Wighton-Geiger, Sergej: Einfluss der Anatomie großer Thoraxgefäße auf den Verlauf des Ductus thoracicus bei Patienten mit Fallot-Tetralogie : Eine anatomische MRT-Studie. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-89105
@phdthesis{handle:20.500.11811/14045,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-89105,
doi: https://doi.org/10.48565/bonndoc-832,
author = {{Sergej Wighton-Geiger}},
title = {Einfluss der Anatomie großer Thoraxgefäße auf den Verlauf des Ductus thoracicus bei Patienten mit Fallot-Tetralogie : Eine anatomische MRT-Studie},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = mar,

note = {Es sind Syndrome bekannt, bei denen Fehlbildungen der Blut- und Lymphgefäße gleichzeitig auftreten. Da Patienten mit Herzfehlbildungen oft früh nach Geburt am Herzen operiert werden müssen und der Verlauf des Ductus thoracicus (DT) variabel ist, kann es zu intraoperativen Verletzungen des DT (mit schweren Komplikationen) kommen. Die Fallot-Tetralogie (TOF) ist der häufigste zyanotische Herzfehler und ist mit Varianten der großen Gefäße assoziiert. Die TOF ist daher ein geeignetes Modell, um den Zusammenhang zwischen arterieller / venöser Gefäßanatomie und dem Verlauf des DT zu untersuchen. Bei 105 TOF-Patienten wurden MRT Untersuchungen mit Darstellung des DT und der großen Gefäße retrospektiv ausgewertet. Ein linksseitiger Aortenbogen kam bei 75,2 % der TOF Patienten vor, ein rechtsseitiger bei 24,8 % (Normalbevölkerung 0,05 %). Bei einem linksseitigen Aortenbogen verlief der DT wie in der am häufigsten in der Literatur beschriebenen Variante: rechts der Aorta descendens (87,3 %) und mittig-ventral des Wirbelkörpers (87,3 %) jeweils auf Diaphragma-Höhe; DT-Mündung im linken Venenwinkel (94,9 %). Ein rechtsseitiger Aortenbogen trat bei TOF-Patienten 500fach häufiger auf. Ein rechtsseitiger Aortenbogen war signifikant mit einem aberranten DT verlauf assoziieret: mindestens ein DT-Verlauf links der Aorta (73,1 %), mindestens ein DT-Verlauf rechts der Wirbelkörpermitte (65,4 %); und mindestens eine DT-Einmündung in den rechten Venenwinkel (88,5 %). Seltene Verlaufsvarianten des DT sind bei TOF-Patienten mit rechtsseitigem Aortenbogen häufiger. Dadurch sind seltene Verläufe des DT bei TOF-Patienten häufiger zu erwarten, da ein rechtsseitiger Aortenbogen bei ihnen ca. 500fach häufiger vorkommt. Intraoperativ wird die Lage des DT anhand von anatomischen Landmarken (Aorta, Wirbelsäule, Vena azygos) deduziert, da der DT selbst oft nicht sichtbar ist. Weicht sein Verlauf von der erwarteten Lage ab, kann der DT intraoperativ nicht sicher aufgesucht werden. Das Wissen darüber, dass der DT-Verlauf bei TOF-Patienten mit rechtsseitigem Aortenbogen häufig von den in der Literatur beschriebenen Verläufen abweicht, kann potentiell helfen die OP-Techniken entsprechend anzupassen. Die Anatomie des Aortenbogens kann wesentlich einfacher radiologisch dargestellt werden, als der DT direkt. Die Seite der venösen Einmündung des DT ist wichtig bei zervikalen Eingriffen. Auch hier kann, die Anatomie des Aortenbogens, Hinweise auf die Seite der Einmündung des DT geben. Es gibt Hinweise, dass die Seite der DT-Einmündung stärker mit dem letzten Gefäßabgang aus dem Aortenbogen als mit seiner Seitigkeit assoziiert ist. Dadurch ist insbesondere bei einer A. lusoria auf eine mögliche rechtsseitige DT-Eimündung zu achten. Der Verlauf des DT war bei TOF Patienten nicht mit Varianten der Vena cava assoziiert. Aus embryologischen Studien und dem Tiermodell liegen Hinweise vor, dass die Lymphgefäße zwar aus den Venen ausknospen, sich allerdings entlang der Arterien ausbreiten. Diese Befunde sind gut mit den vorliegenden Ergebnissen vereinbar.},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14045}
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