Wegener, Ingo: Soziale Kategorien im situativen Kontext : Kognitive Flexibilität bei der Personenwahrnehmung. - Bonn, 2000. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-02285
@phdthesis{handle:20.500.11811/1670,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-02285,
author = {{Ingo Wegener}},
title = {Soziale Kategorien im situativen Kontext : Kognitive Flexibilität bei der Personenwahrnehmung},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2000,
note = {Nach dem AccessibilityXFit-Ansatz von Oakes (1987) wird die Salienz sozialer Kategorien durch die Zugänglichkeit (accessibility) der Kategorie und die Passung (fit) bestimmt. Unter Zugänglichkeit wird dabei die Leichtigkeit verstanden, mit der eine Kategorie kognitiv aktiviert werden kann, während Passung durch die Unterschiede der Mitglieder innerhalb einer sozialen Kategorie im Verhältnis zu den Unterschieden zu Mitgliedern anderer Kategorien determiniert ist. Hohe Passung liegt vor, wenn nur geringe Unterschiede innerhalb der Kategorien exisitieren, die Unterschiede zu Personen außerhalb dieser Kategorien jedoch groß sind. Zur Überprüfung dieses Ansatzes wurden fünf Experimente im „Who said what?“-Paradigma (Taylor, Fiske, Etcoff & Ruderman, 1978) durchgeführt. Die Versuchspersonen hatten im Anschluß an die Beobachtung einer Gruppendiskussion die vorgekommenen Aussagen sowie Distraktoren den beteiligten Sprechern zuzuordnen. Die Auswertung der resultierenden Daten mit Hilfe eines multinomialen Modells (Klauer & Wegener, 1998) macht es möglich, die involvierten kognitiven Prozesse getrennt zu erfassen.
In den ersten drei Experimenten wurde die Passung manipuliert, indem die Kovariation zwischen den sozialen Kategorien und den Einstellungen der Kategoriemitglieder variiert wurde. Durch ein Vorexperiment war sichergestellt, daß die in den einzelnen Experimenten verwendeten Kategorien sich hinsichtlich ihrer Zugänglichkeit unterschieden. Mit zunehmender Passung stiegen sowohl Kategoriegedächtnis als auch Personengedächtnis an. Es war zudem eine deutliche Ratetendenz zu beobachten: Die Aussagen einer gegebenen Einstellungsposition wurden unter Unsicherheit häufiger den Sprechern derjenigen sozialen Kategorie zugeordnet, deren Mitglieder in der Gruppendiskussion die Mehrzahl der Aussagen dieser Einstellungsposition gemacht hatten. Über die drei Experimente hinweg zeigte sich mit zunehmender Zugänglichkeit ebenfalls ein besseres Kategoriegedächtnis sowie eine extremere Antworttendenz. Diese Ergebnisse stützen den AccessibilityXFit-Ansatz von Oakes (1987, 1996) und führen zu einer Ausdifferenzierung der beiteiligten Konzepte. Die Salienz sozialer Kategorien hängt von deren Zugänglichkeit und Passung ab und hat deutliche Auswirkungen auf die Informationsaufnahme sowie die Rekonstruktion sozialer Situationen. Besonders die hier nachgewiesene große Bedeutung von kategoriebasierten Rateprozessen beim Abruf sozialer Situationen aus dem Gedächtnis scheint in der Theoriebildung stark unterschätzt zu sein. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen darüber hinaus, daß eine Reihe von Experimenten, die im „Who said what?“-Paradigma durchgeführt wurden, aufgrund von Zweideutigkeiten der abhängigen Variablen bei zugrundeliegender Passung nicht in herkömmlicher Weise interpretierbar sind.
In zwei weiteren Experimenten der vorliegenden Arbeit konnte gezeigt werden, daß die Kategoriesalienz nicht, wie im AccessibilityXFit-Ansatz von Oakes (1987, 1996) postuliert, durch das mathematische Produkt von Zugänglichkeit und Passung bestimmt ist. Zugleich demonstrieren diese Experimente die funktionale Bedeutung sozialer Kategorien bei der Informationsverarbeitung, da selbst sinnlose Silben auf der Basis sozialer Kategorien verarbeitet wurden.
Die Ergebnisse dieser letzten beiden Experimente zeigen die Grenzen des AccessibilityXFit-Ansatzes von Oakes (1987) auf. Die grundlegende Relevanz der Konzepte Zugänglichkeit, Passung und Kategoriesalienz für die Informationsverarbeitung in sozialen Situationen wird durch die Ergebnisse der ersten drei Experimente jedoch unterstrichen.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/1670}
}

Die folgenden Nutzungsbestimmungen sind mit dieser Ressource verbunden:

InCopyright