Brüggemann, Isabel Maria: Die Rolle des akut-auf-chronischen Leberversagens bei Patienten mit transjugulärem intrahepatischem portosystemischem Shunt. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88953
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88953
@phdthesis{handle:20.500.11811/14021,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88953,
author = {{Isabel Maria Brüggemann}},
title = {Die Rolle des akut-auf-chronischen Leberversagens bei Patienten mit transjugulärem intrahepatischem portosystemischem Shunt},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = mar,
note = {Die Leberzirrhose ist eine klinisch und gesellschaftlich relevante Erkrankung mit hoher Mortalität, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien. Bei der Leberzirrhose kann es zu akuten Dekompensationen kommen, wobei Aszites und die Ösophagusvarizenblutung (ÖVB) die häufigsten Ursachen darstellen. In beiden Fällen kann die Anlage eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS) eine effektive Therapieoption darstellen. Eine TIPS-Anlage verbessert nachweislich die Prognose und hat einen positiven Einfluss auf leberassoziierte Endpunkte, darunter die Entwicklung eines akut-auf-chronischen Leberversagens (ACLF).
Das akut-auf-chronische Leberversagen (ACLF) ist ein eigenständiges Syndrom mit hoher Kurzzeitmortalität bei Patient*innen mit Leberzirrhose.
Die Rolle der TIPS-Anlage in Assoziation mit ACLF ist bisher insbesondere bei Patient*innen mit Aszites und ohne ACLF vor TIPS-Anlage begrenzt und stellt eine klinische Herausforderung dar.
Ziel dieser retrospektiven, monozentrischen Studie war die Untersuchung der ACLF-Entwicklung innerhalb von 90 Tagen nach TIPS-Anlage sowie der Ein-Jahres-Mortalität. Zusätzlich wurden Prädiktoren für beide Endpunkte identifiziert und Unterschiede zwischen Patient*innen mit und ohne präinterventionelles ACLF analysiert. Dabei wurde zwischen den Indikationen Aszites und Ösophagusvarizenblutung (ÖVB) unterschieden, wobei der Fokus auf den Patient*innen mit Aszites lag.
Eingeschlossen wurden Patient*innen mit Leberzirrhose, die zwischen 2012 und 2022 am Universitätsklinikum Bonn eine TIPS-Anlage erhielten. Die Nachbeobachtung erfolgte nach 7, 30, 90 und 365 Tagen. Primärer Endpunkt war das Auftreten eines ACLF innerhalb von 90 Tagen, sekundärer Endpunkt die Ein-Jahres-Mortalität.
Die Analysen unserer Kohorten zeigten, dass das Alter, Serumnatrium, Serumkreatinin sowie eine Nierenfunktionseinschränkung unabhängige Prädiktoren für die Entwicklung eines ACLF nach TIPS-Anlage sind. Diese Ergebnisse stimmen mit bisheriger Evidenz zur Entwicklung von ACLF ohne vorherige TIPS-Anlage überein.
Innerhalb von 90 Tagen entwickelten 20 % der Patient*innen ohne ACLF zur Baseline ein ACLF. Das Neuauftreten eines ACLF war signifikant mit einer erhöhten Mortalität assoziiert.
Bei den Patient*innen mit Aszites und ohne ACLF zur Baseline zeigten insbesondere der MELD- und CLIF-C-AD-Score eine signifikante prognostische Relevanz.
Patient*innen mit Aszites als TIPS-Indikation entwickelten häufiger ein ACLF und wiesen ein schlechteres Outcome auf als Patient*innen mit ÖVB. Insbesondere bei vorbestehendem ACLF war Aszites mit einer ungünstigeren Prognose verbunden.
Zusammenfassend hat das postinterventionelle Neuauftreten eines ACLF einen entscheidenden Einfluss auf die Prognose nach TIPS-Anlage. Nierenfunktion, Alter sowie etablierte Scores sind zentrale Faktoren der Risikostratifizierung. Die Indikation zur TIPS-Anlage sollte daher individuell und unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung gestellt werden, insbesondere bei Patient*innen mit Aszites. Eine Optimierung der Nierenfunktion vor elektiven Eingriffen sowie eine frühere Indikationsstellung einer TIPS-Anlage bei Aszites könnte das Outcome verbessern.},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14021}
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Das akut-auf-chronische Leberversagen (ACLF) ist ein eigenständiges Syndrom mit hoher Kurzzeitmortalität bei Patient*innen mit Leberzirrhose.
Die Rolle der TIPS-Anlage in Assoziation mit ACLF ist bisher insbesondere bei Patient*innen mit Aszites und ohne ACLF vor TIPS-Anlage begrenzt und stellt eine klinische Herausforderung dar.
Ziel dieser retrospektiven, monozentrischen Studie war die Untersuchung der ACLF-Entwicklung innerhalb von 90 Tagen nach TIPS-Anlage sowie der Ein-Jahres-Mortalität. Zusätzlich wurden Prädiktoren für beide Endpunkte identifiziert und Unterschiede zwischen Patient*innen mit und ohne präinterventionelles ACLF analysiert. Dabei wurde zwischen den Indikationen Aszites und Ösophagusvarizenblutung (ÖVB) unterschieden, wobei der Fokus auf den Patient*innen mit Aszites lag.
Eingeschlossen wurden Patient*innen mit Leberzirrhose, die zwischen 2012 und 2022 am Universitätsklinikum Bonn eine TIPS-Anlage erhielten. Die Nachbeobachtung erfolgte nach 7, 30, 90 und 365 Tagen. Primärer Endpunkt war das Auftreten eines ACLF innerhalb von 90 Tagen, sekundärer Endpunkt die Ein-Jahres-Mortalität.
Die Analysen unserer Kohorten zeigten, dass das Alter, Serumnatrium, Serumkreatinin sowie eine Nierenfunktionseinschränkung unabhängige Prädiktoren für die Entwicklung eines ACLF nach TIPS-Anlage sind. Diese Ergebnisse stimmen mit bisheriger Evidenz zur Entwicklung von ACLF ohne vorherige TIPS-Anlage überein.
Innerhalb von 90 Tagen entwickelten 20 % der Patient*innen ohne ACLF zur Baseline ein ACLF. Das Neuauftreten eines ACLF war signifikant mit einer erhöhten Mortalität assoziiert.
Bei den Patient*innen mit Aszites und ohne ACLF zur Baseline zeigten insbesondere der MELD- und CLIF-C-AD-Score eine signifikante prognostische Relevanz.
Patient*innen mit Aszites als TIPS-Indikation entwickelten häufiger ein ACLF und wiesen ein schlechteres Outcome auf als Patient*innen mit ÖVB. Insbesondere bei vorbestehendem ACLF war Aszites mit einer ungünstigeren Prognose verbunden.
Zusammenfassend hat das postinterventionelle Neuauftreten eines ACLF einen entscheidenden Einfluss auf die Prognose nach TIPS-Anlage. Nierenfunktion, Alter sowie etablierte Scores sind zentrale Faktoren der Risikostratifizierung. Die Indikation zur TIPS-Anlage sollte daher individuell und unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung gestellt werden, insbesondere bei Patient*innen mit Aszites. Eine Optimierung der Nierenfunktion vor elektiven Eingriffen sowie eine frühere Indikationsstellung einer TIPS-Anlage bei Aszites könnte das Outcome verbessern.},
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