Allendorf, Joseph; Berg, Ernst: Etablierung der Effizienzanalyse mittels DEA zur Verbesserung der Aussagefähigkeit von Betriebsanalysen in der Milchviehhaltung Nordrhein-Westfalens. Bonn: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL, 2014. In: Forschungsbericht / Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft" an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, 178.
Online-Ausgabe in bonndoc: http://hdl.handle.net/20.500.11811/1275
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author = {{Joseph Allendorf} and {Ernst Berg}},
title = {Etablierung der Effizienzanalyse mittels DEA zur Verbesserung der Aussagefähigkeit von Betriebsanalysen in der Milchviehhaltung Nordrhein-Westfalens},
publisher = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL},
year = 2014,
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volume = 178,
note = {Das Auslaufen der Garantiemengenregulierung setzt den Milchmarkt und insbesondere die milchviehhaltenden Betriebe unter einen enormen wirtschaftlichen Anpassungsdruck. Daraus ergibt sich für die landwirtschaftliche Betriebsberatung eine steigende Verantwortung. Das Projekt zeigt mit Hilfe der Effizienzanalyse, als moderne Methode der wissenschaftlichen Forschung, eine Ergänzung des bestehenden Beratungsinstrumentariums auf. Infolgedessen besteht das Ziel des Projektes darin, anhand einer empirisch durchgeführten Effizienzanalyse, ein Konzept zur Messung der Effizienz milchviehhaltender Betriebe aufzuzeigen. Darüber hinaus werden die Stärken bzw. Schwächen der effizienten Betriebe herausgestellt. Aus der Effizienzanalyse sollen zudem Informationen über zusätzliche Einsparpotenziale der Produktionsfaktoren gewonnen werden. Abschließend findet die Identifikation effizienzbeeinflussender Faktoren statt. Es erfolgt zunächst eine Einführung in die aktuelle (markt-) politische Situation auf europäischer und deutschlandweiter Ebene. Die steigenden Preisvolatilitäten sowohl auf den Faktor- als auch Absatzmärkten lassen parallel zum Auslaufen der Milchquote eine zusätzliche Dynamik im Milchmarkt erwarten. Ferner wird konstatiert, dass ein deutlicher Anstieg der Milchkuhbestände, sowohl in Deutschland als auch Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen ist. Demnach kann bereits vor dem Auslaufen der Milchquote auf eine vorzeitige Expansionsstrategie vieler Milcherzeuger geschlossen werden. Die Einführung schließt mit einem Einblick in die aktuelle Beratungsmethodik der landwirtschaftlichen Betriebsberatung. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird die Effizienzanalyse als Erweiterung des Beratungsinstrumentariums vorgestellt. In der wissenschaftlichen Literatur finden insbesondere die Stochastic Frontier Analysis (SFA) und die Data Envelopment Analysis (DEA) zur Effizienzmessung Anwendung. Die DEA bietet für den Praxiseinsatz den deutlich flexibleren Lösungsansatz, da vorher keine Annahmen bezüglich der zugrunde liegenden Produktionsfunktion getroffen werden müssen. Die Produktionsfunktion wird anhand der effizienten, der so genannten „best-practice“ Einheiten gebildet. Dementsprechend sind Praxisempfehlungen auf Grundlage der „best-practice“ Unternehmen von hoher Relevanz und Praxistauglichkeit. Eine Auswahl von bereits durchgeführten Studien zur Effizienzanalyse wird im Literaturüberblick vorgestellt. Zusammenfassend kann eine große Zahl an wissenschaftlichen Studien verzeichnet werden, die sich der Effizienzanalyse in der Landwirtschaft widmen. Die eingesetzte Tobit-Regression wird auch in mehreren Studien verwendet, um den Effekt verschiedener exogener Faktoren zu messen. In erster Linie werden hierfür strukturelle Charakteristika der Betriebe verwendet. In den letzten Jahren kann eine gestiegene Zahl an Veröffentlichungen wahrgenommen werden, die sich mit dem Einfluss von Gesundheitsindikatoren auf die technische Effizienz von Milchviehbetrieben beschäftigen. Dementsprechend bietet die vorliegende Projektarbeit mit den Informationen zum biotechnischen System eine hohe wissenschaftliche als auch praxisrelevante Grundlage für die Anwendung der Effizienz- und Einflussfaktorenmessung. Nach einer Vorstellung der Datenbasis, welche 244 Betriebe über einen Zeitraum von fünf Jahren repräsentiert, wird eine Effizienzanalyse durchgeführt. Dabei erfolgt die Analyse der Effizienz unter Annahme variabler Skalenerträge und einer inputorientierten Betrachtung. Als durchschnittlicher Effizienzwert wird ein Niveau von 80 % erreicht. Effiziente Einheiten verfügen gegenüber Ineffizienten über eine höhere Kapital- und Grundfutterproduktivität. Demnach wird ein hohes Ressourceneinsparungspotenzial im Faktor Kapital ausgewiesen. Die Berechnung der Skaleneffizienz milchviehhaltender Betriebe resultiert in einer optimalen Faktorausstattung von 94 Milchkühen und 103 Hektar landwirtschaftliche Fläche. Die allokative Effizienz der Betriebe belegt ein mittleres Effizienzniveau von 87 %, welches ebenfalls auf ein Einsparungspotenzial hinsichtlich der kostenminimalen Inputallokation der Milchviehbetriebe schließen lässt. Innerhalb der anschließenden Analyse werden die Effizienzwerte auf signifikante Unterschiede sowie Einflüsse exogener Faktoren hin untersucht. Zunächst wird ein statistisch geringerer technischer Effizienzwert im Bergischen Land im Vergleich zu den übrigen Regionen konstatiert. Der Einfluss der Unternehmensform auf die Effizienz ist im Datensatz als gering einzustufen, dennoch wird ein höherer Skalen- als auch allokativer Effizienzwert für GbRs im Vergleich zu Einzelunternehmen herausgestellt. Die zensierte Regression kann einen positiven Einfluss von familiengeführten Betrieben sowie eines höheren Pachtniveaus auf die technische Effizienz ermitteln. Hängt das Einkommen im zunehmenden Maße von der entkoppelten Betriebsprämie ab, kann eine Abnahme in der technischen Effizienz der Milchviehbetriebe identifiziert werden. Im Bereich der Betriebsgröße kann zunächst eine Abnahme der Effizienz bis zu einer Grenze von 104 Milchkühen registriert werden. Betriebe, die über dieser Grenze liegen, verzeichnen bei der Vergrößerung der Milchviehherde Effizienzgewinne. Gegensätzlich ist der Effekt bei der Zellzahl: so können Milchviehbetriebe bis zu einer Grenze von 211.000 Zellen je Milliliter Milch noch effizient wirtschaften. Danach ist mit einer Verringerung der Effizienz zu rechnen. In Bezug auf die allokative Effizienz, die ein Maß für das kostenminimale Einsatzverhältnis der Inputs darstellt, kann die Weidefläche als positiver Effizienztreiber identifiziert werden. Eine erhöhte Zellzahl, ein hoher Pachtlandanteil, sowie die Verwendung der totalen Mischration wirken sich negativ auf die Kosteneffizienz aus. Abschließend kann die Data Envelopment Analysis als sehr praxisnahes Beratungsinstrument beschrieben werden, die der landwirtschaftlichen Betriebsberatung als sinnvolle Hilfestellung bei der Bewertung und Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe dienen kann.},
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