Lüftner, Mirko Timon: Kardiale Magnetresonanztomografie bei fokalem Takotsubo-Syndrom : Morphologische und funktionelle Merkmale. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88931
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88931
@phdthesis{handle:20.500.11811/14007,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88931,
author = {{Mirko Timon Lüftner}},
title = {Kardiale Magnetresonanztomografie bei fokalem Takotsubo-Syndrom : Morphologische und funktionelle Merkmale},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = mar,
note = {Das fokale Takotsubo-Syndrom (TTS) ist ein seltenes Krankheitsbild, das sich durch akut einsetzende Wandbewegungsstörungen auszeichnet, die im Gegensatz zu typischen TTS-Varianten nur einen Teil des linken Ventrikels betreffen. Die Diagnose ist meist schwer zu stellen, und die kardiale Magnetresonanztomografie (MRT) spielt dabei eine wesentliche Rolle, da mit ihrer Hilfe eine Abgrenzung zu anderen akuten myokardialen Erkrankungen möglich ist.
Ziel dieser Studie war es, die morphologischen und funktionellen Merkmale des fokalen TTS in der kardialen MRT zu analysieren. Dazu wurden bildgebende sowie klinische Daten von 30 Patient*innen mit der Diagnose eines fokalen TTS, die zwischen 2008 und 2024 am Universitätsklinikum Bonn eine kardiale MRT erhalten haben, retrospektiv analysiert. Die Bilddaten wurden in der Akutsituation sowie zu einem Follow-Up Zeitpunkt auf das Vorliegen von Wandbewegungsstörungen, Myokardödemen und später Kontrastmittelanreicherung (Engl. Late Gadolinium Enhancement, LGE) des linken Ventrikels hin überprüft. Die klinische Präsentation ähnelte mit Brustschmerz in 15/30 Fällen (50 %) und psychischen oder physischen Auslösern in 14/30 Fällen (47 %) stark den typischen TTS-Varianten. Fokale Wandbewegungsstörungen und Myokardödeme wurden in der kardialen MRT bei allen Patient*innen detektiert und waren jeweils in 29/30 Patient*innen (97 %) in dem anterioren Segment des linken Ventrikels lokalisiert, während das inferiore Segment mit Wandbewegungsstörungen in 1/30 Patient*innen (3 %) äußerst selten betroffen war. Bei 4/30 Patient*innen (13 %) zeigte sich in den betroffenen Segmenten zusätzlich eine diffuse LGE-Signalanhebung. Ein Nachweis fokaler Vernarbungen als mögliches Korrelat eines abgelaufenen Myokardinfarktes fand sich in keinem dieser Areale. In den Follow-Up MRT-Daten, die bei 10/30 Patient*innen (33 %) vorlagen, zeigte sich in allen Fällen eine komplette Rückbildung des Myokardödems und die mediane Anzahl der von Wandbewegungsstörungen betroffenen Segmente ging signifikant zurück (3,5 [IQR: 2 - 5,25] Segmente vs. 1 [IQR: 0 - 2] Segment; p = 0,007).
Es konnte somit gezeigt werden, dass das fokale TTS in der kardialen MRT typischerweise durch Wandbewegungsstörungen und Myokardödeme charakterisiert ist, die vorwiegend die anterioren Segmente des linken Ventrikels betreffen. Vor diesem Hintergrund erscheint die alternative Bezeichnung als "anteriores TTS" erwägenswert. Die kardiale MRT ist für die Diagnostik von zentraler Bedeutung, da sie eine präzise Erfassung der kardialen Funktionsstörungen ermöglicht und zugleich eine zuverlässige Abgrenzung gegenüber Differenzialdiagnosen wie der Myokarditis oder dem Myokardinfarkt erlaubt.},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14007}
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Ziel dieser Studie war es, die morphologischen und funktionellen Merkmale des fokalen TTS in der kardialen MRT zu analysieren. Dazu wurden bildgebende sowie klinische Daten von 30 Patient*innen mit der Diagnose eines fokalen TTS, die zwischen 2008 und 2024 am Universitätsklinikum Bonn eine kardiale MRT erhalten haben, retrospektiv analysiert. Die Bilddaten wurden in der Akutsituation sowie zu einem Follow-Up Zeitpunkt auf das Vorliegen von Wandbewegungsstörungen, Myokardödemen und später Kontrastmittelanreicherung (Engl. Late Gadolinium Enhancement, LGE) des linken Ventrikels hin überprüft. Die klinische Präsentation ähnelte mit Brustschmerz in 15/30 Fällen (50 %) und psychischen oder physischen Auslösern in 14/30 Fällen (47 %) stark den typischen TTS-Varianten. Fokale Wandbewegungsstörungen und Myokardödeme wurden in der kardialen MRT bei allen Patient*innen detektiert und waren jeweils in 29/30 Patient*innen (97 %) in dem anterioren Segment des linken Ventrikels lokalisiert, während das inferiore Segment mit Wandbewegungsstörungen in 1/30 Patient*innen (3 %) äußerst selten betroffen war. Bei 4/30 Patient*innen (13 %) zeigte sich in den betroffenen Segmenten zusätzlich eine diffuse LGE-Signalanhebung. Ein Nachweis fokaler Vernarbungen als mögliches Korrelat eines abgelaufenen Myokardinfarktes fand sich in keinem dieser Areale. In den Follow-Up MRT-Daten, die bei 10/30 Patient*innen (33 %) vorlagen, zeigte sich in allen Fällen eine komplette Rückbildung des Myokardödems und die mediane Anzahl der von Wandbewegungsstörungen betroffenen Segmente ging signifikant zurück (3,5 [IQR: 2 - 5,25] Segmente vs. 1 [IQR: 0 - 2] Segment; p = 0,007).
Es konnte somit gezeigt werden, dass das fokale TTS in der kardialen MRT typischerweise durch Wandbewegungsstörungen und Myokardödeme charakterisiert ist, die vorwiegend die anterioren Segmente des linken Ventrikels betreffen. Vor diesem Hintergrund erscheint die alternative Bezeichnung als "anteriores TTS" erwägenswert. Die kardiale MRT ist für die Diagnostik von zentraler Bedeutung, da sie eine präzise Erfassung der kardialen Funktionsstörungen ermöglicht und zugleich eine zuverlässige Abgrenzung gegenüber Differenzialdiagnosen wie der Myokarditis oder dem Myokardinfarkt erlaubt.},
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