Lukashyk, Pavel; Berg, Martin; Köpke, Ulrich: Problemunkräuter im Organischen Landbau : Entwicklung von Strategien zur nachhaltigen Kontrolle von Ackerkratzdistel Cirsium arvense und Rauhhaariger Wicke Vicia hirsuta. Bonn: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL, 2004. In: Forschungsbericht / Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft" an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, 126.
Online-Ausgabe in bonndoc: http://hdl.handle.net/20.500.11811/1220
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author = {{Pavel Lukashyk} and {Martin Berg} and {Ulrich Köpke}},
title = {Problemunkräuter im Organischen Landbau : Entwicklung von Strategien zur nachhaltigen Kontrolle von Ackerkratzdistel Cirsium arvense und Rauhhaariger Wicke Vicia hirsuta},
publisher = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL},
year = 2004,
series = {Forschungsbericht / Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft" an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität},
volume = 126,
note = {Ziel der Untersuchungen war es, Strategien zu entwickeln, um die im Ökologischen Landbau dominierenden Problemunkräuter Cirsium arvense und Vicia hirsuta mittel- bis langfristig effizient zu kontrollieren. Entwickelt und geprüft wurden Maßnahmen unterschiedlicher Eingriffsintensität, die für Flächen mit beginnender Ausbreitung einerseits und stark belastete Flächen andererseits geeignet erschienen und sich in bestehende Fruchtfolgen integrieren lassen. Die Ackerkratzdistel sollte durch wiederholte intensiv schälende Stoppelbearbeitung mit nachfolgender konkurrenzstarker Zwischenfrucht in Verbindung mit einer konkurrenzstarken Hauptfrucht zurückgedrängt werden. Gegen die Rauhhaarige Wicke wurden als kurzfristige direkte Maßnahmen die mechanische Kontrolle in frühen (Striegeln) und späten Entwicklungsstadien (Herauskämmen) sowie die thermische Kontrolle und das Verätzen durch Einsatz von Kainitstaub sowie Kainitlösung geprüft. In faktoriellen Feldversuchen in Winterweizen und Winterroggen wurden das Verätzen der Wicken durch Einsatz von Kainit, die thermische Kontrolle sowie die mechanische Kontrolle (Striegel) in frühen und späten Entwicklungsstadien geprüft. Erfaßt wurden Anzahl und Deckungsgrad der Wicken, die Schäden an der Kulturpflanze, Ertragsparameter (Kulturpflanze) und die Samenproduktion der Wicken. Die Ergebnisse aus den Versuchsjahren 2002 und 2003 zeigen, dass: (1) Vicia hirsuta in allen Stadien gegen das Verätzen mit Kainitlösungen empfindlich ist, wobei der Wirkungsgrad bei Anwendung im Jugendstadium am höchsten war. In den Feldversuchen war die ausreichende Wirkung stark witterungsabhängig (Tau und nachfolgend hohe Einstrahlung). Das Getreide wurde durch die Kainitbehandlung nur geringfügig geschädigt. (2) Die Wirkung der thermischen Behandlung auf Vicia hirsuta war abhängig von der Intensität der Hitzeeinwirkung sowie den Entwicklungsstadien von Kulturpflanze und Wicke. Die Auswirkungen des Abflammens auf das Getreide waren bei der Anwendung vor Bestockungsende gering; das Getreide regenerierte sich vollständig. Bei Behandlungen nach der Bestockung des Getreides traten hingegen vglw. starke Schädigungen auf, die auch Ertragseinbußen verursachten. (3) Mit dem alleinigem Einsatz des Striegels konnte Vicia hirsuta kontrolliert werden. Voraussetzung war die rechtzeitige Bearbeitung während des Schossens und ggf. wiederholte Durchfahrten bis nach dem Ährenschieben. Die geprüften Ansätze sind geeignete Mittel zur direkten Kontrolle von Vicia hirsuta. Die Wirkung von Kainit ist dann ausreichend, wenn die Voraussetzung eines optimalen Behandlungstermins (Jugendstadium von Vicia hirsuta) und entsprechend trockene Witterungsbedingungen nach der Applikation gegeben sind. Zur Präzisierung der optimalen Einsatzbedingungen und Formulierung besteht noch Forschungsbedarf. Der frühzeitige Einsatz der thermischen Kontrolle von Vicia hirsuta in Winterweizen ist vielversprechend und kann in Strategien zur nachhaltigen Kontrolle dieses Problemunkrauts insbesondere in Befallsnestern genutzt werden. Mit einem alleinigen Einsatz des Striegels ist ebenfalls eine effiziente Kontrolle von Vicia hirsuta realisierbar. Voraussetzung sind die rechtzeitige Bearbeitung während des Schossens und ggf. das wiederholte Durchfahrten bis nach dem Ährenschieben. In Winterroggen hingegen stehen zum Abflammen und Striegeln nur kurze Zeiträume zur Verfügung, so dass die Kontrolle wesentlich schwieriger und unsicherer als in Winterweizen ist. Künftige Untersuchungen müssen sich auf geeignete Kombinationen der beschriebenen drei Verfahren direkter Kontrolle von Vicia hirsuta ausrichten. Der jetzigen Stand der Untersuchungen zur Kontrolle von Cirsium arvense zeigt, dass die Wirkung der Licht- und Nährstoffkonkurrenz durch Zwischenfrüchte aus Blanksaat unsicher ist. Der mehrmaligen Stoppelbearbeitung ist der Vorzug gegenüber einmaliger Bearbeitung mit nachfolgender Zwischenfrucht zu geben, die sich bei mäßiger Entwicklung nicht hinreichend konkurrenzkräftig erweisen kann. Die Art der Stoppelbearbeitung - Grubber bzw. Schälpflug - zeigten keine gesicherten Unterschiede hinsichtlich der Wirkung auf die Ackerkratzdistel. Kleegras aus Untersaat konnte die Disteldichte durch Beschattung und Schnitt tendenziell reduzieren. Mehrmalige Stoppelbearbeitung mit nachfolgender tiefer Pflugfurche und Wickroggen als Winterzwischenfrucht übertraf aber ebenfalls die Wirkung des Kleegrasanbaus aus Untersaat. Dagegen führte zweimaliger Kleegras- Schnitt der nahezu vollständig Distel beschattenden Kleegrasbestände im folgenden Hauptnutzungsjahr (2003) zur Reduzierung der Disteldichte um 95%. Ein sehr starker Rückgang der Disteldichte wurde ebenfalls nach tiefem Umbruch der Kleegras- sowie Wickroggenparzellen im Juni (4. Juni 2003) mit anschließendem Perserkleeanbau erreicht. Wie sich der wiederholte Schnitt des Kleegrases im Hauptnutzungsjahr im Vergleich zum Umbruch mit nachfolgender Aussaat von Perserklee auswirkt, kann noch nicht abschließend beurteilt werden.},
url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/1220}
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