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Pensionspferdehaltung in der Akzeptanz landwirtschaftlicher Betriebsleiter

dc.contributor.advisorKutsch, Thomas
dc.contributor.authorLuchmann, Patrick
dc.date.accessioned2020-04-11T13:52:53Z
dc.date.available2020-04-11T13:52:53Z
dc.date.issued2008
dc.identifier.urihttp://hdl.handle.net/20.500.11811/3253
dc.description.abstract

Um die langfristige Existenz landwirtschaftlicher Betriebe abzusichern, ist ein kontinuierliches Wachstum erforderlich. Als eine Möglichkeit hierfür bieten sich Erwerbskombinationen wie beispielsweise die „klassische“ Agrarproduktion mit der Pensionspferdehaltung an. Allerdings eignet sich dieses Produktionsverfahren nicht für jeden Betriebsleiter. Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Untersuchung, unter welchen Voraussetzungen die Pensionspferdehaltung die Akzeptanz landwirtschaftlicher Betriebsleiter findet. Nach dem gewählten Modell von LANGENHEDER ist das Entscheidungsverhalten von der internen psychologischen Struktur (u. a. kognitive Dimensionen, Motivations- oder Bedürfnisstruktur) abhängig, die wiederum mit beeinflusst wird durch die natürlichen Gegebenheiten (u. a. „physikalische“ Umgebung, eigene Fähigkeiten und Eigenschaften) sowie die sozialen Kontakte. Nach Aufarbeitung der bisherigen Forschungsergebnisse ist im Frühling 2002 eine Befragung der Betriebsleiter von landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieben in Rheinland-Pfalz, die fünf und mehr Pferde halten, durchgeführt worden. Die Analyse führte im Wesentlichen zu den folgenden Ergebnissen:
Einige Gegebenheiten der physikalischen Umgebung wie beispielsweise die Lage der Hofstelle sowie die Verfügbarkeit an freien Stallplatzkapazitäten und an Weiden wirken sich fördernd auf die Wahl einer solchen Erwerbskombination aus.

  • Die Betriebsleiter haben die Pensionspferdehaltung in der Regel in jungen Jahren aufgenommen, verfügen oft über ein hohes Bildungsniveau und sind meist verheiratet.
  • Je umfassender die Kenntnisse der Betriebsleiter bzw. der Haushaltsmitglieder im Bereich Pferde sind, um so intensiver wird das Produktionsverfahren betrieben. Die Fremdarbeitskräfte besitzen häufig Kenntnisse über die Pferdehaltung.
  • Von den rechtlichen Rahmenbedingungen werden das Bau- und Förderrecht eher als vorteilhaft für den Einstieg in das Produktionsverfahren gewertet, wogegen das Steuer- und Waldgesetz überwiegend als nachteilig empfunden werden.
  • Personen aus dem engen sozialen Umfeld der Betriebsleiter, allen voran die Ehe- und Lebenspartner, nehmen in der Entscheidungsfindung einen hohen Stellenwert ein, wogegen die Massenmedien und die Politik einen eher geringen Einfluss ausüben.
  • Die Einkommensperspektiven durch die Pensionspferdehaltung werden als günstig eingeschätzt. Je geringer die Flächenausstattung und je mehr Einstellplätze verfügbar sind, um so größer ist die wirtschaftliche Bedeutung des Produktionsverfahrens.
  • Unternehmerisches Verhalten zeigen die Betriebsleiter aus überbetrieblicher Sicht u.a. durch das Erstellen einer Marktanalyse oder das Prüfen der Verkehrsanbindung sowie aus betrieblicher Sicht u.a. durch das Einbinden der Familie oder das Nutzen freier Kapazitäten. Ein hohes Maß an Professionalität wird u.a. durch das vielfältige Angebot an Trainingsmöglichkeiten demonstriert. Dennoch sind die Betriebsleiter meist eher risikoscheu. Als hemmende Faktoren gelten vornehmlich die hohen und nicht in vollem Umfang absehbaren Anforderungen im Rahmen dieser Betriebsform.
  • Emotionale Bindungen zu Pferden resultieren oft aus Jugenderfahrungen und werden auch durch das Halten von eigenen Tieren sichtbar. Die Freude am Umgang mit Pferden und Kunden sowie weitreichende Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen im Führen und Gestalten der Pensionspferdehaltung sind notwendig, um erfolgreich zu sein.
  • Durch die Pensionspferdehaltung kann der Betriebsleiter in starkem Maße neben materiellen auch die Erfüllung psychischer oder emotionaler Bedürfnisse ermöglichen.
  • In der Planung zeigen die Landwirte großes Interesse, den Betrieb auszubauen, wobei die Pensionspferdehaltung als eine Variante berücksichtigt wird.
  • Betriebe mit Pensionspferdehaltung wählen häufig auch weitere Einkommenskombinationen, insbesondere solche, durch die Synergieeffekte genutzt werden können.

Unter Berücksichtigung der akzeptanzbestimmenden Faktoren bietet sich die Pensionspferdehaltung als eine geeignete Erwerbskombination für diejenigen landwirtschaftlichen Betriebe an, bei denen etliche der erwähnten förderlichen Gegebenheiten vorliegen.

dc.language.isodeu
dc.rightsIn Copyright
dc.rights.urihttp://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
dc.subjectEinkommenskombination
dc.subjectmenschliches Entscheidungsverhalten
dc.subjectPferdehaltung
dc.subject.ddc300 Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
dc.subject.ddc630 Landwirtschaft, Veterinärmedizin
dc.titlePensionspferdehaltung in der Akzeptanz landwirtschaftlicher Betriebsleiter
dc.typeDissertation oder Habilitation
dc.publisher.nameUniversitäts- und Landesbibliothek Bonn
dc.publisher.locationBonn
dc.rights.accessRightsopenAccess
dc.identifier.urnhttps://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-14293
ulbbn.pubtypeZweitveröffentlichung
ulbbnediss.affiliation.nameRheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
ulbbnediss.affiliation.locationBonn
ulbbnediss.thesis.levelDissertation
ulbbnediss.dissID1429
ulbbnediss.date.accepted2006-03-17
ulbbnediss.fakultaetLandwirtschaftliche Fakultät
dc.contributor.coRefereeHeckelei, Thomas


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