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Das Mammakarzinom beim Mann im Regierungsbezirk Chemnitz 1995-2007

dc.contributor.advisorRudlowski, Christian
dc.contributor.authorFörster, Robert
dc.date.accessioned2020-04-16T11:56:03Z
dc.date.available2020-04-16T11:56:03Z
dc.date.issued02.12.2011
dc.identifier.urihttps://hdl.handle.net/20.500.11811/4828
dc.description.abstractEinleitung: Brustkrebs beim Mann ist eine seltene Erkrankung. Etwa ein Prozent aller Brustkrebserkrankungen treten bei Männern auf. In Deutschland erkranken jedes Jahr ca. 58.000 Frauen und ca. 400 Männer an Brustkrebs. Aufgrund der vergleichsweise geringen Fallzahl werden Männern mit Mammakarzinom gegenwärtig nach den Therapiestandards für Frauen behandelt. Dieser Ansatz könnte aufgrund spezifischer tumorbiologischer Unterschiede zwischen den Brustkrebserkrankungen bei Frauen und Männern unzureichend für eine adäquate Therapie sein. Ziel der vorliegenden, retrospektiven Analyse ist es die Häufigkeit des Brustkrebses beim Mann im Bereich der Tumorzentren Chemnitz und Zwickau im Zeitraum von 1995 bis 2007 zu untersuchen, Tumorcharakteristika zu erfassen, das Ansprechen von Therapien zu bewerten, sowie Überlebensdaten zu berechnen. Außerdem sollen im Rahmen einer Matched-Pair-Analyse Tumorcharakteristika und klinischer Verlauf von männlichen und weiblichen Mammakarzinompatienten im Regierungsbezirk Chemnitz verglichen werden, um etwaige Unterschiede aufzudecken.
Patienten und Methoden: Daten aller 113 Männer fanden Eingang in die statistische Auswertung. Zu diesem Zweck wurden Informationen über Patientenalter, Histopathologie, TNM-Status, Tumordifferenzierungsgrad, Datum der Erstdiagnose, Metastasierungszeitpunkt und Sterbedatum erfasst. Detaillierte Daten wurden über den Hormonrezeptorstatus (HR, ER, PR, HER-2), Art des operativen Vorgehens (Mastektomie, BET, Axilladissektion), sowie über adjuvante systemische (CHT, ET, CHT/ET, spezifische Therapien) und adjuvante radioonkologische Therapien (ja/nein, Bestrahlungsort) erhoben. Für die Matched-Pair-Analyse konnte für 108 der männlichen Patienten eine passende an Brustkrebs leidende Frau gefunden werden. Die Frauen wurden dabei aus den 13333 im selben Zeitraum erkrankten Fällen so ausgewählt, dass sie in mindestens 5 von 8 Tumormerkmalen konkordant zu ihren „Matching“-Partnern waren. Dazu zählten: Jahr der Diagnosestellung (±5 Jahre), Alter (±2 Jahre), Tumorgröße, Nodalstatus, Grading, Östrogenrezeptorstatus, Progesteronrezeptorstatus und HER-2-Rezeptorstatus. Daten aller 113 Männer fanden Eingang in die statistische Auswertung. Zu diesem Zweck wurden Informationen über Patientenalter, Histopathologie, TNM-Status, Tumordifferenzierungsgrad, Datum der Erstdiagnose, Metastasierungszeitpunkt und Sterbedatum erfasst. Detaillierte Daten wurden über den Hormonrezeptorstatus (HR, ER, PR, HER-2), Art des operativen Vorgehens (Mastektomie, BET, Axilladissektion), sowie über adjuvante systemische (CHT, ET, CHT/ET, spezifische Therapien) und adjuvante radioonkologische Therapien (ja/nein, Bestrahlungsort) erhoben. Für die Matched-Pair-Analyse konnte für 108 der männlichen Patienten eine passende an Brustkrebs leidende Frau gefunden werden. Die Frauen wurden dabei aus den 13333 im selben Zeitraum erkrankten Fällen so ausgewählt, dass sie in mindestens 5 von 8 Tumormerkmalen konkordant zu ihren „Matching“-Partnern waren. Dazu zählten: Jahr der Diagnosestellung (±5 Jahre), Alter (±2 Jahre), Tumorgröße, Nodalstatus, Grading, Östrogenrezeptorstatus, Progesteronrezeptorstatus und HER-2-Rezeptorstatus.
Ergebnisse: Ein Mammakarzinom wurde bei Männern im Durchschnitt mit 67,3 Jahren erstmalig diagnostiziert. Meist handelte es sich dabei um invasiv-duktale (76,1%), fortgeschrittene Tumore (61,5% pT2-4; 45,3% pN+) mit mäßigem (64,1% G2) bis schlechtem (29,1% G3) Differenzierungsgrad und positivem Hormonrezeptor- (85,7%), sowie negativem HER-2-Status (91%). Die Mehrheit der Fälle hatte eine Mastektomie samt Axilladissektion erhalten (88,7%). Weit weniger Patienten waren jedoch adjuvant bestrahlt (60,8%) bzw. adjuvant systemisch therapiert (71,4%) worden.36 von 113 Patienten verstarben. 24 entwickelten ein Rezidiv. Das krankheitsfreie und das Gesamtüberleben nach 5 Jahren betrugen 47,8% bzw. 65,6%. Als univariate Prognosefaktoren für das Gesamtüberleben konnten pT-Stadium (p=0,02), Nodalstatus (p=0,016), Hormonrezeptorstatus (p=0,004), Östrogenrezeptorstatus (p=0,027) und Progesteronrezeptorstatus (p=0,001) identifiziert werden. Lymphknotenstatus (p=0,038) und Progesteronrezeptorstatus (p=0,009) beeinflussten zusätzlich das krankheitsfreie Überleben in der univariaten Analyse signifikant. Männer und Frauen unterschieden sich dabei in ihrer Therapie signifikant. Männliche Brustkrebspatienten waren häufiger mastektomiert worden als weibliche (88,7% vs. 45,4%), hatten seltener eine Radiotherapie erhalten (60,8% vs. 87,8%) und waren auch seltener adjuvant systemisch therapiert worden (66% vs. 89,9%). Dennoch fanden sich keine statistisch signifikanten Unterschiede im krankheitsfreien und Gesamtüberleben zwischen den beiden Vergleichsgruppen. Das DFS und OS nach 5 Jahren betrug für die Männer 53,4% bzw. 70,3% und für die Frauen 62,6% und 70,4%. Für Diagnosejahr, Alter, Histopathologie, Grading, Rezeptorstatus und chirurgische bzw. adjuvante Therapie konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede im Überleben zwischen weiblichen und männlichen Patienten gefunden werden. Dies galt im Allgemeinen auch für die Tumorgröße. Einzig die Gruppe der Männer im Stadium pT1 zeigte ein signifikant schlechteres DFS (p=0,019), obwohl diese Gruppe nicht mit den bekannten Prognosefaktoren für ein frühes Fortschreiten der Erkrankung vergesellschaftet war.
Zusammenfassung: In der vorliegenden Untersuchung fanden sich keine signifikanten Unterschiede im Überleben zwischen Männern und Frauen. Einzige Ausnahme stellten Männer im Stadium pT1 dar, welche ein signifikant verkürztes krankheitsfreies Überleben hatten. Es darf dennoch angenommen werden, dass bei verbesserter Therapie möglicherweise die Prognose für MBC besser ausfallen könnte als für FBC. Weiterhin liegt der Schluss nahe, dass die Mastektomie beim Mammakarzinom des Mannes oft eine Übertherapie darstellt und im entsprechenden Stadium mit verbesserter adjuvanter Therapie analog der Leitlinien zum Mammakarzinom der Frau ein gleichwertiges Ergebnis erreicht werden könnte. Die vorliegende Untersuchung zeigt allerdings auch, dass Tumore im frühen Stadium (pT1) radikaler (z.B. Chemotherapie) behandelt werden sollten. Schließlich lässt die vorliegende Untersuchung vermuten, dass es sich bei Mammakarzinom des Mannes nicht um eine eigene Tumorentität handelt. Zukünftige Studien sollten sich auf Subkollektive (z.B. pT1) konzentrieren. Weiterhin sollten tumorbiologische Parameter, wie AR und HER-2, analysiert werden um vermeintliche Unterschiede zwischen den einzelnen Subkollektiven zu erforschen.
en
dc.language.isodeu
dc.rightsIn Copyright
dc.rights.urihttp://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
dc.subjectMammakarzinom
dc.subjectBrustkrebs
dc.subjectÜberlebensanalyse
dc.subjectTherapie
dc.subjectPrognose
dc.subject.ddc610 Medizin, Gesundheit
dc.titleDas Mammakarzinom beim Mann im Regierungsbezirk Chemnitz 1995-2007
dc.typeDissertation oder Habilitation
dc.publisher.nameUniversitäts- und Landesbibliothek Bonn
dc.publisher.locationBonn
dc.rights.accessRightsopenAccess
dc.identifier.urnhttps://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5N-26717
ulbbn.pubtypeErstveröffentlichung
ulbbnediss.affiliation.nameRheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
ulbbnediss.affiliation.locationBonn
ulbbnediss.thesis.levelDissertation
ulbbnediss.dissID2671
ulbbnediss.date.accepted29.09.2011
ulbbnediss.fakultaetMedizinische Fakultät
dc.contributor.coRefereeBecker, Albert J.


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