Lüsebrink, Marcel: Einfluss des Tauwurms (Lumbricus terrestris L.) auf Quantität und Qualität von Bioporen in Ackerböden: Strategien zur Maximierung positiver Effekte des mehrjährigen Futterbaus. - Bonn, 2026. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-90397
@phdthesis{handle:20.500.11811/14199,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-90397,
doi: https://doi.org/10.48565/bonndoc-879,
author = {{Marcel Lüsebrink}},
title = {Einfluss des Tauwurms (Lumbricus terrestris L.) auf Quantität und Qualität von Bioporen in Ackerböden: Strategien zur Maximierung positiver Effekte des mehrjährigen Futterbaus},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2026,
month = jun,

note = {In den Jahren 2011, 2013, 2014 und 2015 wurden auf einem tiefgründigen Lösslehm (Campus Klein-Altendorf, Universität Bonn) Feldversuche zur Bioporengenese und Mortalität von Lumbricus terrestris nach einer Bodenbearbeitung durchgeführt. Ergänzend wurden Gefäßversuche angelegt, um die Grabegeschwindigkeit der Tauwürmer bei unterschiedlichen Bodenbedingungen und die Biomasseentwicklung bei unterschiedlichen Nahrungsangeboten zu bestimmen. Oberziel der Arbeit war es, die natürlichen Prozesse in Bezug auf die Bioporengenese und Mehrung der Bodenfruchtbarkeit durch L. terrestris zu quantifizieren. Im Hinblick auf eine maximale Perforation des Unterbodens durch Bioporen mit hoher Qualität der Drilosphäre innerhalb eines mehrjährigen Fruchtfolgefeldes wurden zwei Strategien verfolgt. Zum einen sollte eine möglichst hohe Ausgangspopulation zu Beginn der Bodenruhe erhalten werden ohne die Intensität der Bodenbearbeitung zu reduzieren. Zum anderen sollte ein mehrjähriges Fruchtfolgefeld gefunden werden, welches sowohl das Wachstum der Tauwurmpopulation fördert als auch die Grundlage für eine nährstoffreiche Drilosphäre bietet.
Durch eine Bodenbearbeitung freigelegte oder natürlich abgewanderte Tauwürmer müssen umgehend eine neue Wohnröhre für sich erschließen, um den Gefahren an der Bodenoberfläche zu entgehen. Im Versuch hatten neu angelegte Bioporen bei gering komprimierten (1,3 g * cm-3) Böden eine nahezu vertikale Ausrichtung. Unmittelbar oberhalb des stärker komprimierten (>1,55 g * cm-3) Unterbodens wurde jedoch eine zunehmend horizontale Porenausrichtung beobachtet. Ab der Ebene zwischen Ober- und Unterboden besiedelte Lumbricus terrestris in allen Versuchsjahren bevorzugt Altporen wieder, um tiefer in den Bodenkörper einzudringen. Im Mittel der Versuchsjahre waren es 38 % der Tauwürmer, die eine neue Pore im Unterboden anlegten. Tauwürmer, die durch eine Bodenbearbeitung verschüttet wurden, benötigten mit zunehmender Höhe der Überdeckung (= Bearbeitungstiefe) mehr Zeit, um einen erneuten Zugang zur Bodenoberfläche anzulegen. Durch die Gefäßversuche wurde statistisch belegt, dass L. terrestris mit sinkender Feuchtigkeit und zunehmender Lagerungsdichte der aufliegenden Bodenschicht mehr Zeit für die Porenneuanlage zur Bodenoberfläche benötigt. In Freilandversuchen kam es ab einer Bodenauflage von 20 cm zu Ausfällen unter den Tauwürmern; dabei stieg die Mortalitätsrate mit zunehmender Auflagehöhe.
Die vertikalen Bewegungen der Tauwürmer wurden in einem artifiziellen Versuchsaufbau aufgezeichnet. Dabei lag die bevorzugte Aufenthaltstiefe der Tauwürmer unterhalb des vom Pflug beeinflussten Bereichs (unterhalb 30 cm Bodentiefe). Lediglich zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden gab es eine erhöhte Aktivität einzelner Tauwürmer im Bereich von 0 bis 30 cm.
Bodenanalysen der Versuchsanlage in Klein-Altendorf ergaben, dass im Vergleich zum umliegenden Boden C, N, P, S und Ca in der Drilosphäre in signifikant erhöhten Gehalten vorlagen. Ein Gefäßversuch belegte, dass die Intensität der Nährstoffanreicherung auch vom Nahrungsangebot abhängt. Zudem wurde die Biomasseentwicklung der Tauwürmer durch das Nahrungsangebot beeinflusst. In den Nahrungsversuchen erwies sich Wegwarte bezüglich des Biomassezuwachses der Tauwürmer und der Nährstoffanreicherung in der Drilosphäre als die günstigste der vier untersuchten Varianten. Bei einem abwechslungsreichen Nahrungsangebot nahm L. terrestris jedoch nicht bevorzugt Wegwarte auf. Präferiert wurde Weizenstroh, welches als einzige Nahrungsvariante im Test eine Biomassereduktion der Tauwürmer zur Folge hatte.},

url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/14199}
}

The following license files are associated with this item:

InCopyright