Jansen, Eva Christiana: Einfluss von Omalizumab auf die Lebensqualität von Patienten mit allergischem Asthma bronchiale und Atopischer Dermatitis. - Bonn, 2010. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-23076
@phdthesis{handle:20.500.11811/4366,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-23076,
author = {{Eva Christiana Jansen}},
title = {Einfluss von Omalizumab auf die Lebensqualität von Patienten mit allergischem Asthma bronchiale und Atopischer Dermatitis},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2010,
month = dec,

note = {Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den zu der Atopischen Trias gehörenden Erkrankungen allergisches Asthma bronchiale und Atopische Dermatitis, welchen in der Entstehung unter anderem eine IgE-vermittelte allergische Reaktion zugrunde liegt. Außerdem wird das seit 2005 zur Therapie des mittelschweren bis schweren allergischen Asthma bronchiale in Deutschland zugelassene Medikament Omalizumab thematisiert. Dieses ist ein rekombinanter, monoklonaler Anti-körper gegen den im menschlichen Organismus vorhandenen Antikörper IgE, welcher den betrof-fenen Patienten mittels subcutaner Injektionen alle zwei oder alle vier Wochen verabreicht wer-den kann.
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, das Bonner Patientenkollektiv (insgesamt 25 Patienten) bezüglich des Einflusses einer Therapie mit Omalizumab auf die Lebensqualität von Patienten mit Asthma bronchiale bzw. mit Asthma bronchiale und Atopischer Dermatitis in Hinblick auf beide Erkrankungen zu untersuchen.
Zu Beginn der prospektiven Beobachtungsstudie wurden aus dem Gesamtkollektiv zwei Einzelkollektive gebildet: das Kollektiv „Asthma“ mit 15 Patienten mit allergischem Asthma bronchiale ohne AD (Atopische Dermatitis) und das Kollektiv „Asthma+AD“ mit zehn Patienten, die ein allergisches Asthma und eine konkomitante Atopische Dermatitis aufwiesen. Daraufhin wurden in beiden Einzelkollekti-ven Merkmale wie Alter, Geschlecht, Gewicht und Gesamt-IgE-Werte im Serum vor Beginn der Therapie mit Omalizumab untersucht. Die standardisierten Fragebögen AQLQ(S) (Standardised Asthma Quality of Life Questionnaire) und DLQI (Dermatology Life Quality Index) wurden vor Einleitung der Therapie in der Pneumologischen Ambulanz der Medizinischen Klinik und Poliklinik II der Universität Bonn sowie nach Ablauf von einem, zwei, drei, sechs und zwölf Monaten nach Therapiebeginn von den Patienten ausgefüllt. Insgesamt führten wir unsere Be-obachtungen in Zeitraum von März 2006 bis April 2009 durch. Anhand dieser Daten wurden anschließend Punktwerte für die Einzeldomänen und für die gesamten Fragebögen ermittelt. Zudem wurden wichtige Fragen zu Nebenwirkungen, Verträglichkeit, Wirksamkeit, Effekten auf allergische Beschwerden sowie Reduktion der Einnahme oraler Corticosteroide durch Patientenbefra-gungen geklärt. Desweiteren wurden die für eine effektive Therapie nötigen Dosen von Omali-zumab für die Patienten dokumentiert.
Die Kollektive unterschieden sich bezüglich ihrer untersuchten Merkmale lediglich im Altersdurchschnitt und in den Gesamt-IgE-Ausgangswerten: das Kollektiv „Asthma+AD“ zeigte ein um zehn Jahre geringeres mittleres Alter als das Kollektiv „Asthma“. Die Gesamt-IgE-Ausgangswerte waren signifikant (p=0,003) verschieden in den beiden Patientenkollektiven, die Patienten mit Asthma bronchiale und Atopischer Dermatitis zeigten im Durchschnitt wesentlich höhere IgE-Werte als die Patienten ohne Atopische Dermatitis (3527,7 IU/ml gegenüber 649,0 IU/ml). Keines der oben genannten Merkmale korrelierte mit dem Einfluss auf die Lebensqualität signifikant. Dadurch konnten keine eindeutigen positiven oder negativen Prädiktoren für die Effektivität der Therapie mit Omalizumab definiert werden. Auch ergab sich in unseren Analysen kein statistisch signifikanter Unterschied in der Dosierung des Medikamentes zwischen den bei-den Kollektiven. Unsere Untersuchungen des Einzelkollektivs „Asthma“ bestätigen die Ergebnis-se anderer großer publizierter Plazebo-kontrollierter Phase-III-Studien, da auch wir bei der Mehr-zahl der Patienten eine mindestens minimale positive klinisch relevante Veränderung der Lebensqualität unter Therapie mit Omalizumab zeigen konnten.
In unserem Gesamtkollektiv gingen bei den meisten Patienten auch die mit einer Rhinoconjunctivitis einhergehenden allergischen Beschwerden unter der Therapie zurück. Außerdem konnte ein großer Anteil der Patienten die Einnahme oraler Corticoide nach einem Intervall von sechs Monaten reduzieren. Hinsichtlich der Wirkungen auf eine zusätzlich vorhandene Atopische Dermatitis ergab unsere Studie, dass insbesondere Patienten mit einer schweren Ausprägung der Erkrankung und schlechten Ausgangswerten für die AD-bezogene Lebensqualität von einer Therapie mit Omalizumab hinsichtlich der Einschränkung im Alltag durch die dermatologische Erkrankung profitierten. Zudem weisen unsere Ergebnisse darauf hin, dass die subjektive Wahrnehmung einer Veränderung des Gesundheitszustandes bezogen auf die Haut schon nach weniger als zwölf Wochen – in unserer Stichprobe von neun Patienten zum Teil sogar bereits nach den ersten beiden Injektionen – einzusetzen scheint.
Aus diesen Ergebnissen kann geschlussfolgert werden, dass das Bonner Patientenkollektiv insge-samt die Bedeutung einer Therapie mit Omalizumab für die Behandlung des Asthma bronchiale im Sinne einer Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität bestätigen und auf den möglichen Einsatz als Zusatztherapie bei Atopischer Dermatitis erweitern konnte. Der aus der vorliegenden Arbeit hervorgehende additive Effekt einer Anti-IgE-Therapie auf die Behandlung der Atopischen Dermatitis sollte jedoch in größeren, Plazebo-kontrollierten und verblindeten Studien weitergehend untersucht werden, um allgemeinere Aussagen über die darauf bezogene Wirksamkeit machen und Plazeboeffekte ausschließen zu können.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/4366}
}

Die folgenden Nutzungsbestimmungen sind mit dieser Ressource verbunden:

InCopyright