Zerger, Corinna; Holm-Müller, Karin: Gemeinwohl steigernde Leistungen der Landwirtschaft : Vorstudie. Bonn: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL, 2008. In: Forschungsbericht / Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft" an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, 156.
Online-Ausgabe in bonndoc: http://hdl.handle.net/20.500.11811/1251
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note = {Hintergrund des Forschungsprojektes „Identifizierung und Kategorisierung regionaler Gemeinwohl steigernder Leistungen der Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen“ ist der steigende Legitimationsdruck von Zahlungen an die Landwirtschaft. Ziel des Projektes war es, Ansatzpunkte aufzuzeigen, über die eine Vergütung Gemeinwohl steigernder Leistungen in die Gemeinsame Agrarpolitik eingebracht werden könnte. Konkret war es Aufgabe des Forschungsvorhabens, theoretische Vorarbeiten zu besonders wichtigen Aspekten Gemeinwohl steigernder Leistungen der Landwirtschaft erbringen und somit einen theoretischen Rahmen zu schaffen, auf den empirische Arbeiten zur Festlegung von Vergütungsansätzen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik aufbauen könnten. Hierbei ging es entsprechend der von der EU für die Politik zur Entwicklung ländlicher Räume definierten Ziele um Klima- und Ressourcenschutz sowie um die Erhaltung einer attraktiven Kulturlandschaft und eines vitalen ländlichen Raumes mit vielfältiger ökonomischer Aktivität. Aufarbeitung bestehender Arbeiten zum Thema „Multifunktionalität“ Kapitel 2 gibt –als ersten Schritt des Projektes- das Ergebnis einer Literaturrecherche zum Thema „Multifunktionalität“ wider. Es geht auf unterschiedliche Definitionen und Interpretationen von Multifunktionalität ein, nennt Beispiele von Kategorisierungen, stellt Forschungsprojekte sowie Indikatoren und Methoden zur Untersuchung von Multifunktionalität vor. In diesem Zusammenhang wird „Multifunktionalität“ differenziert aus Sicht von Angebots- und Nachfrageseite betrachtet, zudem wird auf Politiken mit Bezug zur Multifunktionalität eingegangen und der aus der Literatur hervorgehende Forschungsbedarf dargelegt. Erarbeitung eines Referenzszenarios Um zu klären, wie Direktzahlungen gesellschaftspolitisch wie auch auf internationaler Ebene gerechtfertigt werden können, sollte als nächster Schritt im Projekt ein Referenzszenario definiert werden, welches die Situation einer Landwirtschaft wiedergibt, die vom Staat weder gefördert noch gefordert wird. Somit werden im Szenario (Kapitel 3) einerseits alle Fördermaßnahmen ohne direkten Bezug zur Multifunktionalität herausdefiniert, und ebenso alle Auflagen, die sich auf das Ziel des Erhalts öffentlicher Güter beziehen. Auf Grundlage dieses Szenarios könnte dann die Kostenwirksamkeit der Auflagen, welche eine multifunktionale Landwirtschaft zum Ziel haben, ermittelt werden. So kann festgestellt werden, inwieweit die Produktion landwirtschaftlicher Güter mit dem Ziel der Bereitstellung bzw. des Erhalts öffentlicher Güter verteuert wird. Der Ausgleich dieser Mehrkosten müsste dann über „Pauschalzahlungen“ der EU (ohne direkte Gegenleistung) möglich sein. Bewertung des Einflusses des ländlichen Raums auf die Lebensqualität Mehr denn je muss sich die Landwirtschaft über die Produktion von Nahrungsmitteln hinaus gehenden Forderungen der Gesellschaft stellen. Eine Forderung, der besondere Bedeutung zukommt, ist der Erhalt einer „schönen“ Landschaft für Erholungszwecke. In Kapitel 4 wurde daher aus Sicht der Landschaftsplanung wie auch der Umweltökonomie diskutiert, welche Landschaften als ästhetisch ansprechend empfunden werden. Die Literaturrecherche belegt die Bedeutung extensiv genutzter, vielfältiger und strukturierter Landschaften. So werden z.B. Hecken, artenreiche Wiesen- und Ackerflächen, Gewässer- und Waldränder, bepflanzte Ackerrandstreifen, und Ausgleichsflächen mit natürlicher Vegetation wertgeschätzt. Zudem bleibt festzuhalten, dass sowohl Acker- wie auch Grünlandnutzung als attraktiv empfunden wird, so sie denn Raum für Blütenpflanzen bietet. Auch weidende Tiere scheinen die Mehrheit der Bevölkerung anzusprechen, unangenehme Gerüche hingegen beeinträchtigen das Wohlempfinden der erholungssuchenden Bevölkerung. Externe Effekte und Charakteristika landwirtschaftlicher Betriebe Kapitel 5 widmet sich unter Bezugnahme auf die vorherigen Arbeitsschritte der Frage, ob es bestimmte Betriebstypen gibt, die gesellschaftlich erwünschte Leistungen eher als andere produzieren. In einem solchen Fall wäre es möglich, mit geringen Transaktionskosten gezielt die Betriebe zu fördern, welche Leistungen für die Gesellschaft erbringen. So gibt das Kapitel einen Überblick über Studien, welche Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Betriebscharakteristika und gesellschaftlichen Auswirkungen der landwirtschaftlichen Produktion geben. Es werden die Bereiche Umwelt und Sozio-Ökonomie behandelt. Die Recherche ergab, dass Studien, die direkt Zusammenhänge zwischen Betriebscharakteristika und externen Effekten der Landwirtschaft untersuchen, selten sind. Jedoch gibt es Untersuchungen zu Auswirkungen bestimmter Wirtschaftsweisen, welche aus Umweltsicht sinnvolle sowie gesellschaftlich erwünschte Leistungen haben (ökologisch wirtschaftende sowie diversifizierte Betriebe, bzw. Betriebe mit Minimalbodenbearbeitung) und welche eher negative Auswirkungen haben (intensive Viehbetriebe). Jedoch bleibt festzuhalten, dass über diese eindeutigen Beispiele hinaus eine Förderung nach Betriebstyp bzw. betrieblichen Indikatoren zum jetzigen Stand der Forschung wenig sinnvoll erscheint. Zur Vermeidung negativer bzw. zur Förderung positiver Effekte der Landwirtschaft bedarf es stattdessen spezifischer Maßnahmen. Von einer „Pauschalierung“ ist gerade auch vor dem Hintergrund eines angestrebten „Targetings“ von Zahlungen an die Landwirtschaft abzuraten.},
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