Hehnen, Dennis; Blum, Hanna; Pude, Ralf: Entwicklung eines Nützlingsmanagements für den ökologischen Topfkräuteranbau. Bonn: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL, 2013. In: Forschungsbericht / Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft" an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, 173.
Online-Ausgabe in bonndoc: http://hdl.handle.net/20.500.11811/1268
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author = {{Dennis Hehnen} and {Hanna Blum} and {Ralf Pude}},
title = {Entwicklung eines Nützlingsmanagements für den ökologischen Topfkräuteranbau},
publisher = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL},
year = 2013,
series = {Forschungsbericht / Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft" an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität},
volume = 173,
note = {Der ökologische Topfkräuteranbau ist ein in Deutschland rasch an Bedeutung gewinnender Markt mit interessanten Marktzuwächsen in den letzten Jahren. Die Produktion findet häufig in hochspezialisierten Betrieben statt, die ganzjährig Topfkräuter kultivieren. Hierbei wird vermehrt auf biologische Pflanzenschutzmaßnahmen zurückgegriffen, da die Pflanzen teilweise nur sehr kurze Kulturdauern aufweisen und die Wartezeiten chemischer Pflanzenschutzmittel beachtet werden müssen. Es stehen nur wenige genehmigte Pflanzenschutzmittel zur Verfügung und die Ansprüche des Marktes und der Endverbraucher an die Qualität der Pflanzen sind hoch. So müssen die Pflanzen beispielsweise komplett frei von Schädlingen und Schäden sein. Die erfordert einen rigorosen Pflanzenschutz. Der Fokus dieser Arbeit lag daher darin, den Einfluss der biotischen und abiotischen Besonderheiten des Topfkräuteranbaues auf Modellschädlinge und –nützlinge unter kontrollierten Bedingungen zu untersuchen, um eine wissenschaftliche Grundlage für einen erfolgreichen Nützlingseinsatz zu schaffen. Dafür wurden die Entwicklung von Blattläusen (Myzus persicae) und Thrips (Frankliniella occidentalis) unter dem Einfluss der besonderen Bedingungen des Topfkräuteranbaus zunächst in Labor- und anschließend in Modellversuchen an Ganzpflanzen untersucht. Auf Grund dieser Ergebnisse wurde der Einsatz kommerziell erhältlicher Nützlinge gegen die Schädlinge in Laborversuchen und im Gewächshaus erforscht. Es lässt sich festhalten, dass die untersuchten Schädlinge von niedrigen Temperaturen und verkürzter Tageslichtlänge, wie sie im Winter im Gewächshaus vorkommen können, in ihrer Populationsentwicklung beeinträchtigt werden. Jedoch nicht in einem Maße, als dass dies zu ihrer Bekämpfung genutzt werden könnte. Da bereits wenige Blattläuse oder Thrips ausreichen um bei besseren klimatischen Bedingungen rasch eine neue Population aufzubauen, ist jedoch auch in der kühlen Jahreszeit eine Bekämpfung notwendig. Die Nützlinge haben meist höhere Ansprüche an das Klima als die Schädlinge, so dass hier optimierend eingegriffen werden sollte. Eine Zusatzbeleuchtung zur Verlängerung der Tageslichtlänge verstärkt sowohl die Wirkung von Schlupfwesen und C. carnea-Larven gegen Blattläuse, als auch die Fraßleistung der tagaktiven Raubmilben, die zur Bekämpfung des Kalifornischen Blütenthrips eingesetzt werden. Erhöhte Temperaturen beschleunigen die Individualentwicklung der Tiere, so dass insbesondere Schlupfwespen, die sich einzeln in Blattläusen vom Ei zum Imago entwickeln, von einer Beheizung profitieren. Es konnte gezeigt werden, dass eine rechtzeitige Ausbringung einer ausreichend großen Menge an Nützlingen entscheidend für den Erfolg einer Pflanzenschutzmaßnahme ist. Die untersuchten Insekten Blattläuse und Thrips sind auf Grund ihrer parthenogenen Fortpflanzung in der Lage sehr schnell große Populationen aufzubauen. Daher können bereits die ersten Tage des Befalls entscheidend für einen erfolgreichen Pflanzenzschutzeinsatz sein. Eine Ansiedlung von polyphagen Prädatoren wie Macrolophus pygmaeus ist darum von Vorteil. Mit der richtigen Depotpflanze, etwa Borretsch (Borago officinalis), kann diese Raubwanze ganzjährig im Gewächshaus etabliert werden, wie Untersuchungen im Forschungsgewächshaus und einem Topfkräuterbetrieb gezeigt haben. Der Einfluss ätherischer Öle im Topfkräuteranbau auf Insekten muss berücksichtigt werden, bereits verschiedene Arten von O. basilicum hemmten die Blattlausentwicklung in den durchgeführten Versuchen signifikant unterschiedlich. Hier besteht weiterer Forschungsbedarf um den Einfluss der einzelnen Inhaltsstoffkomponenten genauer zu untersuchen und Strategien für den Topfkräuteranbau zu entwickeln. Zur frühen Erkennung der Schädlinge wurden passende Monitoringverfahren geprüft. In verschiedenen Modell- und Praxisuntersuchungen konnten Einsatzstrategien zur Blattlaus-, Thrips- und Trauermückenbekämpfung vergleichend untersucht und bewertet werden.},
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