Richard-Stropahl, Leonie Johanna Sophie: Morbidität durch Harnwegsinfekte nach Nierentransplantation. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88094
@phdthesis{handle:20.500.11811/13903,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88094,
doi: https://doi.org/10.48565/bonndoc-787,
author = {{Leonie Johanna Sophie Richard-Stropahl}},
title = {Morbidität durch Harnwegsinfekte nach Nierentransplantation},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = feb,

note = {Der Harnwegsinfekt (HWI) stellt als häufigste Infektion nach Nierentransplantation (NTx) eine relevante Komplikation dar, welche Einfluss auf die Transplantatfunktion aber auch das Langzeitüberleben der Patient:innen hat. Wissen über den zeitlichen Verlauf mit vulnerablen Phasen, Risikofaktoren und die Therapie der HWI sind entscheidend, um Infektzahlen zu reduzieren und das Transplantatüberleben zu verbessern.
Ziel der retrospektiven Querschnittsstudie war es, die Morbidität durch HWI nach NTx zu quantifizieren. Anhand einer lokalen Kohorte sollten die Inzidenz, nötige Hospitalisierungen, aber auch Risikofaktoren und die zugrundeliegende Mikrobiologie der bakteriellen HWI analysiert werden. Dazu wurden 164 Patient:innen eingeschlossen, die sich im ersten Quartal 2022 in der Transplantationsambulanz des Universitätsklinikums Bonn vorstellten. Daten der Patient:innen mit Schwerpunkt auf das vorherige Dialyseverfahren, Vorerkrankungen und Immunsuppression wurden erfasst. Außerdem wurden alle seit NTx dokumentierten HWI untersucht (n = 730).
70,12 % (n = 115) der Patient:innen erlitten im Untersuchungszeitraum mindestens einen HWI, dabei zeigte sich bei Frauen eine signifikant höhere Harnwegsinfektfrequenz als bei Männern, das galt auch für rezidivierende HWI. Die Auftrittswahrscheinlichkeit entwickelte sich abhängig von der zeitlichen Phase, in der Frühphase (≤ 60 Tage) traten HWI zehnmal häufiger auf als nach über einem Jahr. Damit bestand zwischen Infekten der Früh- und Spätphase ein signifikanter Unterschied in der Auftrittswahrscheinlichkeit (p < 0,0001).
Das Auftreten von HWI zeigte eine negative Korrelation mit dem männlichen Geschlecht (p = 0,0065) sowie der zunehmenden Zeit nach NTx (p < 0,0001). Einliegende Fremdkörper im Transplantat (p = 0,0085) konnten als Risikofaktor bestätigt werden.
Es konnte der Zusammenhang zwischen HWI-Frequenz und der HWI-assoziierten Hospitalisierung (p < 0,0001), aber auch der Gesamthospitalisierung für beide Geschlechter gezeigt werden. Männer wurden dabei häufiger hospitalisiert.
In der mikrobiologischen Untersuchung fand sich eine Dynamik von Auftreten grampositiver Erreger und Mischflora in der Frühphase – diese können mit einliegenden Fremdkörpern assoziiert werden – zu vermehrtem Nachweis gramnegativer Erreger in der Spätphase. Führende Uropathogene waren Enterococcus spp., später Escherichia coli und Klebsiella spp.
Insgesamt konnte mit dieser Studie die Relevanz der HWI nach NTx und die damit einhergehende Morbidität darstellt und bestätigt werden. Die Immunsuppression, der Umgang mit asymptomatischen Bakteriurien und der Einsatz von antibiotischer Therapie sowie therapeutischen Alternativen im Hinblick auf die Resistenzentwicklung beschreiben weitere Schwerpunkte, die im Rahmen großer, multizentrischer Studien weiter untersucht werden müssen.},

url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/13903}
}

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