Portz, Christina; Noga, Georg; Steiner, Ulrike: Maßnahmen zur Verbesserung der Blütenknospenqualität und des Fruchtansatzes im integrierten und organischen Apfelanbau. Bonn: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL, 2003. In: Forschungsbericht / Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft" an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, 101.
Online-Ausgabe in bonndoc: http://hdl.handle.net/20.500.11811/1195
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author = {{Christina Portz} and {Georg Noga} and {Ulrike Steiner}},
title = {Maßnahmen zur Verbesserung der Blütenknospenqualität und des Fruchtansatzes im integrierten und organischen Apfelanbau},
publisher = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL},
year = 2003,
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volume = 101,
note = {Besonders im organischen Erwerbsobstbau ist häufig eine reiche Blüte mit anschließend unzureichendem Fruchtansatz zu beobachten. Dies könnte auf eine verminderte Blütenknospenqualität zurückzuführen sein. Die Blütenknospenentwicklung findet beim Kernobst zeitgleich mit Fruchtwachstum, verstärkter Triebbildung und starkem Blattmassezuwachs statt (WINTER et al. 1992, FRIEDRICH 1993). Diese fehlende zeitliche Trennung der vegetativen und generativen Wachstumsprozesse kann eine Konkurrenz um Assimilate hervorrufen. Regulationsmaßnahmen in Form von Blüten- und Fruchtausdünnung sowie Blattdüngungen sind Möglichkeiten, das physiologische Gleichgewicht im Baum zu stabilisieren und auftretende Mangelsituationen zu mildern. Dadurch kann die regelmäßige Produktivität der Bäume sowie die äußere und innere Fruchtqualität sichergestellt werden (WERTHEIM 1996). Hierbei gilt, je früher eine Maßnahme durchgeführt wird, desto stärker ist der Effekt. Demnach sind Blütenausdünnungen effektiver als Fruchtausdünnungen zur Sicherung des Gleichgewichts zwischen Fruchtwachstum und Blütenknospenentwicklung. Von den für dieses Projekt ausgewählten Maßnahmen zur Blütenausdünnung sind die Handausdünnung und die mechanische Ausdünnung auch im organischen Apfelanbau zugelassen. Der Einsatz von Amidthin + Ethrel sowie Ammoniumhiosulfat muss auf die integrierte Produktion beschränkt bleiben. Durch das vollständige Entfernen aller Blüten u. Früchte einer Baumhälfte führte die mechanische Ausdünnung zu einer Reduktion der Früchte unterhalb des wirtschaftlich notwendigen Ertragsniveaus, eine übermäßige Förderung der Blütenknospenentwicklung für das Folgejahr und eine Förderung der Alternanz. Diese Maßnahme zur Blütenausdünnung ist nur dann sinnvoll, wenn sie in ihrer Intensität deutlich reduziert wird, so dass weniger Blüten, Blätter und Triebe beschädigt werden, eine gleichmäßige Produktivität der Bäume gesichert und die beobachtete Unterversorgung der Früchte mit Calcium verhindert wird. Die beiden chemischen Ausdünnungsmaßnahmen erzielten annähernd die erwarteten Ergebnisse und reduzierten den Fruchtbehang in ausreichendem Maß, so dass die durch ein extremes Hagelereignis im Behandlungsjahr geschädigten Bäume im Folgejahr trotzdem eine zufriedenstellende Anzahl Früchte pro Baum produzierten. Nur durch eine Blattdüngung mit Harnstoff wurde die Knospenentwicklung auf ein annehmbares Niveau im Folgejahr der Behandlungen gefördert. Zwei Behandlungen mit Vinasse und einem Algenpräparat der Firma AGLUKON reichten nicht aus, um den Blütenknospenbesatz zu verbessern oder die Anzahl Lateralblüten pro Blütenknospe zu beeinflussen. Der frühe Befall von Blatt- und Blütenknospen mit Konidien des Apfelschorfs konnte bestätigt werden. Konidien von Venturia inaequalis überwintern aber hauptsächlich außen anhaftend an Knospenschuppen und an Trieben von befallenen Apfelbäumen. Temperaturen um 0°C (+/-2°C) reduzieren die Keimfähigkeit der Konidien um ca. 50%, aber bereits bei Temperaturen um 2°C (+/-2°C) können Blätter durch Schorfkonidien infiziert werden. Die Bedeutung der überwinternden Konidien bei der Bildung und Ergänzung des Primärinokulums im Frühjahr bleibt aufgrund der geringen Weiterverbreitung von Konidien auf Bäume stark befallener Anlagen begrenzt, sollte aber nicht unterschätzt werden. Apfelschorf kann durch Blattbefall auch indirekt die Knospenentwicklung beeinflussen. Als Folge hoher Befallsintensitäten von Venturia inaequalis auf Blättern wird die Assimilationsfläche der Bäume während der Vegetationsperiode reduziert. Dadurch kann die oben beschriebene Konkurrenz zwischen den vegetativen und generativen Wachstumsprozessen im Baum zu Lasten generativer Prozesse verschoben werden, wodurch eine negative Beeinflussung der Blütenknospenentwicklung wahrscheinlich wird. In der Literatur konnten zu dieser Fragestellung keine Angaben gefunden werden. Besonders für den organischen Apfelanbau würde ein negativer Einfluss von Blattschorf auf die Blütenknospenqualität ein erhebliches Problem darstellen, da eine zuverlässige Kontrolle des Schorfs hauptsächlich durch den Einsatz von Kupfersalzen erzielt wird. Der Einsatz von Kupfer im Apfelanbau ist aber stark begrenzt und wird wohl innerhalb absehbarer Zeit gänzlich verboten werden. Aus diesem Grund wurden erste Untersuchungen zum Einfluss von Blattschorfbefall auf die Knospenqualität durchgeführt, welche die Vermutungen der negativen Einflussnahme von Blattschorfbefall auf die Knospenentwicklung bei sehr hohem Blattbefall im Vergleich zu einer schorffreien Variante bestätigten. Weitere Untersuchungen zum Einfluss geringerer Befallsintensitäten des Blattschorfs stehen noch aus.},
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