Reitz, Claudia: Gesetz und Lebenswirklichkeit im antiken Athen : Eine rechtshistorische Analyse der 41. Rede des Demosthenes. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-90284
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-90284
@phdthesis{handle:20.500.11811/14175,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-90284,
author = {{Claudia Reitz}},
title = {Gesetz und Lebenswirklichkeit im antiken Athen : Eine rechtshistorische Analyse der 41. Rede des Demosthenes},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = may,
note = {Diese Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen kodifiziertem Recht und informellen gesellschaftlichen Normen in der 41. Rede des Demosthenes. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass attische Gerichtsreden des 4. Jhds. v. Chr. wiederholt Spannungen zwischen gesetzlichen Regelungen und sozialer Praxis erkennen lassen. Ziel ist es, diese Abweichungen sowie die ihnen zugrunde liegenden sozialen Mechanismen zu analysieren.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem athenischen Gerichtsverfahren, das im Kontext von Ehre und sozialem Status als sozialer Wettkampf verstanden werden kann. Die Analyse der Spudias-Rede zeigt, dass der Kläger gezielt seine Selbstdarstellung nutzt, um die Richter zu beeinflussen. Darüber hinaus untersucht die Arbeit das attische Erbrecht, die Mitgiftpraxis sowie die Rolle von Frauen im wirtschaftlichen und rechtlichen Leben Athens. Dabei wird deutlich, dass gesetzliche Regelungen häufig durch flexible gesellschaftliche Praktiken ergänzt oder umgangen wurden. Besonders innerhalb des οἶκος bestanden informelle Normbereiche, die Frauen größere Handlungsspielräume ermöglichten.
Ein Vergleich mit den Komödien des Menander zeigt, dass viele dieser Entwicklungen auch gegen Ende des 4. Jhds. v. Chr. fortbestanden. Insgesamt kommt die Arbeit zu dem Ergebnis, dass im klassischen Athen mehrere Normsysteme parallel existierten und die beobachtbaren Abweichungen vom Gesetz Ausdruck eines umfassenderen sozialen und rechtlichen Wandels waren.},
url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14175}
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urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-90284,
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Ein Schwerpunkt liegt auf dem athenischen Gerichtsverfahren, das im Kontext von Ehre und sozialem Status als sozialer Wettkampf verstanden werden kann. Die Analyse der Spudias-Rede zeigt, dass der Kläger gezielt seine Selbstdarstellung nutzt, um die Richter zu beeinflussen. Darüber hinaus untersucht die Arbeit das attische Erbrecht, die Mitgiftpraxis sowie die Rolle von Frauen im wirtschaftlichen und rechtlichen Leben Athens. Dabei wird deutlich, dass gesetzliche Regelungen häufig durch flexible gesellschaftliche Praktiken ergänzt oder umgangen wurden. Besonders innerhalb des οἶκος bestanden informelle Normbereiche, die Frauen größere Handlungsspielräume ermöglichten.
Ein Vergleich mit den Komödien des Menander zeigt, dass viele dieser Entwicklungen auch gegen Ende des 4. Jhds. v. Chr. fortbestanden. Insgesamt kommt die Arbeit zu dem Ergebnis, dass im klassischen Athen mehrere Normsysteme parallel existierten und die beobachtbaren Abweichungen vom Gesetz Ausdruck eines umfassenderen sozialen und rechtlichen Wandels waren.},
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