Paños-Willuhn, Joana Léa: Hohe Prävalenz depressiver Symptome und niedriges Gesundheitsempfinden von Senioren mit geringer sozialer Unterstützung in Hausarztpraxen. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-87984
@phdthesis{handle:20.500.11811/13891,
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school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = feb,

note = {Die wissenschaftliche Literatur belegt, dass eine niedrige soziale Unterstützung mit höherer Morbidität und sogar erhöhter Mortalität korreliert. Bei älteren Menschen ist das Risiko einer geringen sozialen Unterstützung aufgrund zunehmender funktioneller Einschränkungen und meist abnehmender sozialer Netzwerke deutlich höher. Angesichts des demographischen Wandels ist dies von besonderer Relevanz und erfordert auch weiterführende Forschungen im hausärztlichen Setting. HÄ spielen eine zentrale Rolle bei der Identifikation und Behandlung dieser Risikogruppen.
Diese Studie untersucht als eine der ersten den Zusammenhang zwischen sozialer Unterstützung und verschiedenen Gesundheitsindikatoren bei Senioren (65 Jahre und älter) mittels dual-data approach, d.h. bevölkerungsrepräsentative Daten (DEGS1) und Daten aus dem hausärztlichen Setting (GPCare-1). In beiden Datensätzen wurden Subgruppen von älteren Personen mit niedriger im Vergleich zu höherer sozialer Unterstützung unter Verwendung univariater und bivariater statistischer Analyseverfahren verglichen. Der DEGS1-Datensatz umfasste 2.049 Senioren. Eine geringe soziale Unterstützung stellte hier ein weitverbreitetes Phänomen dar: 14,6 % der Senioren erhielten nur wenig Unterstützung. Diese Gruppe wies im Vergleich zu Personen mit höherer Unterstützung eine signifikant höhere Prävalenz von schlechter subjektiver Gesundheit (58,6 % vs. 41,8 %) und depressiven Symptomen (16,3 % vs. 5,6 %) auf. Unter den Senioren der GPCare-1-Studie (n = 213 von 813) betrug die Prävalenz von geringer sozialer Unterstützung 18 %. Ähnlich wie im DEGS1-Datensatz hatten diese Patient*innen eine signifikant höhere Prävalenz von depressiven Symptomen (57,1 % vs. 8,3 %, p < 0,001) und berichteten von einer schlechteren subjektiven Gesundheit (63,9 % vs. 39,3 %, p = 0,007) im Vergleich zur Gruppe mit höherer sozialer Unterstützung. Besonders auffällig ist, dass Senioren mit geringer sozialer Unterstützung signifikant seltener angaben, von ihrem Arzt nach persönlichen Belastungen gefragt worden zu sein (45,5 % vs. 63,4 %, p = 0,034).
Diese Erkenntnisse sind von großer Relevanz, da sie einen bisher in der Literatur wenig beachteten Zusammenhang aufzeigen und neue Perspektiven für die ärztliche Betreuung von Senioren mit geringer sozialer Unterstützung eröffnen. Angesichts der wichtigen Rolle, die soziale Unterstützung für die Gesundheit älterer Menschen spielt, vor allem im Kontext des demographischen Wandels, sind effektive Strategien zur Förderung der sozialen Unterstützung für Senioren nötig. Diese sollten insbesondere durch die hausärztliche Versorgung implementiert und begleitet werden.},

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