Klöckner, Gerlinde: Infektionskrankheiten – Aspekte der Meldepflicht : Ein Beitrag zur Erfassung von Infektionskrankheiten durch die Arztmeldepflicht unter besonderer Berücksichtigung einer vergleichenden Befragung von Ärzten der Region Bonn/ Rhein-Sieg in Deutschland und der Region Sundsvall/ Västernorrland in Schweden. - Bonn, 2005. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5M-06225
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school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2005,
note = {Einleitung – Ziel der Arbeit: Die systematische Vorbeugung und Kontrolle von Infektionen erfordert deren epidemiologische Einschätzbarkeit. Ein wesentliches Instrument zur Erfassung, besonders schwerer oder seuchengefährlicher Infektionen, ist die Arztmeldepflicht. Zwar ist mangelnde Motivation der Ärzte als eine der Ursachen für das Unterlassen von Meldungen beschrieben, doch wurde bislang wenig auf die Hintergründe dieses Motivationsdefizits eingegangen. Diese Arbeit untersucht vergleichend den Umgang deutscher und schwedischer Ärzte mit der Arztmeldepflicht. Bei ähnlichen sozioökonischen und medizinischen Bedingungen in Deutschland und Schweden bestehen wesentliche Unterschiede einerseits in der Organisation der ambulanten hausärztlichen Versorgung, andererseits der Anzahl der meldepflichtigen Krankheitsbilder und damit Häufigkeit des Meldens. Dies erlaubt die Untersuchung der Auswirkungen von wirtschaftlichem Leistungsdruck, Routine im Umgang mit der Meldepflicht und Verfügbarkeit von Informationen auf die Akzeptanz der Meldepflicht.
Methodik: Je 40 Ärzte (Krankenhausärzte/ hausärztliche Versorgung) in Deutschland und Schweden wurden persönlich befragt.
Ergebnisse der Befragung: 53% der deutschen, aber nur 13% der schwedischen Ärzte hatten noch nie selber eine Infektion gemeldet. Bei Unsicherheit über meldepflichtige Infektionen bevorzugten schwedische Ärzte das Nachschlagen im sogenannten Infektionsschutzhandbuch, deutsche Ärzte fragten häufiger Kollegen oder nahmen Kontakt zum Gesundheitsamt auf. Als möglicher Grund für unterlassene Meldungen wurde zwar das Vergessen insgesamt als der wichtigste Faktor bewertet, deutsche Ärzte allerdings bewerteten im Krankenhaus „fehlende Routine“ und in der ambulanten Versorgung „Unsicherheit, ob Infektion meldepflichtig“ als noch wichtiger. Sowohl in Deutschland als auch in Schweden schätzten Ärzte die Meldequote im allgemeinen wesentlich niedriger ein als ihre eigene. Regelmässige Fortbildungen und besseres Feedback der Gesundheitsbehörden könnten am meisten zur besseren Umsetzung der Meldepflicht beitragen, lediglich die deutschen Krankenhausärzte bewerteten das Delegieren der Meldung noch höher. Die Einsatzbereitschaft des Öffentlichen Gesundheitswesens im Falle von Seuchen oder bioterroristischen Anschlägen wurde von 50% der deutschen Ärzte als ungenügend bewertet, während 50% der schwedischen Ärzte dies nicht abschätzen konnten.
Diskussion und Perspektiven: Bereits im Medizinstudium sollte der Unterricht in Hygiene, Mikrobiologie und Infektiologie sowie Grundzügen der Epidemiologie intensiviert werden. Der prinzipiellen Bereitschaft der Ärzte, zeitnah, fehlerfrei und vollständig zu melden, sollte das Surveillancesystem durch größtmögliche Einfachheit entgegenkommen. Elektronische Bearbeitungsmethoden sollten weiterentwickelt und genutzt werden. Wesentliche Informationen zum Umgang mit Infektionen sollten für die Ärzte im klinischen Alltag einfacher auffindbar sein. Die Motivation, der Meldepflicht Folge zu leisten, ist effektiv steigerbar mit gezielter Rückkopplung an den meldenden Arzt.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/2221}
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