Scherer, Cordula Judith: Die per se schlechte Handlung in der Summa Theologiae des Thomas von Aquin : Die Bedeutung von Tugend und Gesetz für die Artbestimmung der menschlichen Handlung. - Bonn, 2014. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-34784
@phdthesis{handle:20.500.11811/5967,
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title = {Die per se schlechte Handlung in der Summa Theologiae des Thomas von Aquin : Die Bedeutung von Tugend und Gesetz für die Artbestimmung der menschlichen Handlung},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2014,
month = jan,

note = {Gegenstand der Untersuchung ist das Lehrstück von den per se schlechten Handlungen in der Summa Theologiae des Thomas von Aquin: Mit der Lehre von den per se schlechten Handlungen behauptet Thomas, dass es bestimmte Handlungstypen gebe, deren Ausführung immer und überall schlecht sei. Für ihn gibt es also eine Verbindung zwischen moralischer Bewertung einer Handlung und ihrer Beschreibung als Handlung eines bestimmten Typs, das heißt: Die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Handlungstyp ist notwendig mit der moralischen Bewertung der Handlung als schlecht verbunden.
In der vorliegenden Untersuchung geht es nicht darum, die von Thomas konkret genannten per se schlechten Handlungen auf ihre Gültigkeit hin zu überprüfen, sondern vielmehr darum nachzuweisen, dass dieses Theoriestück im Gesamtentwurf der praktischen Philosophie des Aquinaten philosophisch (nicht theologisch) begründbar ist und auch begründet wird. Ziel der Untersuchung ist also, die konzeptionellen Voraussetzungen im Systementwurf offenzulegen, die es Thomas erlauben, von der Existenz per se schlechter Handlungen auszugehen. Dies erfordert eine Verhältnisbestimmung von tugendethischen und gesetzesethischen Elementen in Thomas‘ Argumentation, um im Ergebnis das Lehrstück von den per se schlechten Handlungen systematisch einordnen und seine Begründung argumentativ nachzeichnen zu können.
Ergebnis ist erstens, dass Voraussetzung für die Verbindung von tugendethischen und gesetzesethischen Elementen bei Thomas die Konzeption des Willens als (rationalem) Strebevermögen ist. Ergebnis ist zweitens, dass per se schlechte Handlungen nur innerhalb des besonderen, im Vergleich zur Gesamtmoral eingeschränkten Anwendungsbereichs der Tugend der Einzelgerechtigkeit möglich sind. Die Untersuchung wendet sich damit gegen Versuche in der Literatur, das Problem der Begründbarkeit von per se schlechten Handlungen als Frage nach Leistungsfähigkeit und Reichweite der Klugheit als Tugend der konkreten Handlungsleitung zu verstehen. Entscheidend ist vielmehr die Tugend der Gerechtigkeit, die die Perspektive des einzelnen Akteurs um die Perspektive des anderen erweitert. Der hohe Konkretisierungsgrad der per se schlechten Handlungen ist nur in diesem Teilbereich der Moral und nur als negative Bestimmung möglich; was per se schlecht ist, kann mit Gewissheit bestimmt werden, nicht aber, was per se gut ist. Denn per se gut ist, was unmittelbar der eigenen Vollkommenheit dient – das zu bestimmen obliegt aber der Klugheit in der konkreten Situation und ist nicht allgemein festlegbar. Was jedoch unmittelbar dem Gleichgewicht mit anderen Akteuren schadet, was also per se schlecht ist, das kann in bestimmten Fällen von der Gerechtigkeit auch auf der Ebene konkreter Handlungen allgemein bestimmt werden.},

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