Kosack, Lutz: Hemerobe Uferstrukturen des unteren Mittelrheins und ihre vegetationskundliche Bedeutung. - Bonn, 2014. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-35574
@phdthesis{handle:20.500.11811/5837,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-35574,
author = {{Lutz Kosack}},
title = {Hemerobe Uferstrukturen des unteren Mittelrheins und ihre vegetationskundliche Bedeutung},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2014,
month = apr,

note = {Die Ufer des Unteren Mittelrheins zwischen Bonn und Koblenz sind wie andernorts stark anthropogen überprägt. Ziel der vorliegenden Arbeit ist das grundlegende Verständnis der hemeroben Ufervegetation dieses Rheinabschnittes und eine Ableitung naturschutzfachlicher Hotspots. Abiotische Hemerobie-Parameter dieses Flussabschnittes wurden erhoben und mittels einer Clusteranalyse in eine zehnstufige Hemerobieskala zusammengeführt. Parallel wurden im Abstand von 300 m insgesamt 750 Vegetationsaufnahmen angefertigt. Zum Verständnis der hemeroben Uferstrukturen wird die Korrelation der Hemerobie-Cluster mit den vegetationskundlichen Ergebnissen angestrebt. Trotz der starken anthropogenen Überformung konnte mit 743 Arten eine hohe α-Biodiversität im Untersuchungsraum erfasst werden. Der quantitative Anteil von 28,2 % (durchschnittlicher Deckungsgrad) und der qualitative Anteil von 28,0 % bezogen auf den Gesamtartenbestand zeigt die Bedeutung der Uferstrukturen für die Neophyten. Es zeigen sich große Probleme hinsichtlich der Klassifikation der Vegetationsaufnahmen nach dem Braun-Blanquet-System; verantwortlich dafür sind die enge Verzahnung unterschiedlichster Gesellschaften auf kleinstem Raum, der große Neophytenreichtum und die anthropogene Überprägung der Wuchsorte. Die Lösung der Klassifikations-Probleme wurde in der numerischen Taxonomie gesucht. Der auf Korrespondenzanalysen basierende TWINSPAN-Algorithmus erwies sich aufgrund des hierbei erforderlichen dominanten Hauptgradienten als nur bedingt geeignet. Hingegen zeigte die auf Treuewerten basierende COCKTAIL-Methode bezüglich der Klassifikation aufschlussreiche Ergebnisse. Wegen des hemeroben Charakters der Ufervegetation wurde diese Methode dahingehend modifiziert, dass die Zuordnung der Vegetationsaufnahmen auf Basis der Deckungssummen der jeweils dominierenden Artengruppe durchgeführt wurde. Anschließend konnten fast alle Aufnahmen nachvollziehbar zugeordnet werden. Auf der Basis der durch die modifizierte COCKTAIL-Methode erfassten Vegetationseinheiten wurde ein Modell abgeleitet, das wesentliche Standortparameter anthropogen überprägter Ufer des Unteren Mittelrheins abbildet. Auch die deutliche Korrelation mit den Hemerobie-Clustern konnte biotisch interpretiert werden. Aus den Daten konnten regionale Hemerobie-Zeiger unterschiedlicher Gewichtung abgeleitet werden. Hierbei stellte sich heraus, dass diese nur in gewissem Maße mit publizierten Einstufungen übereinstimmen. Eine regionale bzw. habitatspezifische Eichung der Hemerobie-Zeigerwerte ist daher notwendig. Zeigerarten flusstypischer Hotspots werden insofern basierend auf der Standorthemerobie für wenig hemerobe Standorte definiert und dementsprechend floristische Hotspots abgeleitet. Eine Korrelation zwischen der α-Biodiversität und der Hemerobie konnte hingegen nicht aufgezeigt werden. Auch die häufig als Hemerobie-Zeiger verwandten Neophyten und die als Zeiger für geringe Habitatkontinuität verwendeten Therophyten lassen sich an den hemeroben Ufern des Unteren Mittelrheins nicht als solche verlässliche Hemerobiezeiger interpretieren. Dies ist auf die bereits längerfristige Etablierung der Neophyten und die nur in geringem Umfang verbliebene fluviatile Dynamik der Flussufer zurückzuführen. Aufgrund von Apophytisierungsprozessen sind auch indigene Stromtalarten und der Gefährdungsgrad von Arten nicht a priori zur Anzeige hemerober Systeme zu verwenden.},
url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/5837}
}

The following license files are associated with this item:

InCopyright