Heim, Nils: Histologische und Mikro-Computertomographische Untersuchungen an Processus styloidei von Patienten mit Eagle-Syndrom. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-89056
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-89056
@phdthesis{handle:20.500.11811/14037,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-89056,
author = {{Nils Heim}},
title = {Histologische und Mikro-Computertomographische Untersuchungen an Processus styloidei von Patienten mit Eagle-Syndrom},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = mar,
note = {Hintergrund:
Das Eagle-Syndrom ist eine seltene klinische Entität, die durch eine Verlängerung des Processus styloideus (Typ I) oder eine Ossifikation des Ligamentum stylohyoideum (Typ II) gekennzeichnet ist. Die zugrunde liegenden pathogenetischen Mechanismen sowie die mikrostrukturellen Unterschiede beider Subtypen sind bislang unzureichend verstanden.
Methoden:
In zwei komplementären Studien wurden resezierte Gewebeproben von Patienten mit gesichertem Eagle-Syndrom untersucht. Die histologische Analyse umfasste 21 Präparate (Typ I: n = 10; Typ II: n = 11), die mittels standardisierter Färbeverfahren aufgearbeitet wurden. Ergänzend erfolgte eine mikrocomputertomographische (μCT) Untersuchung von zehn Resektaten (Typ I: n = 4; Typ II: n = 6) zur quantitativen Analyse der Knochenarchitektur, Dichteverteilung und Volumenverhältnisse.
Ergebnisse:
Histologisch zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen den Subtypen. Typ I war durch eine ausgeprägte trabekuläre Knochenstruktur, vermehrte subperiostale Knochenapposition und überwiegend lamellären Knochen gekennzeichnet. Typ II hingegen wies eine reduzierte Trabekelstruktur, häufige intraossäre Knorpelinseln sowie Hinweise auf enchondrale Ossifikation und metaplastische Umbauprozesse auf. Die μCT-Analysen bestätigten diese Befunde und zeigten einen signifikant höheren Knochenanteil bei Typ I (74,6 % ± 2,8 %) im Vergleich zu Typ II (57,3 % ± 10,1 %; p = 0,009) sowie eine dichtere Mikroarchitektur bei Typ I. Morphologisch präsentierten sich Typ-I-Strukturen konisch, während Typ-II-Läsionen eine zylindrische Form mit homogener Dicke aufwiesen.
Schlussfolgerung:
Die Ergebnisse belegen, dass es sich bei den beiden Subtypen des Eagle-Syndroms nicht nur um morphologische Varianten, sondern um pathogenetisch unterschiedliche Entitäten handelt. Typ I scheint auf hyperplastischen Knochenumbau zurückzuführen zu sein, während Typ II eine metaplastische Ossifikation ligamentären Ursprungs darstellt. Eine funktionell und histogenetisch basierte Klassifikation könnte die diagnostische Differenzierung, chirurgische Planung und therapeutische Strategie entscheidend verbessern.},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14037}
}
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-89056,
author = {{Nils Heim}},
title = {Histologische und Mikro-Computertomographische Untersuchungen an Processus styloidei von Patienten mit Eagle-Syndrom},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = mar,
note = {Hintergrund:
Das Eagle-Syndrom ist eine seltene klinische Entität, die durch eine Verlängerung des Processus styloideus (Typ I) oder eine Ossifikation des Ligamentum stylohyoideum (Typ II) gekennzeichnet ist. Die zugrunde liegenden pathogenetischen Mechanismen sowie die mikrostrukturellen Unterschiede beider Subtypen sind bislang unzureichend verstanden.
Methoden:
In zwei komplementären Studien wurden resezierte Gewebeproben von Patienten mit gesichertem Eagle-Syndrom untersucht. Die histologische Analyse umfasste 21 Präparate (Typ I: n = 10; Typ II: n = 11), die mittels standardisierter Färbeverfahren aufgearbeitet wurden. Ergänzend erfolgte eine mikrocomputertomographische (μCT) Untersuchung von zehn Resektaten (Typ I: n = 4; Typ II: n = 6) zur quantitativen Analyse der Knochenarchitektur, Dichteverteilung und Volumenverhältnisse.
Ergebnisse:
Histologisch zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen den Subtypen. Typ I war durch eine ausgeprägte trabekuläre Knochenstruktur, vermehrte subperiostale Knochenapposition und überwiegend lamellären Knochen gekennzeichnet. Typ II hingegen wies eine reduzierte Trabekelstruktur, häufige intraossäre Knorpelinseln sowie Hinweise auf enchondrale Ossifikation und metaplastische Umbauprozesse auf. Die μCT-Analysen bestätigten diese Befunde und zeigten einen signifikant höheren Knochenanteil bei Typ I (74,6 % ± 2,8 %) im Vergleich zu Typ II (57,3 % ± 10,1 %; p = 0,009) sowie eine dichtere Mikroarchitektur bei Typ I. Morphologisch präsentierten sich Typ-I-Strukturen konisch, während Typ-II-Läsionen eine zylindrische Form mit homogener Dicke aufwiesen.
Schlussfolgerung:
Die Ergebnisse belegen, dass es sich bei den beiden Subtypen des Eagle-Syndroms nicht nur um morphologische Varianten, sondern um pathogenetisch unterschiedliche Entitäten handelt. Typ I scheint auf hyperplastischen Knochenumbau zurückzuführen zu sein, während Typ II eine metaplastische Ossifikation ligamentären Ursprungs darstellt. Eine funktionell und histogenetisch basierte Klassifikation könnte die diagnostische Differenzierung, chirurgische Planung und therapeutische Strategie entscheidend verbessern.},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14037}
}





