Fandrey, Constanze Elizabeth: Langzeitwirkungen von Cannabis-Abhängigkeit in Hinblick auf funktionale Veränderungen der Emotionsregulation. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-87240
@phdthesis{handle:20.500.11811/13812,
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author = {{Constanze Elizabeth Fandrey}},
title = {Langzeitwirkungen von Cannabis-Abhängigkeit in Hinblick auf funktionale Veränderungen der Emotionsregulation},
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year = 2026,
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note = {Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Substanz weltweit wobei ca. 10% der regelmäßig Konsumierenden eine Abhängigkeit entwicklen. Akute Effekte von Cannabis sind relativ breit untersucht, es fehlt an Untersuchungen, welche langfristige neurofunktionelle Veränderungen, insbesondere in Hinblick auf Emotionsregulation betrachten. In der vorliegenden Studie wurde nun untersucht, ob eine Cannabisabhängigkeit nach ICD/DSM-Kriterien mit einer eingeschränkten Fähigkeit zur kognitiven Emotionsregulation assoziiert ist und welche neuronalen Korrelate dieser Veränderung zugrunde liegen.
Wir untersuchten 28 männliche Cannabisabhängige und 23 nach Demographie gematchte Kontrollprobanden. Die Erfassung der Emotionsregulation erfolgte mittels einer etablierten Reappraisalaufgabe im fMRT, hier msuuten negative Stimuli spontan betrachtet oder durch innere Distanzierung neubewertet werden. Durch subjektive Affektbewertungen im Anschluss wurden die Verhaltensdaten erhoben, die neuronalen Aktivierungen wurden über BOLD-Signal analysiert.
Die Konsumentengruppe zeigte im Vergleich zur Kontrollgruppe einen signifikant geringeren Emotionsregulationserfolg bei der Neubewertung negativer Stimuli. Dieser verminderte Reappraisalerfolg ging mit einer signifikant erhöhten Aktivierung präfrontaler Hirnregionen einher. Hier waren insbesondere der bilateralen anterioren cingulären Cortex (ACC), der rechte mediale superiore Frontalkortex sowie die linke mittlere Frontalregion überaktiviert. Es zeigten sich keine Gruppenunterschieden Während der spontanen Verarbeitung negativer Stimuli, was auf eine weitgehend intakte emotionale Reaktivität bei cannabisabhängigen Personen hindeutet. Das Ausmaß des Cannabis-Cravings hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Emotionsregulationsleistung.

Die Ergebnisse sprechen für eine eingeschränkte Effizienz präfrontaler Kontrollmechanismen bei cannabisabhängigen Personen, welche sich in einer kompensatorischen Überaktivierung frontaler Netzwerke bei gleichzeitig vermindertem Regulationserfolg äußert. Diese Befunde unterstützen die Annahme, dass Cannabisabhängigkeit mit funktionellen Veränderungen der Emotionsregulation verbunden ist und dass diese Veränderungen zur Aufrechterhaltung der Abhängigkeit beitragen könnten.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Emotionsregulation als potenzielles therapeutisches Ziel in der Behandlung von Cannabisabhängigkeit.},

url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/13812}
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