Ilie, Atur: Versorgungsrealität der veno-venösen extrakorporalen Membranoxygenierung beim akuten Lungenversagen in Deutschland : Ergebnisse einer onlinebasierten Umfrage. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88767
@phdthesis{handle:20.500.11811/13977,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88767,
doi: https://doi.org/10.48565/bonndoc-813,
author = {{Atur Ilie}},
title = {Versorgungsrealität der veno-venösen extrakorporalen Membranoxygenierung beim akuten Lungenversagen in Deutschland : Ergebnisse einer onlinebasierten Umfrage},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = mar,

note = {Die veno-venöse extrakorporale Membranoxygenierung (VV ECMO) beschreibt eine apparatives Organunterstützungsverfahren, welches als Lungenersatzverfahren eingesetzt wird. Trotz der zunehmenden Verbreitung dieses Therapieverfahrens existieren national wie international in der klinischen Realität zahlreiche Unterschiede bei der innerklinischen Organisation und Management sowie bei der therapeutischen Durchführung. Einheitliche und allgemeingültige bzw. evidenzbasierte Leitlinien existieren nur ansatzweise und bilden die verschiedenen Dimensionen der ECMO-Therapie in ihrer Ganzheitlichkeit nicht ab.
Bisher gibt es keinerlei umfangreiche Untersuchungen über die tatsächlich praktizierte klinische Realität der gegenwärtigen VV ECMO Versorgung in Deutschland, unter den Gesichtspunkten von therapeutischen Empfehlungen, infrastrukturellen und organisatorischen Aspekten. Ziel dieser Untersuchung ist es, einen Überblick über die gegenwärtige Versorgungsrealität der VV ECMO-Therapie für Deutschland darzustellen, welche u.a. folgende Aspekte der ECMO-Therapie abbilden soll: Infrastruktur und Epidemiologie, Organisation, Transport und Logistik, Monitoring, Antikoagulation, maschinelle Beatmung und spezifische Aspekte der ECMO-Therapie per se.
Die Erkenntnisse dieser Untersuchung können so zu einer möglichen Vereinheitlichung und Etablierung von klinischen Standards bei der ECMO-Therapie beitragen um so die Versorgung dieser kritisch-kranken Patienten zu optimieren.

Material und Methoden: Für die Umfrage wurden mithilfe des DIVI-Intensivregisters die in Deutschland gemeldeten Kliniken mit ECMO-Verfügbarkeit identifiziert. Nach dem Ausschluss von rein herzchirurgischen Zentren erfolgte die Entwicklung eines onlinebasierten Fragebogens, welcher unterschiedliche Dimensionen (Infrastruktur und Epidemiologie, Organisation, Transport und Logistik, Monitoring, Antikoagulation, maschinelle Beatmung und ECMO-Therapie) umfasste und an die jeweils Hauptverantwortlichen der VV ECMO-Therapie per Mail verschickt worden ist. Hier für wurde das Produkt EFS Survey Unipark der Firma (Tivian XI - Unipark EFS Survey) genutzt. Die Datenerhebung erfolgte im Zeitraum vom 12.04.2022 bis 30.06.2022. Im Anschluss daran erfolgte die deskriptive statische Auswertung der Daten mit dem Programm R-Studio.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 143 Kliniken identifiziert, die formal über eine VV ECMO Therapie verfügen. Davon haben 58 Kliniken einen vollständig auswertbaren Datensatz abgegeben (40,6 %). Dabei verfügen die befragten Kliniken insgesamt über 374 ECMO-Konsolen, was > 60% der im DIVI-Register gemeldeten gesamten ECMO-Kapazitäten entspricht (Stand: Juni 2022). Die 58 teilnehmenden Zentren verfügen in Summe über 1.607 Intensivbetten. Der Median beläuft sich auf 21 (IQR 14-36). Die größte Intensivstation gibt dabei eine Bettenanzahl von 96 ICU-Betten an. Die geringste Bettenkapazität liegt bei 10 Betten. Der Median der verfügbaren ECMO-Geräte je Einrichtung liegt bei 5 (IQR 2-9). Der erhobene Maximalwert an ECMO-Konsolen beläuft sich auf 24. Das Minimum an ECMO-Geräten beträgt eins. Der Modalwert liegt bei zwei ECMO-Geräten pro Intensivstation mit 11 Angaben. Beim technischen bettseitigen Management der VV ECMO-Therapie verteilt sich die Zuständigkeit zu den folgenden Anteilen auf die zur Auswahl stehenden Berufsgruppen: ärztlicher Dienst: 38 (65,5 %), pflegerischer Dienst: 15 (25,9 %), Kardiotechniker: 2 (3,4 %), Sonstige: Interdisziplinär Ärzte und Pflege: 3 (5,2 %).
Schlussfolgerungen: Diese Umfrage repräsentiert für Deutschland einen ersten Einblick in die Versorgungsrealität der VV ECMO Therapie beim ARDS dar. Deutlich werden große Unterschiede sowohl bei strukturellen organisatorischen Aspekten, als auch bei der therapeutischen Anwendung. Gerade bei der pflegerischen Betreuung dieser hochkomplexen Intensivpatienten bestehen Unterschiede zwischen medizinisch sinnvollen Verhältnissen und tatsächlich realisierbaren Pflegeschlüsseln. Allerdings zeigen sich auch die leitliniengerechte Umsetzung von Rahmenbedingungen der VV ECMO-Therapie im Bereich des fachlichen Qualifikation des ärztlichen und pflegerischen Personals. Die Ergebnisse dieser Untersuchung können einen Beitrag dazu leisten Impulse für neue wissenschaftliche Fragestellungen zu ebnen und eine Grundlage für die Bestrebungen im Bereich der Reformation des deutschen Gesundheitswesen sein.},

url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/13977}
}

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