Wiesen, Martin: Links- und rechtsventrikuläre myokardiale Funktion bei obstruktiver Schlafapnoe : Eine prospektive echokardiographische Studie. - Bonn, 2013. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-33774
@phdthesis{handle:20.500.11811/5495,
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author = {{Martin Wiesen}},
title = {Links- und rechtsventrikuläre myokardiale Funktion bei obstruktiver Schlafapnoe : Eine prospektive echokardiographische Studie},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2013,
month = dec,

note = {Die OSA ist eine Erkrankung mit steigenden Inzidenzen in Europa und Nordamerika. Die im Rahmen der OSA auftretenden neurohumoralen Veränderungen und teils starken intrathorakalen Druckschwankungen wirken sich nachteilig auf die hämodynamische Stabilität aus, was sich unter anderem auch in einer Beeinträchtigung der kardialen Funktion äußert. So wurden in zahlreichen klinischen Studien Zusammenhänge zwischen einer ausgeprägten OSA und einer eingeschränkten linksventrikulären Funktion nachgewiesen. Die Auswirkungen einer unbehandelten OSA auf die rechtsventrikuläre Funktion sind hingegen weniger gut untersucht, wie auch die diagnostische Wertigkeit der 2D-ST-Analyse des rechten Ventrikels im Rahmen einer OSA, einer neuen ultraschallbasierten Technik zur Quantifizierung der globalen und regionalen myokardialen Funktion.
Die Ziele unserer Studie waren es, die pathologischen Effekte einer unbehandelten OSA auf die mittels 2D-ST-Analyse quantifizierte links- und rechtsventrikuläre Funktion zu bestimmen und deren Reversibilität unter einer effektiven CPAP-Therapie zu ermitteln.
Dazu durchliefen in unserer Klinik 82 Patienten mit Verdacht auf das Vorliegen einer OSA eine polysomnographische Untersuchung. Bestätigte sich der Verdacht, so wurde bei den Patienten eine Therapie mit CPAP initiiert. Um die Effektivität der Therapie zu kontrollieren, erschienen die Patienten jeweils einen und sechs Monate nach Beginn der Therapie zu polygraphischen Verlaufskontrollen. Im Rahmen der polysomnographischen Untersuchungen der Patienten wurden jeweils vor Einleitung der CPAP-Therapie und sechs Monate nach Therapiebeginn echokardiographische Untersuchungen gemäß den aktuellen Empfehlungen der ASE durchgeführt. Dabei erfolgte neben der Auswertung konventioneller echokardiographischer Parameter im Anschluss an die Untersuchungen offline eine 2D-ST-Analyse des rechten Ventrikels.
Vor Einleitung der CPAP-Therapie zeigte der AHI eine positive Korrelation mit dem BMI (p = 0,026), mit dem globalen longitudinalen rechtsventrikulären Strain (p < 0,0001) und dem apikalen longitudinalen rechtsventrikulären 2D-Strain (p < 0,0001). Die LVEF zeigte zum AHI eine negative Korrelation (p < 0,0001). Nach einer stufenweisen multivariaten Regressionsanalyse waren lediglich der BMI und der apikale rechtsventrikuläre 2D-Strain unabhängig von weiteren Faktoren vom Schweregrad der OSA abhängig, wobei der 2D-Strain stärker mit einer hochgradigen OSA assoziiert war als der BMI. Durch eine sechsmonatige CPAP-Therapie verbesserten sich die LVEF (p < 0,0001), der LV-MPI (p = 0,03), das LVSV (p = 0,042) und der apikale longitudinale rechtsventrikuläre 2D-Strain (p = 0,001) signifikant, wohingegen konventionelle rechtsventrikuläre Parameter unverändert blieben. Je stärker die OSA vor Einleitung der CPAP-Therapie ausgeprägt war, desto deutlicher wirkten sich die Effekte der CPAP-Therapie auf LVEF und apikalen longitudinalen rechtsventrikulären 2D-Strain aus. (LVEF: AHI 5-14, p = ns; AHI 15-30, p = 0,002; AHI>30, p < 0,0001. Apikaler longitudinaler rechtsventrikulärer 2D-Strain: AHI 5-14, p = ns; AHI 15-30, p = 0,028; AHI>30, p < 0,0001.)
Die pathophysiologischen Veränderungen, die im Rahmen einer OSA auftreten, wirken sich in Abhängigkeit vom Ausprägungsgrad des Syndroms zunehmend negativ auf die links- und rechtsventrikuläre Funktion aus. Basierend auf den Ergebnissen einiger klinischer Studien und unseren eigenen Ergebnissen, ist davon auszugehen, dass die 2D-Strain-Analyse des rechten Ventrikels eine sensitive diagnostische Methode darstellt, um bereits subklinische pathologische Veränderungen der globalen und regionalen rechtsventrikulären Funktion im Frühstadium zu detektieren. Die 2D-ST-Analyse des rechten Ventrikels könnte somit in der Früherkennung und Diagnostik sich anbahnender kardiologischer Komplikationen im Rahmen einer OSA wichtige Informationen liefern. Der schädigende Einfluss der OSA auf die regionale rechtsventrikuläre Funktion ist unseren Ergebnissen zufolge zumindest teilweise reversibel. Weitere Studien müssen zeigen, inwieweit die 2D-ST-Analyse als Verlaufsparameter zur Quantifizierung der rechtsventrikulären Funktion während einer CPAP-Therapie geeignet ist.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/5495}
}

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