Plitzko, Eva: P300 und Mismatch Negativity bei erhöhtem Psychoserisiko : Untersuchungen an so genannten früh- und spätprodromalen Patienten. - Bonn, 2006. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-07008
@phdthesis{handle:20.500.11811/2454,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-07008,
author = {{Eva Plitzko}},
title = {P300 und Mismatch Negativity bei erhöhtem Psychoserisiko : Untersuchungen an so genannten früh- und spätprodromalen Patienten},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2006,
note = {Eine Vielzahl von Befunden, beispielsweise neuroanatomische, neuropsychologische und neurophysiologische Auffälligkeiten, weisen darauf hin, dass es sich bei der Schizophrenie um eine Hirnerkrankung handelt. Die Erkrankung führt zu deutlichen funktionalen Einschränkungen und zieht häufig gravierende soziale Folgen nach sich. In der Mehrzahl der Fälle geht der manifesten Psychose eine längere prodromale Phase voraus. Die Dauer der unbehandelten Erkrankung ist dabei ein ungünstiger Prädiktor für den weiteren Krankheitsverlauf. Ziel zahlreicher Forschungsansätze ist es daher, Personen schon im Prodromalstadium zu identifizieren, um frühzeitig intervenieren zu können. Da die Prodromalsymptome selbst häufig unspezifisch sind, sucht man nach spezifischeren, gut messbaren biologischen Risikoindikatoren. Dabei gelten elektrophysiologische Auffälligkeiten, insbesondere bei ereigniskorrelierten Potentialen, als viel versprechende Vulnerabilitätsmarker; bei schizophrenen Patienten und gesunden Angehörigen konnten mehrfach Defizite in diesen Paradigmen nachgewiesen werden. In der vorliegenden Studie wurden im Rahmen des Kompetenznetzes Schizophrenie, einer multizentrischen Studie, zwei ereigniskorrelierte Potentiale bei so genannten früh- und spätprodromalen Patienten untersucht. Die auditorische P300 und die Mismatch Negativity (MMN) wurden in getrennten Oddball-Paradigmen an 140 Probanden erhoben. Die Stichprobe setzte sich zusammen aus 50 "frühprodromalen" Patienten, 50 "spätprodromalen" Patienten und 40 gesunden Kontrollen. Die frühprodromale Gruppe umfasste Probanden mit erhöhtem biologischen Psychoserisiko, verbunden mit einer generellen Funktionsminderung, und/oder Personen mit diskreten kognitiven Störungen (Basisstörungen). In die spätprodromale Gruppe wurden Probanden mit attenuierten psychotischen Symptomen und/oder BLIPS (kurzen, begrenzten oder intermittierenden psychotischen Symptomen) eingeschlossen. In der frühprodromalen Gruppe und in eingeschränktem Umfang auch in der spätprodromalen Gruppe konnte eine reduzierte linkstemporale P300-Amplitude im Vergleich zur Kontrollgruppe nachgewiesen werden. Bei den Spätprodromalen zeigte sich darüber hinaus eine veränderte Lateralisierung in Form einer signifikanten Interaktion "Hemisphäre x Gruppe": Während die spätprodromale Gruppe eher rechtstemporal höhere Amplituden aufwies als linkstemporal, lagen in der Kontrollgruppe die Amplituden eher links höher als rechts. An den Mittellinien-Elektroden gab es dagegen keine signifikanten Amplitudendefizite in den Prodromalgruppen. P300-Latenzverzögerungen konnten bei beiden Prodromalgruppen ebenfalls nicht nachgewiesen werden. Die MMN-Amplitude bei Duration Deviants (Tönen, die in der Dauer vom Standardton abweichen) fiel in beiden prodromalen Gruppen signifikant kleiner aus als in der Kontrollgruppe. In Bezug auf die MMN-Amplitude bei Frequency Deviants (Tönen, die in der Tonhöhe abweichen) gab es dagegen keine signifikanten Gruppenunterschiede. In dieser Studie konnten damit erstmals an großen Stichproben signifikante P300- und MMN-Amplitudendefizite bei früh- und spätprodromalen Patienten nachgewiesen werden. Erste, explorativ ausgewertete Daten zu den klinischen Verläufen der untersuchten Probanden unterstützen im Wesentlichen diesen Befund. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bereits im Prodromalstadium die auditorische Verarbeitung gestört ist, und zwar sowohl die aufmerksamkeitsassoziierte (späte) Verarbeitungsphase mit der P300 als Indikator als auch auf die frühe präattentive Verarbeitung zeitgebundener Informationen, repräsentiert durch die Duration-MMN. Nach den Ergebnissen dieser Studie kommen also insbesondere linkstemporale Auffälligkeiten der P300-Amplitude und Amplitudendefizite der Duration-MMN als mögliche Vulnerabilitätsindikatoren bei Personen mit Prodromalsymptomen in Frage. Demnach könnten die P300- und MMN-Paradigmen im Rahmen eines multidimensionalen Risiko-Assessments einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung schizophrener Erkrankungen leisten.},
url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/2454}
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