Pauly, Lioba: Die Bonner Altenheim-Studie : Integrierte Betrachtung der Ernährungssituation von Altenheimbewohnern. - Bonn, 2009. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-17490
@phdthesis{handle:20.500.11811/3946,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-17490,
author = {{Lioba Pauly}},
title = {Die Bonner Altenheim-Studie : Integrierte Betrachtung der Ernährungssituation von Altenheimbewohnern},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2009,
month = may,

note = {Einleitung: Ältere Menschen, besonders Heimbewohner, sind aufgrund häufig gleichzeitig auftretender Risikofaktoren anfällig für Mangelernährung mit weitreichenden Folgen für Gesundheit, Lebensqualität und Lebenserwartung. Bisher gab es zur Ernährungssituation von älteren Menschen in Altenheimen in Deutschland kaum Daten. Ziel der vorliegenden Arbeit war daher eine umfassende Untersuchung der Ernährungssituation von Altenheimbewohnern. Hierzu zählte die Erfassung von Mangelernährung, Ernährungsproblemen, ernährungsrelevanten Symptomen und Komplikationen, der Energie- und Nährstoffversorgung und der Organisation der Ernährungsversorgung sowie die Analyse von Zusammenhängen zwischen Mangelernährung und Ernährungsproblemen, Symptomen und Komplikationen.
Methoden: Mangelernährung wurde für die aus drei Alten- und Altenpflegeheimen der Stadt Bonn rekrutierten Bewohner durch eine klinische Einschätzung (KE, reduzierte Fett- und Muskelmasse), Body Mass Index (BMI < 22 kg/m2), Oberarmumfang (OAU ≤ 22 cm), Wadenumfang (WU < 31 cm) und das Mini Nutritional Assessment (MNA < 17 Punkte) bestimmt. Im standardisierten Interview mit leitenden Pflegefachkräften (PFK) wurde das Vorkommen von Ernährungsproblemen, ernährungsrelevanten Symptomen und Komplikationen sowie die Organisation der Ernährungsversorgung erfasst. Mittels 3-tägigem Wiegeprotokoll wurden in einem Teilkollektiv (n=127) Energie- und Nährstoffversorgung ermittelt.
Ergebnisse: 323 Bewohner (mittleres Alter 85 Jahre, 81 % weiblich) nahmen an der Studie teil. In Abhängigkeit von der Methode waren 19 bis 49 % (OAU-WU) (KE: 25 %, BMI: 24 %, MNA: 23 %) der Bewohner mangelernährt. Ältere, Pflegebedürftige, Inaktive, Demente und Personen mit schlechterem Gesundheitszustand waren häufiger betroffen. Ernährungsprobleme kamen bei 5 % (einseitige Lebensmittelauswahl) bis 55 % (Probleme beim Schneiden), ernährungsrelevante Symptome bei 3 % (Dekubitus) bis 41 % (Obstipation) der Bewohner vor. Komplikationen in zurückliegenden 3 Monaten betrafen 14 - 22 % (Krankenhausaufenthalt, Infektionen). Bei 8 von 9 Ernährungsproblemen ergaben sich unabhängig von der Methode signifikante Zusammenhänge zu Mangelernährung. Ernährungsrelevante Symptome waren hingegen nur vereinzelt mit Mangelernährung assoziiert. Bewohner mit Komplikationen hatten nach dem MNA signifikant häufiger Mangelernährung als Bewohner ohne Komplikationen. Die Ernährungsprotokolle zeigten, dass im Mittel sowohl zu geringe Mengen an Ballaststoffen, Vitamin D, E, B1, C, Calcium, Magnesium und Eisen angeboten (16-91 % der Referenzwerte) als auch zugeführt (13-68 %) wurden. Die Energiezufuhr lag bei 44 % unter 1500 kcal, bei 22 % unter 1200 kcal. Ernährungszustand, Gewicht und geringe Nahrungs- / Flüssigkeitsmengen wurden nur unzureichend durch das Pflegepersonal erfasst.
Schlussfolgerung: Die Prävalenz von Mangelernährung und von Ernährungsproblemen bei Altenheimbewohnern ist hoch, Zusammenhänge zwischen Mangelernährung und Ernährungsproblemen sind deutlich und die Energie- und Nährstoffversorgung ist häufig unzureichend. Durch die Optimierung der Pflegeorganisation, z.B. durch vermehrte Unterstützung während der Mahlzeiten und Überwachung von Zufuhrmengen, könnten Ernährungsprobleme kompensiert werden. Voraussetzung hierfür ist die regelmäßige Erfassung des Ernährungszustands sowie von Ernährungsproblemen. Zur Optimierung der Energie- und Nährstoffversorgung sollten häufiger nährstoffdichte Lebensmittel angeboten werden. Schulungen zur Prävention und Behandlung von Mangelernährung könnten den Umgang mit der Problematik Mangelernährung für das Heimpersonal erleichtern und zu einer besseren Ernährungssituation von Heimbewohnern beitragen. Zukünftig müssen Studien zeigen, wie groß der Einfluss von präventiven und therapeutischen Maßnahmen auf die Ernährungssituation von Altenheimbewohnern ist.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/3946}
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