Krengel, Ulf: Strukturelle Blasenveränderungen bei neurogenen Blasenfunktionsstörungen nach Therapie mit Botulinumtoxin Typ A. - Bonn, 2006. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5M-06893
@phdthesis{handle:20.500.11811/2401,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5M-06893,
author = {{Ulf Krengel}},
title = {Strukturelle Blasenveränderungen bei neurogenen Blasenfunktionsstörungen nach Therapie mit Botulinumtoxin Typ A},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2006,
note = {In dieser Arbeit wurde die Ultrastruktur des Detrusors von Patienten mit einer neurogenen Blasenfunktionsstörung und Detrusorhyperaktivität vor und nach Botulinumtoxin Typ A Injektion mittels Elektronenmikroskopie untersucht. Ferner wurde die klinische Wirksamkeit dieser Therapiemethode durch urodynamische Messungen ermittelt.
Es wurden 30 Proben von 24 Patienten mit neurogener Detrusorüberaktivität gewonnen. Die Patienten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei in Gruppe I 13 Proben vor und in Gruppe II sechs Proben innerhalb von drei Monaten nach Injektion und elf Proben bei nachlassender Wirkung des Botulinumtoxin Typ A untersucht wurden. Die Proben wurden anhand standardisierter Methoden aufgearbeitet und von zwei unabhängigen qualifizierten Untersuchern ohne vorherige Kenntnis der Gruppenzugehörigkeit ausgewertet. Ferner wurden alle Patienten vor und nach der Injektion videourodynamisch anhand der Standards der ICS untersucht.
Die urodynamische Auswertung zeigte einen signifikanten Anstieg der Blasenkapazität (p=0.003) und eine signifikante Abnahme des maximalen Detrusordruckes (p=0.001). Die Detrusorcompliance veränderte sich nicht signifikant vor und nach Injektion. Fünf Patienten zeigten keine klinische Besserung, wobei drei dieser Patienten bereits vor Injektion eine stark eingeschränkte Detrusorcompliance hatten. Ultrastrukturell konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede im Bezug auf Muskelfaszikelstruktur (p=0.445), interzelluläre Abstände (p=0.482) und Art sowie Anzahl der Muskelzellverbindungen (p=0.443) zwischen beiden Gruppen festgestellt werden. In Gruppe I zeigten im Mittel 70% in Gruppe II im Mittel 66% der untersuchten Axonenkolben degenerative Veränderungen, wobei es ebenfalls keinen statistisch signifikant Unterschied gab (p=0.840). Von 309 untersuchten Axonen aus beiden Gruppen konnten ein Axon aus Gruppe I und drei Axone aus der Gruppe II als knospende Axone identifiziert werden (p=0.728). In beiden Gruppen konnte nur eine begrenzte Anzahl an kollagenen Ablagerungen innerhalb des Interstitiums beobachtet werden.
Die Studie bestätigt die klinische und urodynamische Wirksamkeit von Botulinumtoxin Typ A Injektionen zur Therapie der Detrusorüberaktivität bei Patienten mit neurogener Blasenfunktionsstörung. Es wurden keine ultrastrukturellen neuromuskulären Unterschiede vor und nach Botulinumtoxin Typ A Injektion festgestellt. Auch wurde die in vorherigen Studien von Patienten mit neurogener Detrusorüberaktivität als typisch beschriebene ausgeprägte axonale Degeneration nachgewiesen. Im Gegensatz zu an quergestreifter Muskulatur durchgeführten Studien konnte nur eine stark eingeschränkte axonale Aussprossung beobachtet werden. Dies impliziert entweder einen pathophysiologischen Unterschied zwischen glatter und quergestreifter Muskulatur oder aber zwischen verschiedenartigen Krankheitsbildern im Hinblick auf Botulinumtoxin Typ A Injektionen.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/2401}
}

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