Müller, Gernot Michael; Müller, Jörn: Abschlussbericht über das DFG-Forschungsprojekt "Ciceros Tusculanae disputationes und sein Projekt einer römischen Philosophie".
Online-Ausgabe in bonndoc: https://hdl.handle.net/20.500.11811/14055
@misc{handle:20.500.11811/14055,
author = {{Gernot Michael Müller} and {Jörn Müller}},
title = {Abschlussbericht über das DFG-Forschungsprojekt "Ciceros Tusculanae disputationes und sein Projekt einer römischen Philosophie"},
publisher = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Abteilung für Griechische und Lateinische Philologie, Lehrstuhl für Klassische Philologie/Latinistik},
year = 2026,
month = mar,

note = {Das Projekt widmete sich der inhaltlichen Erforschung und Erschließung des Konzepts einer genuin römischen Philosophie im Werk von Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.) auf interdisziplinärer Basis durch eine Kooperation zwischen Klassischer Philologie und Philosophie. Der Zugriff erfolgte dabei exemplarisch, in Gestalt einer umfangreichen Kommentierung des fünften Buchs der Tusculanae Disputationes, das Cicero selbst als den Höhepunkt seines philosophischen Schrifttums auswies und in dem die für die antike Philosophie in toto zentrale Fragestellung zur Diskussion steht, ob die Tugend allein für das glückliche Leben ausreicht (die sog. Suffizienzthese). Der Kommentar zielt darauf ab, einen substantiellen Beitrag zu zwei in der bisherigen Forschung kontrovers diskutierten und immer noch offenen Fragen zu leisten: (1) Was zeichnet Cicero als Philosophen aus? (2) Und wie versucht er, die über lange Zeit hinweg auf den griechischen Kulturraum konzentrierte Philosophie in Rom heimisch zu machen?
Die zur Beantwortung dieser Fragen konzipierte Buchpublikation, die auf einer langjährigen Kooperation zwischen den beiden Projektleitern und ihren Mitarbeitern fußt, umfasst dabei neben einem lemmatisch organisierten Kommentarteil auch einen kritisch durchgesehenen lateinischen Text, eine neue Übersetzung sowie insgesamt fünf längere interpretative Essays, die sich zentralen übergreifenden Fragestellungen des fünften Tusculanenbuchs widmen und dieses auch noch in größeren werkimmanenten und kulturhistorischen Zusammenhängen verorten. Der Unterschied zu herkömmlichen Kommentaren, die sich meist auf Hinweise und 3 Hintergründe beschränken, die dem unmittelbaren Verständnis des Textes durch die Leserschaft dienen sollen, besteht dabei in der ambitionierten inhaltlichen Interpretationsabsicht: Es wird in detaillierten Analysen aufgewiesen, wie Cicero sich in höchst subtiler Weise verschiedener literarischer und philosophischer Argumentationsmuster bedient, um für die Unterstützung der Suffizienzthese ein Maximum an Überzeugungskraft zu kreieren. Der dezidiert interdisziplinäre Zugriff rückt dabei in den Fokus, wie insbesondere das Ineinandergreifen von philosophischer Argumentation und rhetorischer Präsentation im Gewand des Dialogs eine methodisch vielschichtige Persuasivität generiert, was Cicero zugleich – gegen viele in der Forschung immer noch kursierende negative Urteile – als einen innovativen Denker und Schriftsteller sichtbar werden lässt.},

url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14055}
}

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