Müller, Ute; Sauerwein, Helga: Blauzungenkrankheit bei Rind und Schaf : Art und Umfang der entstehenden Verluste in der Produktion anhand von Beispielbetrieben in Nordrhein-Westfalen sowie Monitoring der Impferfolge. Bonn: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL, 2010. In: Forschungsbericht / Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft" an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, 162.
Online-Ausgabe in bonndoc: http://hdl.handle.net/20.500.11811/1257
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volume = 162,
note = {Ziele des vorliegenden Forschungsvorhabens waren zum einen die Quantifizierung der Produktionseinbußen in Beispielbetrieben: eine Besamungsstation, vier Milchviehbetriebe und vier Schafbetriebe. Zum anderen erfolgte das Monitoring der serologischen Veränderungen im Zusammenhang mit den 2008 und 2009 erfolgten BTV-8-Impfungen. Das Gesamtprojekt gliederte sich in die Teilprojekte: III) Blauzungeninfektionen bei nicht-geimpften Bullen: Einfluss auf die Spermaqualität und IV) Blauzungeninfektionen bei Milchkühen und Schafen: Einfluss auf die Leistungs- und Gesundheitsdaten Teilprojekt I Die Spermaqualitätsparameter von sechs BTV-8-infizierten Bullen der RUW e.G. Münster wurden in dem Zeitraum von September 2007 bis Oktober 2008 mit den Daten von 31 nichtinfizierten Bullen verglichen. Es konnte statistisch abgesichert werden, dass die BTV-Infektion nachteiligen Einfluss auf den Standardspermaqualitätsparameter Motilität nach dem Tiefgefrieren hatte. Auch bei den Spermaqualitätsparametern Motilität vor dem Tiefgefrieren sowie der Anteil morphologisch veränderter Spermien vor und nach dem Tiefgefrieren wurde eine deutliche Beeinträchtigung sichtbar. Aufgrund nicht vorhandener Vergleichsdaten konnten diese nicht statistisch bearbeitet werden. Die Spermaqualitätsparameter waren auch über den Zeitraum des BTV-positiven PCR-Nachweises beeinträchtigt. Gegen Ende des Beobachtungszeitraumes trat eine Erholung der Fruchtbarkeitsparameter ein. Laut unserer Untersuchungen bestehen somit, neben dem Ansteckungspotential durch Sperma von BTV-infizierten Bullen, zeitweilig nachteilige Folgen für die männliche Fruchtbarkeit bei Rindern. Teil II: In den vier milchviehhaltenden Betrieben wurden von 24 bis 57 Kühen pro Betrieb Blut aus der Schwanzvene entnommen sowie von 31 bis 50 Schafen pro schafhaltendem Betrieb. Die erste Blutprobe wurde Anfang 2008 vor der ersten BTV-8-Impfung gezogen, die zweite Probe Ende 2008, die dritte Anfang 2009 vor der zweiten Impfung und die vierte Ende 2009. In den Blutproben wurde der BTV-Antikörpertiter quantitativ bestimmt. Das Monitoring der BTV-Antikörpertiter hat sowohl in den milchviehhaltenden als auch in den schafhaltenden Beispielbetrieben ergeben, dass zwar der Verlauf des Titers innerhalb des Beobachtungszeitraumes betriebsindividuell ist (in Abhängigkeit von dem Zeitpunkt der Infektion der Herde), aber der Einfluss der ersten Impfung 2008 signifikant war, der Einfluss der zweiten Impfung 2009 hingegen nicht. Anfang 2009 (vor der zweiten Impfung) hatten 139 von 142 Milchkühen einen positiven Antikörpertiter sowie 148 von 156 Schafen. Bei der Betrachtung der Leistungsdaten zeigte sich bei den beprobten Tieren in den vier milchviehhaltenden Beispielbetrieben eine zeitweilige Stagnation der Milchleistung durch die BTV-Infektion. Auf Betriebsebene wurde die Milchleistung zeitweise negativ in Abhängigkeit von der Remontierung, bedingt durch den relativ größeren Anteil von Färsen in der Herde, beeinflusst. Bei den Fruchtbarkeitskenngrößen war ein deutlicher Einfluss der BTV-Infektion auf den Besamungsindex (BSI) bei Färsen zu erkennen, nicht aber bei mehrkalbigen Kühen. Demnach scheinen Färsen in Hinblick auf ihre Reproduktionsleistung empfindlicher auf BTV-Infektionen zu reagieren als Kühe. Bezüglich des Einflusses einer BTV-Infektion auf den Zellgehalt der Milch (als einem der Eutergesundheitsparameter) zeigen die eigenen Daten keinen offensichtlichen Zusammenhang. Die im Rahmen der Betriebszweigauswertung ermittelten Tierarztkosten pro kg Milch zeigen eine deutliche Steigerung in den Jahren 2006/2007 sowie 2007/2008, die auf die BTV-Infektion in diesem Zeitraum zurückgeführt wird. Die Erkrankungs-/Behandlungsdaten aus den Bestandsbüchern ab Januar 2007 zeigen keinen Unterschied vor und nach der ersten (bzw. zweiten) BTVImpfung. In den vier schafhaltenden Beispielbetrieben zeigten sich – entsprechend der Angaben in der Literatur über die Ausprägung einer BTV-Infektion bei Schafen - weitaus deutlichere Auswirkungen auf die Leistungsdaten der Schafe: geringere Anzahl Ablammungen (durchschnittlich -22,5 %), geringere Anzahl geborener Lämmer (durchschnittlich -18,0 %), höhere Anzahl verendeter Lämmer (durchschnittlich 13,25 %), geringere Anzahl aufgezogener Lämmer (durchschnittlich -18,7 %) sowie steigende Remontierungsrates (durchschnittlich 13,0 %). Bezugnehmend auf die in dem Kapitel „Zielsetzung“ aufgestellten Arbeitshypothesen machte das vorliegende Forschungsvorhaben deutlich, dass c) Leistungs- und Qualitätseinbußen aufgrund einer BTV-8-Infektion in Abhängigkeit von der Tierart und dem Geschlecht zu quantifizieren sind. Des Weiteren ist festzuhalten, dass Erholungen von Leistungs- und Qualitätsparameterneinbußen möglich sind. d) Die Wirksamkeit der BTV-8-Impfung konnte anhand der Beispielbetriebe bestätigt werden.},
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