Kurz, Ralf: Parallele und individuelle Evolution des Humanen Immunodefizienz Virus 1 Glykoprotein-Gens (env) nach klonaler Infektion von fünf hämophilen Patienten. - Bonn, 2009. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-19111
@phdthesis{handle:20.500.11811/3893,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-19111,
author = {{Ralf Kurz}},
title = {Parallele und individuelle Evolution des Humanen Immunodefizienz Virus 1 Glykoprotein-Gens (env) nach klonaler Infektion von fünf hämophilen Patienten},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2009,
month = nov,

note = {Hämophilie B mit einem genetisch identischen HIV-1 Stamm konnte die Virusevolution des HIV-1 Glykoprotein kodierenden env-Gens und im Speziellen der V2-Region über einen Zeitraum von zehn Jahren untersucht und in Korrelation zu klinischen und patientenspezifischen Parametern dargestellt werden.
Als Ausgangsmaterial diente EDTA-Vollblut aus dem die provirale DNA isoliert, mittels PCR das env-Gen bzw. die V2-Region vervielfältigt und nach Reinigung sequenziert wurde. Um die zu einem Zeitpunkt parallel existierenden viralen Quasispezies und die Diversität untersuchen zu können wurden v. a. von der V2-Region viele Patientenproben kloniert, mittels PCR amplifiziert und sequenziert. Nach Alinierung der Sequenzen erfolgte die Auswertung der Evolution des env- Gens und der V2-Region in Korrelation zu klinischen Parametern, wie der CD4+ T-Zellzahl, der Viruslast und der Klinik der Patienten. Die Anlage von Glycerinkulturen und die Plasmidpräparation diente zur Konservierung der amplifizierten DNA.
Nach zehn Jahren war bei keinem der Patienten eine Progression zu AIDS aufgetreten. Die V3- Sequenz deutete auf die alleinige Nutzung des CCR-5 Ko-Rezeptors hin. Drei der Patienten hatten einen günstigeren Krankheitsverlauf mit höheren CD4+ T-Zellzahlen, einer höheren Evolutionsrate in Form von Divergenz und Diversität im HIV-1 env-Gen und eine Extension der V2-Region um zwei bis fünf Aminosäuren, die in der Literatur mit einem günstigeren Krankheitsverlauf assoziiert wurde [Masciotra et al., 2002; Shioda et al., 1997; Wang et al., 2000]. Die Analyse der V2-Region über den gesamten Zeitraum der Infektion konnte ein Auftreten der Insertionen drei bis vier Jahre nach Infektionsbeginn mit Insertionen in einer unterschiedlichen Anzahl der Klone zu einem Untersuchungszeitpunkt und einer variablen Anzahl der Insertionen innerhalb der Patienten über zehn Jahre nachweisen. Interessanterweise traten sieben konvergente non-synonyme Mutationen unterschiedlicher Bereiche des env-Gens, davon vier in der V3- Region, in den untersuchten Patienten auf.
Ursache des günstigeren Krankheitsverlaufs bei drei Patienten könnte ein gut funktionierendes Immunsystem sein, das HIV einem hohen Selektionsdruck aussetzt. Hinweis dafür sind große Variationen im Muster der potenziellen N-Glykosylierungsstellen, des sogenannten Glykanschildes, als Versuch des HIV neutralisierenden Antikörpern zu entkommen. Das Auftreten der konvergenten Mutationen kann als Steigerung der viralen replikativen Fitness oder als Mechanismus des Entkommens vor neutralisierenden Antikörpern oder als eine Kombination von beiden interpretiert werden.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/3893}
}

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