Gerling, Frederike: Geschlechtsspezifische Effekte von Estradiol auf ökonomische Entscheidungen am Beispiel des Ultimatumspiels. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88594
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88594
@phdthesis{handle:20.500.11811/14043,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-88594,
doi: https://doi.org/10.48565/bonndoc-831,
author = {{Frederike Gerling}},
title = {Geschlechtsspezifische Effekte von Estradiol auf ökonomische Entscheidungen am Beispiel des Ultimatumspiels},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = mar,
note = {Der Framing-Effekt beschreibt, dass der Kontext, in welchem Informationen präsentiert werden, Auswirkungen auf das resultierende Verhalten hat. In mehreren Studien fanden sich Hinweise, dass dieser Effekt bei dem Ultimatumspiel (UG), einem experimentellen Spiel zur Erforschung ökonomischer Entscheidungen, bei Männern und Frauen unterschiedlich ausgeprägt ist. Um zu untersuchen, ob Estradiol einen Einfluss auf die Ausprägung des Framing-Effektes im Ultimatumspiel hat, führten wir eine randomisierte, doppel-blinde, placebo-kontrollierte, Parallelgruppen-Studie mit 108 weiblichen und 104 männlichen Proband*innen durch. Hierbei verwendeten wir eine modifizierte Version des UGs, in welchem das Framing aus dem Schaffen einer faireren oder unfaireren Alternative bestand. Ergänzend wurde zur Beurteilung der Impulsivität eine weitere Aufgabe mit dem Namen Delay Discounting (DD) gestellt. Im Vorfeld der zu bearbeitenden Aufgaben wurde den Proband*innen 2 mg Estradiol bzw. Placebo-Gel transdermal verabreicht. Im Ergebnis zeigte sich, dass Frauen in der Placebo-Gruppe ein höheres Ansprechen auf den Framing-Effekt zeigten. In der Estradiol-Gruppe war das Ansprechen auf den Framing-Effekt bei Männern verstärkt und bei Frauen vermindert. Außerdem sahen wir in der Placebo-Gruppe, unabhängig vom Geschlecht, dass Proband*innen, welche glaubten Estradiol bekommen zu haben, mehr unfaire Angebote akzeptierten. Dies entspricht am ehesten einem stereotypen, mit weiblichen Sexualhormonen assoziiertem Verhalten. Bei der DD-Aufgabe zeigte sich kein Effekt der Estradiol-Gabe.
Unsere Ergebnisse liefern Evidenz für einen Einfluss von Östrogenen auf die Ausprägung des Framing-Effektes. Dabei haben, die experimentell induzierten supraphysiologische Estradiolspiegel einen gegenteiligen Effekt bei Frauen und Männern. Unsere Befunde weisen ferner daraufhin, dass Studien zu hormonellen Effekten auf ökonomische Entscheidungen neben dem Geschlecht auch stereotype Erwartungshaltungen im Blick haben sollten.},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14043}
}
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Unsere Ergebnisse liefern Evidenz für einen Einfluss von Östrogenen auf die Ausprägung des Framing-Effektes. Dabei haben, die experimentell induzierten supraphysiologische Estradiolspiegel einen gegenteiligen Effekt bei Frauen und Männern. Unsere Befunde weisen ferner daraufhin, dass Studien zu hormonellen Effekten auf ökonomische Entscheidungen neben dem Geschlecht auch stereotype Erwartungshaltungen im Blick haben sollten.},
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