandgruppe. Nach Lösung der technischen Probleme erreichte die Anzahl der Melkbesuche zwar einen durchschnittlichen Wert von 2,7 je Tag, die Milchleistung stieg jedoch nicht an. Erst nach Änderung des festen Anfütterungsplans in den ersten Laktationswochen konnten vergleichbare Daten zwischen den zwei Melksystemen gesammelt werden. Im Gegensatz zu den Erwartungen realisierten die Kühe am Melkautomaten keine höhere Milchleistung als die Kühe am Drehmelkstand. Beide Gruppen erzielten eine vergleichbar hohe Milch- und ECM-Leistung. Während der gesamten Untersuchung konnte ein geringerer Gehalt an Milchfett in der Automatengruppe beobachtet werden. Dieser Trend konnte durch eine Kontrolle der LKV-Ergebnisse von neun praktischen Betrieben und von anderen unabhängigen wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden. Sowohl der Milcheiweißgehalt als auch die Futteraufnahme waren in beiden Systemen gleich hoch. In der Milch der automatisch gemolkenen Kühe wurde eine höhere Konzentration an freien Fettsäuren gefunden. Der geringere Milchfettgehalt und der Anstieg der freien Fettsäuren muss aus ökonomischer Sicht kritisch beurteilt werden. Vor Anschaffung eines AMV muss eine betriebsspezifische ökonomische Betrachtung vorgenommen werden. In allen Versuchsperioden wurde der Eutergesundheitsstatus kontrolliert. Viertelspezifisch wurden von jeder Kuh bakteriologische Untersuchungen durchgeführt, jedoch wurde keine Kuh positiv getestet. Nach Einführung des AMV stiegen die somatischen Zellzahlen in der Sammelmilch des Melkautomaten wie erwartet an, jedoch wurde in keiner der beiden Gruppen eine höhere Häufigkeit an Mastitiden entdeckt. Nach einer Eingewöhnungsphase sanken die somatischen Zellzahlen auf ein akzeptables Niveau ähnlich den Zellzahlen der Drehmelkstandgruppe. In einigen Zeitperioden stiegen der Keimgehalt und der Gefrierpunkt in der Sammeltankmilch der AMV-Gruppe an. Dies muss nicht nur aus ökonomischer Sicht kritisch beurteilt werden.de
dc.format.extent75
dc.language.isodeu
dc.relation.ispartofseriesForschungsbericht / Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft" an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität ; 99
dc.rightsIn Copyright
dc.rights.urihttp://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
dc.subject.ddc630 Landwirtschaft, Veterinärmedizin
dc.titleUntersuchungen zum Einsatz des Automatischen Melkverfahrens (AMV)
dc.typeArbeitspapier
dc.publisher.nameRheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL
dc.publisher.locationBonn
dc.rights.accessRightsopenAccess
dc.relation.pissn1610-2460
dc.relation.urlhttps://www.usl.uni-bonn.de/pdf/Forschungsbericht 99.pdf
dc.relation.zdb2705463-9
ulbbn.pubtypeZweitveröffentlichung


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