Stichweh, Rudolf: Politische Demokratie und die funktionale Differenzierung der Gesellschaft. Bonn: Forum Internationale Wissenschaft, 2016. In: FIW Working Paper, 03.
Online-Ausgabe in bonndoc: http://hdl.handle.net/20.500.11811/1147
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author = {{Rudolf Stichweh}},
title = {Politische Demokratie und die funktionale Differenzierung der Gesellschaft},
publisher = {Forum Internationale Wissenschaft},
year = 2016,
month = mar,

series = {FIW Working Paper},
volume = 03,
note = {Der Text untersucht die Entstehung und Durchsetzung von Demokratie aus den politischsozialen Ordnungen heraus, die das spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Europa bestimmt hatten. Er skizziert diese Ordnungen am Beispiel der Sozialstrukturen Schwedens im Zeitraum von 1100 bis 1850, in dem sich aus einer egalitären Bauerngesellschaft des Mittelalters eine ständische Sozialstruktur entwickelt, die sich politisch im Reichstag als einem vierkameralen System spiegelt, in welchem Adel, Klerus, Bürger und Bauern die vier ›Kammern‹ bilden (Teil 1). Im nächsten Schritt analysiert der Text die amerikanische Revolution, die demokratisch genau in der Hinsicht ist, dass sie mit diesem ständischen Prinzip der Spiegelung einer vorpolitischen Sozialordnung in die politischen Institutionen des Staates bricht, stattdessen ein Geflecht von Institutionen schafft, das auf dem Prinzip der natürlichen Gleichheit aller Menschen und dem der gleichen und gleichberechtigten Mitwirkung aller Individuen ruht. Ungleichheiten gibt es auch in diesem System, aber sie sind das Resultat politischer Prozesse (»artificial inequalities of civil government«) und nicht infrastrukturelle Voraussetzungen, die die politischen Institutionen zu übernehmen haben (Teil 2). Der dritte Teil des Arguments skizziert in systematischer Perspektive diese neue Form der Berücksichtigung der sozialen Umwelt des Politischen, die auf Individualität gebaute Inklusionsordnung der Moderne, und versucht eine Minimalbeschreibung der wichtigsten dazu gehörigen Strukturen (Politik als System sachbestimmten Entscheidens, Öffentlichkeit, Massenmedien, Wahlmechanismen, Innendifferenzierung des Politischen in Regionen und Entscheidungsebenen). Im abschließenden Teil (4) fragt der Text, warum auch in der modernen Welt autoritäre Regimes neben demokratischen Regimes fortexistieren und neu entstehen. Wenn demokratische Politik eine autonome Sphäre der gesellschaftlichen Wert- und Normbildung ausdifferenziert, die extern vorgegebene Werte und Normen (außer denen der Egalität und Individualität) abweist, scheint Autoritarismus immer dort eine Chance zu haben, wo es präexistente Wert- und Normenordnungen anderer Sozialsphären gibt oder diese sich neu bilden, die den politischen Prozess determinieren, aber in ihm nicht in Frage gestellt werden dürfen.},
url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/1147}
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