Munsch, Mareike: Konzeption und Evaluation eines Ausstellungsbereiches zum Thema „Evolutionäre Mechanismen“. - Bonn, 2017. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-47124
@phdthesis{handle:20.500.11811/7057,
urn: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-47124,
author = {{Mareike Munsch}},
title = {Konzeption und Evaluation eines Ausstellungsbereiches zum Thema „Evolutionäre Mechanismen“},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2017,
month = may,

note = {Die Dissertation befasst sich mit der Biologievermittlung im Naturkundemuseum als außerschulischen Lernort. Als Ausgangspunkt für das Forschungsvorhaben diente die Beobachtung, dass Museen ihr Bildungspotential nicht ausreichend nutzen, da Museumsausstellungen oft ausschließlich nach den Ideen und Einschätzungen von Kuratoren und Museumsgestaltern konzipiert werden ohne die Bedürfnisse und Erwartungen von Besuchern zu berücksichtigen.
Das Forschungsvorhaben orientiert sich an der praxisorientierten Interessenforschung in der Biologiedidaktik (PIB Ansatz) von Scheersoi und Hense (2015) die sowohl einen Beitrag zur (naturwissenschafts-)didaktischen Theorieentwicklung als auch Prinzipien für die Umsetzung in der Praxis liefert, und so nachhaltige Innovationen im Bildungs- und Unterrichtsalltag forciert. Dieser Ansatz ist angelehnt an den Design-Based-Research Ansatz (DBR), der Realsituationen als Forschungsumfeld akzeptiert und in diesen den Forschungsgegenstand in formativen Evaluationsschritten in Kombination verschiedener qualitativer und quantitativer Methoden erforscht und iterativ weiterentwickelt. Beim PIB Ansatz im Speziellen liegt der Fokus auf der pädagogisch-psychologischen Interessentheorie (Krapp, 1998). Auf Grundlage dieser Theorie wurden erste Konzepte für die Gestaltung eines Ausstellungsbereichs zu „evolutionären Mechanismen“ erstellt, um einen Lernprozess basierend auf situationalem Interesse initiieren zu können. Ergänzend zu dieser deduktiven Herleitung wurden in einer Vorabevaluation die Interessen, Vorstellungen und Einstellungen von Besuchern in Form von Fokusgruppen zum Thema erhoben. Im Anschluss an diese Voruntersuchungen wurden zunächst isolierte Mock-ups (Test-Ausstellung) erstellt, die mehrfach formativ evaluiert und jedes Mal auf Grundlage der Ergebnisse überarbeitet wurden. Nach mehreren Entwicklungszyklen wurde der Ausstellungsbereich einer summativen Evaluation unterzogen. Dafür wurde er in die Dauerausstellung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt integriert. Bei den verschiedenen Evaluationsstudien kamen sowohl qualitative (Fokusgruppen, Interviews, Eye-tracking) als auch quantitative Methoden (Fragebögen, Beobachtungen) in Kombination zum Einsatz.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass Alltagsvorstellungen beim Thema „Evolutionäre Mechanismen“ und „Evolution im Allgemeinen“ gegenüber den wissenschaftlich geklärten Vorstellungen dominieren. Sie sind stark geprägt von finalistischen Ansichten. Die zielgruppengerechte Ansprache des Publikums unter der Berücksichtigung der Alltagsvorstellungen und einer passenden Präsentationsform der Objekte ist von grundlegender Bedeutung für die Interessengenese und den Lernerfolg. Die Untersuchungen konnten zeigen, dass neue Medien hierbei nur bedingt zum Erfolg führen, da der Umgang mit den eingesetzten Medien meist recht oberflächlich stattfand (Bildschirm), oder vom Besucher nicht gewünscht war (QR-Code).
Zusammenfassend stehen bei der Interessengenese im Museum in ersten Linie ästhetische und/oder relevanz-erkennende Eindrücke im Vordergrund. Bei manchen Objekten wurden diese in hohem Maße hervorgerufen, sodass das situationale Interesse der Besucher über eine längere Zeit gehalten werden konnte. Interesse-stimulierende Gestaltungsmerkmale waren hierbei beispielsweise neue und ungewohnte Perspektiven sowie überraschende Objektzusammenstellungen.
Diese Arbeit zeigt das Potential von Evaluationen in der Entwicklungsphase von Ausstellungen die Konzepte besucherfreundlich, lernförderlich und gleichzeitig wissenschaftlich korrekt zu gestalten. Bei Ausstellungskonzeptionen sollte es weder darum gehen, das Wissen von Kuratoren zu präsentieren, noch besucherträchtige, durchgestaltete aber inhaltsleere Erlebnisräume zu erschaffen.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/7057}
}

The following license files are associated with this item:

InCopyright