Berner, Anna Lena: Die Melatoninkonzentration im Nabelschnurblut in Abhängigkeit von Geburtszeit und Geburtsmodus. - Bonn, 2013. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-34075
@phdthesis{handle:20.500.11811/5507,
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title = {Die Melatoninkonzentration im Nabelschnurblut in Abhängigkeit von Geburtszeit und Geburtsmodus},
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year = 2013,
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note = {Ziel der aktuellen Studie war es, zu untersuchen, welche Faktoren die Melatoninkonzentration im Nabelschnurblut beeinflussen.
Zu diesem Zwecke wurde bei 310 Probandinnen direkt nach der Geburt nabelarterielles und nabelvenöses Blut aus der Plazenta entnommen und danach die Serummelatoninkonzentration bestimmt. Die statistische Analyse der ermittelten Ergebnisse lieferte einige Hinweise für Gegebenheiten und Faktoren, die einen Einfluss haben können.
Es zeigten sich deutlich höhere Konzentrationen bei den Probandinnen, die nachts gebaren. Dies war erwartet worden, da die Sekretion von Melatonin zirkadian ist und nachts höhere Serumspiegel aufweist. Weiterhin konnte demonstriert werden, dass auch das Gestationsalter einen Einfluss zu haben scheint. Das Patientenkollektiv wurde unterteilt in Probandinnen, die Frühgeborene (<37SSW) und solche, die reife Neugeborene entbanden (>37SSW). In der Gruppe der Frühgeborenen wurden deutlich niedrigere Melatoninkonzentrationen nachgewiesen, allerdings schien hier auch der Geburtsmodus einen Einfluss zu haben, da Frühgeborene signifikant häufiger per Sektio entbunden wurden.
Daraufhin wurde getestet, ob sich die Serumkonzentrationen von den per Sektio entbundenen Neugeborenen abhängig vom Gestationsalter unterschieden. Es fanden sich signifikant höhere Melatoninspiegel bei reifen Neugeborenen. Dieses Phänomen kann durch mehrere Thesen gestützt werden: zunächst ist bei Frühgeborenen die Epiphyse noch unreif und hat weniger eigene Syntheseleistung. Weiterhin steigen in der Schwangerschaft die maternalen Melatoninspiegel kontinuierlich an und erreichen einen Peak in der 36. SSW, so sind dann auch die Nabelschnurkonzentrationen niedriger, da diese mütterliche Serumspiegel gut widerspiegeln.
Ebenso wurde untersucht, ob der Geburtsmodus einen Einfluss hatte. Hier zeigten sich signifikant höhere Melatoninkonzentrationen in der Gruppe der Probandinnen, die spontan entbunden hatten.
Dieses Ergebnis war schwer zu interpretieren, da viele Faktoren den Unterschied zwischen Spontangeburt und Kaiserschnitt charakterisieren und ebenso viele dieser Faktoren durch Melatonin beeinflusst werden, so z. B. Schmerz, oxidativer Stress und die Aktivität des Myometriums. Melatonin wirkt als Analgetikum und als Antioxidans, beides Gründe für höhere Werte nach einer Spontangeburt. Besonders interessant ist aber das Zusammenspiel des Myometriums mit der Melatoninphysiologie. Melatonin scheint eine prokontraktile Rolle in der Entstehung der menschlichen Wehentätigkeit zu haben. Es wirkt synergistisch mit Oxytocin und auch die zirkadiane Verteilung von Wehenbeginn und Geburten weisen auf einen Zusammenhang von Melatonin und der Aktivität des humanen Myometriums hin. So machen höhere Melatoninkonzentrationen bei einer Spontangeburt bzw. auch bei sekundären Kaiserschnitten, bei denen die Wehentätigkeit schon im Gang war, durchaus einen Sinn.
Zuletzt wurde getestet, welchen Effekt das Vorliegen von bestimmten Risikofaktoren hat, vor allem, wenn diese die Plazentaperfusion verändern und so auch den Transfer von maternalem Melatonin zum Fetus. Diese Vergleiche zeigten keine signifikanten Unterschiede. Zwar gab es Hinweise, dass die Melatoninkonzentration durch einige Komplikationen beeinflusst wird, jedoch war die Probandenzahl viel zu gering. Somit kann die vorliegende Studie in dieser Hinsicht nur einen Ausblick bieten. Zu vermuten ist, dass ein Melatoninmangel und somit verringerte antioxidative Kapazität in der Entstehung z.B. der Präeklampsie eine Rolle spielen und so auch in dieser Gruppe niedrigere Melatoninkonzentrationen nachzuweisen sind.},

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