Beck, Christian Lukas: Einfluss von Fungiziden auf die Ertragsphysiologie von Weizen. - Bonn, 2005. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-05371
@phdthesis{handle:20.500.11811/2180,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-05371,
author = {{Christian Lukas Beck}},
title = {Einfluss von Fungiziden auf die Ertragsphysiologie von Weizen},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2005,
note = {Für Fungizide aus der Gruppe der Strobilurine ist neben der Ertragswirkung durch Ausschalten der Pathogene auch eine Steigerung des Ertrags durch direkten Einfluss auf den Metabolismus der Pflanzen beschrieben. Indikatoren dafür sind der Erhalt der grünen Blattfläche und die photosynthetische Aktivität der Pflanzen, die anhand der Elektronentransportrate des Photosyntheseapparates und des Gaswechsels der Pflanzen erfasst werden kann. Trotz des gleichen Wirkungsprinzips unterscheiden sich die physikalisch-chemischen Eigenschaften der verschiedenen Strobilurine voneinander, z. B. hinsichtlich der Aufnahme in das Blatt, der Verteilung und Mobilität im Blatt sowie der Umverteilung über die Dampfphase.
In Freilanduntersuchungen sowie unter kontrollierten Bedingungen wurde die Wirkung von Strobilurinen (Azoxystrobin, Fluoxastrobin, Kresoxim-methyl, Picoxystrobin, Pyraclostrobin, und Trifloxystrobin) auf die Photosynthese und den Kornertrag von Weizen mit der von Azolhaltigen Präparaten verglichen. Durch mehrmalige Applikation wurden die Pflanzen der Fungizidvarianten befallsfrei gehalten, um Einflüsse eines Pathogenbefalls auf ertragsphysiologisch relevante Parameter auszuschließen. Alle Strobilurine beeinflussten die Stoffwechselaktivität der Pflanzen (z.B. erhöhte CO2-Aufnahme) - verglichen mit unbehandelten und Azol-behandelten Pflanzen - bereits vor Beginn der Seneszenz positiv und letztlich auch den Ertrag.
Die Auswirkungen verschiedener Fungizidbehandlungen auf den Krankheitsbefall, physiologische Parameter der Ertragsbildung sowie auf den Flächenertrag von Winterweizen wurden in mehreren Vegetationsperioden an Standorten in Nordrhein-Westfalen untersucht. Dazu wurden Weizensorten, die sich in Krankheitsanfälligkeit, Ertragspotential und Kornqualität unterschieden, ausgesucht. Weder das Ertragspotential noch die Krankheitsanfälligkeit der Sorten waren mit dem Mehrertrag durch Strobilurine korreliert. Ein Zusammenhang zwischen dem standortabhängigen Ertragsniveau und den Mehrerträgen durch Strobilurine konnte nicht festgestellt werden. Weiterhin zeigten auch die Applikationsmenge und der Applikationszeitpunkt - im Bereich der empfohlenen Aufwandmengen und Applikationszeitraumes - keinen messbaren Einfluss auf die physiologischen Parameter der Ertragsbildung.
Dagegen modifizierten Umweltbedingungen und Genotyp die Strobilurin-bedingten Ertragszuwächse. Sorten, die ein genetisch bedingtes niedrigeres Tausendkorngewicht (TKG) und eine höhere Anzahl von Körnern pro Ähre aufweisen, reagierten zum Teil mit signifikant höheren Strobilurin-bedingten Mehrerträgen. Ungünstigere Umweltbedingungen konnten von Strobilurin-behandelten Pflanzen bis zu einem gewissen Grad besser kompensiert werden. Bei einsetzendem Trockenstress ging die CO2 -Aufnahme zurück, hatte aber bei Strobilurin-behandelten Pflanzen immer ein höheres Niveau als bei Azolbehandelten Pflanzen. Messungen der C12/C13-Isotopensignatur bestätigten den Einfluss des Trockenstresses und der Fungizidbehandlungen auf die C-Assimilation, die sich letzlich im Korn widerfindet. Strobilurin-haltige Fungizide lösten eine permanente Aktivierung des Stoffwechsels der Pflanzen aus, die auch durch einen kurzzeitigen Wassermangel nicht wieder aufgehoben wurde.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/2180}
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