Leber, Nils; Kötter, Theo: Entwicklung ländlicher Räume und der Landnutzung im Einzugsbereich dynamischer Agglomerationen. Bonn: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL, 2007. In: Forschungsbericht / Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft" an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, 150.
Online-Ausgabe in bonndoc: http://hdl.handle.net/20.500.11811/1245
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author = {{Nils Leber} and {Theo Kötter}},
title = {Entwicklung ländlicher Räume und der Landnutzung im Einzugsbereich dynamischer Agglomerationen},
publisher = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL},
year = 2007,
series = {Forschungsbericht / Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft" an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität},
volume = 150,
note = {Die neuen Förderungsmöglichkeiten der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) sehen nunmehr ein integriertes ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) als eines der zentralen Instrumente vor, das die Grundlage für alle weiteren Fördermaßnahmen bilden soll an. Essentieller Bestandteil einer integrierten Entwicklung ist unzweifelhaft eine nachhaltige Flächennutzung, die auf der einen Seite den vielfältigen Nutzungsansprüchen Rechnung trägt und sich dabei auf der anderen Seite den definierten Handlungs- und Schutzzielen einer nachhaltigen Bodennutzung verpflichtet fühlt und sich diesem Postulat unterordnet. Für die Förderung des agglomerationsnahen ländlichen Raumes und wird in den Jahren 2007 bis 2013 die Verordnung zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes durch den europäischen Landwirtschaftsfond, die ELER-Verordnung von besonderer Wichtigkeit werden. Der Rat der Europäischen Union hat diese Verordnung am 20.09.2005 beschlossen. Sie bildet die zweite Säule der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für den Zeitraum von 2007 bis 2013. Mit der ELER-Verordnung verknüpfen sich drei übergeordnete europäische Ziele der Politik für ländliche Räume: • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft durch Förderung der Umstrukturierung der Entwicklung und der Innovation. • Verbesserung der Umwelt und der Landschaft. • Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum und Förderung der Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft. Die Implementierung dieser Ziele und deren Umsetzung stellt auch über den Verordnungszeitraum hinaus eine elementare Zukunftsaufgabe dar, in der die Beschäftigung mit Flächennutzungsmodellen eine bedeutende Rolle einnimmt. Die vorliegende Forschungsstudie leistet einen praxisorientierten Beitrag zur Operationalisierung des umfassenden integrierten Entwicklungsansatzes im Hinblick auf die Erarbeitung und Implementierung von nachhaltigen und multifunktionaler Flächennutzungsmodellen und liefert darüber hinaus einen Bewertungsrahmen, der die Flächennutzungsformen und die flächenmäßige Nutzungssituation einer Gemeinde einer Beurteilung bezüglich des Gesichtspunkts der Nachhaltigkeit zugänglich macht. In sofern bietet der entwickelte Bewertungsrahmen unter anderem die Möglichkeit im Rahmen von Förderverfahren unter zur Hilfenahme zu plausiblen und nachvollziehbaren Bewertungen bezüglich der Bodennutzung und Bodennutzungskonzepten der zu fördernden Region im Hinblick auf ihre nachhaltige Substanz zu gelangen. Des Weiteren erlaubt der Bewertungsrahmen die Entwicklung und Ableitung von Erkenntnissen und Zielaussagen hinsichtlich neuer Strategien im Rahmen einer integrierenden und nachhaltigen landwirtschaftlichen Standortentwicklung. Ergänzt wird das Potential dieser Studie durch die Hinzunahme von Fallstudien, die leitfadenähnlich die Möglichkeit eröffnen als Beispielräume zu agieren. Aus der Verknüpfung von empirisch gewonnen Daten und der Analyse der Beispielräume mit der Erarbeitung eines universellen Analyse- und Bewertungsrahmens für die Bewertung von Flächenutzung hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit, welcher auf einer nutzwertanalytischen Basis aufbauend ein modifizierbares und entwicklungsfähiges Set von Indikatoren beinhaltet, ergibt sich ein hoher Grad an Praktikabilität und Praxisnähe. Die vorliegende Studie stellt darüber hinaus, und dies ist in Anbetracht der Wahrnehmungsproblematik bezüglich des ländlichen Raumes nicht zu unterschätzen, einen Beitrag für die künftig auf allen Ebenen zu führende Diskussion über nachhaltige Flächennutzungskonzepte im Speziellen und über die Entwicklungsperspektiven und die Rolle insbesondere des verdichtungsnahen ländlichen Raumes in Zeiten der zunehmenden Metropolenfixierung im Allgemeinen dar. Aus den inhaltlichen und methodischen Erkenntnissen der Studie ergeben sich im Einzelnen die folgenden Handlungsempfehlungen: • Bei den bisherigen Betrachtungen und Ansätzen stand die rein quantitative Sichtweise im Vordergrund. Diese Sichtweise greift offenkundig zu kurz. Die Qualität von Flächennutzungen muss in die Betrachtungen eingeführt und integriert werden. Der Bewertungsrahmen gibt hierfür einen ersten Ansatz • Nutzwertanalytische Bewertung der Flächenutzung bei jedem ILEK, bei der Erstellung von Flächennutzungsplänen und bei flächenrelevanten Fachplanungen. Hier sind vor allem die Infrastrukturplanung, wasserwirtschaftliche Planungen sowie die Landschaftsplanung zu nennen. • Implementierung eines Flächenmonitorings mit dem integrativen Bestandteils des Bewertungsrahmens • Das durchgeführte Status-quo-Szenario zeigt deutlich die strukturellen und instrumentellen Defizite im Umgang mit der Ressource Boden auf. Eine Fortführung dieses Trends würde zu deutlichen irreversiblen „Schäden“ vor allem ökologischer Art führen. Aus diesem Grund ist eine grundlegende und kritische Analyse und Bewertung der gegenwärtigen Instrumenten- und Förderkulisse unabdingbar notwendig • Die ländlichen Räume bergen deutliche Potentiale im Bezug auf die Flächenreduktion. Dies bedarf jedoch gegebenenfalls ergänzenden Instrumentierungen und neuen Strategien. Aus den Ergebnissen der Studie in Verbindung mit den Handlungsempfehlungen ergibt sich ein weiterer Arbeits- und Forschungsbedarf der sich wie folgt skizzieren lässt: • Anwendung des Bewertungsrahmens auf weitere Fallstudien zur möglichen Verifizierung oder Falsifizierung, der im Rahmen dieser Studie vorgenommenen Stichprobe. • Fortschreibung und Weiterentwicklung des Bewertungsrahmens • Definition qualitativer Aspekte der Flächennutzung und Untersuchung der Bedeutung qualitativer Aspekte im Rahmen von Flächennutzungssystemen. • Evaluation und dezidierte Analyse der gängigen Instrumenten- und Förderstruktur im Hinblick auf ihre Steuerungswirkung und Effizienz bezüglich des 30-ha- Nachhaltigkeitsziels. • Analyse des Zusammenhangs von Akteuren und Steuerungswirkung der vorhandenen Instrumente und Analyse der Rahmenbedingungen (möglicherweise explorativ auf der Basis spieltheoretischer Ansätze) • Analyse der Einflussfaktoren auf die Flächennutzung und Kopplung dieser Erkenntnisse mit der Gestalt des vorherrschenden bodenbezogenen Instrumentariums. • Sensitivitätsuntersuchungen zur Sensibilität einzelner Flächennutzungen aufbauend auf den Kompatibilitätsuntersuchungen dieser Studie. • Analyse der ausgemachten Konflikt- und Synergiesituationen zwischen einzelnen Flächennutzungen. • Erarbeitung von Ergänzungs- und Verbesserungsempfehlungen zur Effizienzsteigerung der Instrumentenkulisse. • Erarbeitung von integrativen und mehrdimensionalen Strategien zur Entwicklung ländlicher Räume Mit diesen Ansätzen und weitergehenden Untersuchungen kann ein wesentlicher Beitrag geleistet werden, um die nach wie vor bestehenden Nachhaltigkeitsdefizite beim Umgang mit der nicht vermehrbaren natürlichen Ressource „Fläche“ zu verringern und die Flächeneffizienz und Flächeneffektivität zu verbessern.},
url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/1245}
}

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