Friele, Kim Laura: Effektivität und Sicherheit verkürzter antithrombozytärer Therapie nach perkutaner Koronarintervention bei chronischem Koronarsyndrom : Eine monozentrische Propensity Score Matching Analyse. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88619
@phdthesis{handle:20.500.11811/13962,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88619,
author = {{Kim Laura Friele}},
title = {Effektivität und Sicherheit verkürzter antithrombozytärer Therapie nach perkutaner Koronarintervention bei chronischem Koronarsyndrom : Eine monozentrische Propensity Score Matching Analyse},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = mar,

note = {Die koronare Herzkrankheit (KHK) zählt weltweit zu den häufigsten Ursachen für Morbidität und Mortalität. Nach perkutaner Koronarintervention (PCI) mit Stentimplantation wird zur Prävention thrombotischer Komplikationen eine duale Plättchenhemmung (dual antiplatelet therapy, DAPT) empfohlen. Die Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) sehen bei Patient*Innen mit CCS nach PCI eine DAPT-Dauer von sechs Monaten beziehungsweise drei Monaten bei erhöhtem Blutungsrisiko vor. Da Blutungskomplikationen mit einer relevanten Prognoseverschlechterung assoziiert sind, wird zunehmend untersucht, ob verkürzte DAPT-Regimes eine vergleichbare ischämische Sicherheit bei reduziertem Blutungsrisiko bieten können. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Effektivität und Sicherheit eines verkürzten DAPT-Schemas nach PCI bei Patient*Innen mit CCS im klinischen Alltag zu untersuchen. Hierzu wurde eine monozentrische retrospektive Registerstudie am Herzzentrum des Universitätsklinikums Bonn durchgeführt. Eingeschlossen wurden insgesamt 1.780 Patient*Innen mit CCS, die zwischen August 2018 und Mai 2021 eine PCI mit Stentimplantation und anschließender DAPT erhielten. Es wurden zwei Behandlungsstrategien miteinander verglichen: eine leitliniengerechte Standard-DAPT (sechs Monate beziehungsweise drei Monate bei hohem Blutungsrisiko) und ein verkürztes Regime gemäß einer im Mai 2020 eingeführten, klinikinternen Standard Operating Procedure (drei Monate beziehungsweise ein Monat bei hohem Blutungsrisiko). Zur besseren Vergleichbarkeit der Gruppen wurde eine Propensity-Score-Matching-Analyse durchgeführt. Der erste primäre Endpunkt bestand in dem Auftreten ischämischer Ereignisse im Sinne von major adverse cardiac and cerebrovascular events (MACCE), definiert als Myokardinfarkt, ischämischer Schlaganfall, kardialer Tod oder ungeplante Revaskularisation innerhalb von 12 Monaten nach PCI. Als zweiter primärer Endpunkt wurde das Auftreten von Blutungsereignissen gemäß der Bleeding Academic Research Consortium (BARC)-Klassifikation Grad 2–5 analysiert. Die untersuchte Kohorte wies ein medianes Alter von 68 Jahren auf. 70 % der Patient*Innen waren männlich. Kardiovaskuläre Risikofaktoren wie arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus und Hyperlipidämie waren in beiden Gruppen vergleichbar häufig vertreten. Auch hinsichtlich angiographischer Charakteristika und klinischer Risikoscores zeigten sich nach Propensity-Score-Matching keine relevanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Im Verlauf des Follow-Ups nach 3, 6 und 12 Monaten zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der kumulativen Inzidenz ischämischer Ereignisse zwischen der Gruppe mit verkürzter im Vergleich zur Gruppe mit Standard-DAPT. Blutungsereignisse traten unter verkürzter DAPT numerisch seltener auf. In der Subgruppenanalyse zeigte sich ein konsistenter Effekt über alle der untersuchten Subgruppen. Die Ergebnisse dieser auf Real-World-Daten basierenden Arbeit legen nahe, dass ein verkürztes DAPT-Regime nach PCI bei Patient*Innen mit CCS hinsichtlich ischämischer Ereignisse nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden ist. Gleichzeitig kann eine Reduktion von Blutungskomplikationen beobachtet werden. Die vorliegenden Daten unterstützen somit den Ansatz verkürzter antithrombotischer DAPT-Regimes unter Berücksichtigung des individuellen Blutungs- und Ischämierisikos.},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/13962}
}

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