Weber, Johannes Harald Jakob: Veränderungen des subgingivalen Mikrobioms nach subgingivaler Instrumentierung und 3- oder 7-tägiger Antibiotikagabe bei Parodontitispatienten. - Bonn, 2025. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-84594
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-84594
@phdthesis{handle:20.500.11811/13384,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-84594,
author = {{Johannes Harald Jakob Weber}},
title = {Veränderungen des subgingivalen Mikrobioms nach subgingivaler Instrumentierung und 3- oder 7-tägiger Antibiotikagabe bei Parodontitispatienten},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2025,
month = aug,
note = {Hintergrund: Adjuvante systemische Antibiotika können die Effekte der subgingivalen Instrumentierung (SI) bei aggressiver Parodontitis verstärken, sind jedoch mit Risiken für Resistenzentwicklung assoziiert. Ziel dieser Arbeit war die vergleichende Analyse zweier Antibiotikaprotokolle hinsichtlich ihrer Wirkung auf das subgingivale Mikrobiom sowie die Etablierung einer Methodik zur Resistomdetektion.
Methoden: In einer randomisierten, kontrollierten Sekundäranalyse wurden 50 systemisch gesunde Patienten (18–38 Jahre, Parodontitis Stadium III/IV, Grad C) nach SI zusätzlich mit Amoxicillin (3 × 500 mg) und Metronidazol (3 × 500 mg) für entweder 3 Tage (Testgruppe) oder 7 Tage (Kontrollgruppe) behandelt. Subgingivale Plaqueproben wurden zu Baseline sowie nach 3, 6 und 12 Monaten entnommen und mittels 16S-rRNA-Metagenomsequenzierung (Illumina MiSeq, QIIME2) hinsichtlich Zusammensetzung, Alpha- und Betadiversität analysiert. Ergänzend wurde ein Resistom-Analyseprotokoll basierend auf Gesamtgenomsequenzierung (Oxford Nanopore Technologies) an Patientenproben und Porphyromonas gingivalis-Kulturen evaluiert.
Ergebnisse: Beide Gruppen zeigten über den Beobachtungszeitraum eine signifikante Diversitätszunahme. Pathogene des roten Komplexes (P. gingivalis, T. forsythia, T. denticola) waren nach Therapie reduziert, während Aggregatibacter actinomycetem-comitans persistierte bzw. zunahm. Zwischen 3- und 7-tägiger Antibiose bestanden keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich mikrobieller Diversität oder Zusammensetzung. Rauchen zeigte keinen signifikanten Einfluss. Die Resistomanalyse ermöglichte den Nachweis vereinzelter Resistenzgene (z. B. Polymyxin-B-Resistenz bei P. gingivalis, Fluorchinolon-Resistenz bei Streptococcus oralis), war jedoch durch hohe Kosten, begrenzte Sensitivität und methodische Komplexität limitiert.
Schlussfolgerung: Eine 3-tägige adjuvante Antibiose in Kombination mit SI führt zu vergleichbaren mikrobiologischen Effekten wie eine 7-tägige Therapie. Dies deutet auf ein Potenzial zur Reduktion der Antibiotikadauer ohne Wirksamkeitsverlust hin. Die Etablierung eines Resistom-Analyseprotokolls legt die Grundlage für zukünftige Untersuchungen, ist aktuell jedoch nicht für die Routinediagnostik geeignet.},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/13384}
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Methoden: In einer randomisierten, kontrollierten Sekundäranalyse wurden 50 systemisch gesunde Patienten (18–38 Jahre, Parodontitis Stadium III/IV, Grad C) nach SI zusätzlich mit Amoxicillin (3 × 500 mg) und Metronidazol (3 × 500 mg) für entweder 3 Tage (Testgruppe) oder 7 Tage (Kontrollgruppe) behandelt. Subgingivale Plaqueproben wurden zu Baseline sowie nach 3, 6 und 12 Monaten entnommen und mittels 16S-rRNA-Metagenomsequenzierung (Illumina MiSeq, QIIME2) hinsichtlich Zusammensetzung, Alpha- und Betadiversität analysiert. Ergänzend wurde ein Resistom-Analyseprotokoll basierend auf Gesamtgenomsequenzierung (Oxford Nanopore Technologies) an Patientenproben und Porphyromonas gingivalis-Kulturen evaluiert.
Ergebnisse: Beide Gruppen zeigten über den Beobachtungszeitraum eine signifikante Diversitätszunahme. Pathogene des roten Komplexes (P. gingivalis, T. forsythia, T. denticola) waren nach Therapie reduziert, während Aggregatibacter actinomycetem-comitans persistierte bzw. zunahm. Zwischen 3- und 7-tägiger Antibiose bestanden keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich mikrobieller Diversität oder Zusammensetzung. Rauchen zeigte keinen signifikanten Einfluss. Die Resistomanalyse ermöglichte den Nachweis vereinzelter Resistenzgene (z. B. Polymyxin-B-Resistenz bei P. gingivalis, Fluorchinolon-Resistenz bei Streptococcus oralis), war jedoch durch hohe Kosten, begrenzte Sensitivität und methodische Komplexität limitiert.
Schlussfolgerung: Eine 3-tägige adjuvante Antibiose in Kombination mit SI führt zu vergleichbaren mikrobiologischen Effekten wie eine 7-tägige Therapie. Dies deutet auf ein Potenzial zur Reduktion der Antibiotikadauer ohne Wirksamkeitsverlust hin. Die Etablierung eines Resistom-Analyseprotokolls legt die Grundlage für zukünftige Untersuchungen, ist aktuell jedoch nicht für die Routinediagnostik geeignet.},
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