Dehnhardt, René: Die Religion der Olmeken von La Venta : Eine religionsarchäologische Analyse. - Bonn, 2010. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-20090
@phdthesis{handle:20.500.11811/4240,
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title = {Die Religion der Olmeken von La Venta : Eine religionsarchäologische Analyse},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2010,
month = jan,

note = {Diese Arbeit untersucht auf Basis theoretischer Rahmen-Überlegungen und der archäologischen Funde und Befunde der archäologischen Ausgrabungsstätte La Venta die Religion der Olmeken aus diesem Ort. La Venta ist einer der wenigen archäologisch ausreichend untersuchten Orte der olmekischen Kultur und war etwa zwischen 1100 und 500 v. Chr. ein Zentrum dieser Kultur an der heutigen mexikanischen Golfküste.
Diese religionsarchäologische Studie verwendet einen Ansatz, der von grundsätzlich variablen Inhalten und Ausprägungen einer Religion ausgeht. Damit ist insbesondere bei Religionen ohne eine Heilige Schrift davon auszugehen, dass die Religion einer Kultur zur selben Zeit an unterschiedlichen Orten abweichende Ausprägungen aufweisen kann. Dasselbe gilt innerhalb einer Kultur zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Damit beschränkt sich die Auswertung der Funde und Befunde aus La Venta in erster Linie auf diese selber, d. h. Funde aus anderen Orten, auch aus solchen der olmekischen Kultur, werden nicht zur Deutung selbst, sondern maximal in einem abschließenden Vergleich mit herangezogen. Andere, in der Regel spätere mesoamerikanische Kulturen, spielen entsprechend als Vergleichspartner etwa im Rahmen historischer Analogien keine nennenswerte Rolle.
Die Analyse des archäologischen Materials erfolgt anhand der zugänglichen Dokumentationen. Allein bei deren Auswertung treten schon Widersprüche zu einigen der bislang favorisierten und präsentesten Deutungen und Aussagen zu den Olmeken auf. Im Ergebnis bestätigen die zeitspezifischen Analysen des archäologischen Materials die Variabilität religiöser Manifestationen, d. h. selbst in La Venta war die Ausprägung der Religion in den verschiedenen archäologischen Phasen unterschiedlich und einem Wandel unterworfen. Selbst bei Objektgattungen, die auch an anderen olmekischen Stätten vorkommen, wie die Kolossalköpfe in San Lorenzo, deutet ihre Art und Verwendung auf unterschiedliche Verwendungszeiträume und Nutzungsarten hin, d. h. die Inhalte der mit ihnen verbundenen religiösen Gehalte sind nicht gleichzusetzen.
Ein weiteres Ergebnis betrifft den in der Literatur zu den Olmeken gemeinhin dominierenden Jaguar als Vorbild ihrer stilisierten religiösen Bildnisse. Die in La Venta vorhandenen bildhaften Darstellungen lassen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Schlangen, zum Teil definitiv Klapperschlangen, als Vorbild zuordnen. Auch die Resultate zu den angeblichen Gräbern in La Venta, den Bodenmosaiken, Zeremonialbeilen (engl. celts) und anderen Befunden machen eine Neubewertung notwendig und verlangen nach einem Umdenken über die Olmeken und ihrer Stellung in Mesoamerika.
Der Anhang präsentiert eine ausführliche Diskussion der publizierten Radiokarbon-Daten aus La Venta in Bezug auf die stratigraphische Lage der zugrunde liegenden Kohlenstoff-Proben. Die Kalibrierung der C14-Daten und die Zusammenfassung der signifikanten Daten erlaubt eine präzisere Eingrenzung der Nutzung dieses olmekischen Zentrums und widerspricht unter anderem der weit verbreiteten Meinung, dass La Venta erst nach dem Ende von San Lorenzo seine Blüte erlebte. Laut den Daten beginnt die olmekische Geschichte beider Orte etwa zeitgleich.},

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