Vestewig, Elisa: Unterschiedliche immunologische Reaktionen gingivaler und dermaler Fibroblasten und ihre Bedeutung für die Nickel-induzierte Hypersensibilität. - Bonn, 2018. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5n-50720
@phdthesis{handle:20.500.11811/7405,
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author = {{Elisa Vestewig}},
title = {Unterschiedliche immunologische Reaktionen gingivaler und dermaler Fibroblasten und ihre Bedeutung für die Nickel-induzierte Hypersensibilität},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2018,
month = jun,

note = {Die Nickelallergie ist mit einer Prävalenz von 4,5 bis 39 % die häufigste Kontaktallergie (Fors et al.; 2008; Kerosuo et al., 1996; Mattila et al., 2001). Dabei findet die Sensibilisierung hauptsächlich durch einen langfristigen Hautkontakt statt (Brandão et al., 2010; Dotterud und Smith-Sivertsen, 2007). Trotz der hohen Prävalenz werden allergische Reaktionen auf zahnmedizinische nickelhaltige Apparaturen im Mundraum nur sehr selten beobachtet (Schuster et al., 2004; Volkmann, 2007).
Basierend auf der Hypothese, dass Zellen des Mundraumes mit einer veränderten Immunreaktion auf unterschiedliche Allergene reagieren, wurden in dieser Untersuchung gingivale sowie dermale Fibroblasten mit unterschiedlichen Nickelionenkonzentrationen stimuliert. Dabei wurden gingivale Fibroblasten aus Gewebeproben einer Patientengruppe bestehend aus 3 männlichen und 5 weiblichen Patienten im Alter von 13-38 Jahren gewonnen, während dermale Fibroblasten kommerziell erworben wurden. Die Effekte wurden unter besonderer Berücksichtigung der Signaltransduktionswege, die im Rahmen einer Hyper- bzw. Hyposensibilisierung von großer Bedeutung sind, miteinander verglichen. Die untersuchten dermalen Fibroblasten wiesen nach Nickelionenstimulation durch eine verstärkte bis zu 25-fach höhere IL-1β- und IL-8-Expression sowie eine erhöhte CCL20-Konzentrationen ein stark proinflammatorisches Potenzial auf. Während die gingivalen Fibroblasten nach der TLR4 Aktivierung antiinflammatorische Eigenschaften aufzeigten, die durch reduzierte IL-1β-, IL-8- und CCL20-Expressionen sowie bis zu 30-fach erhöhte IL-10-Konzentrationen bedingt wurden. Eine gesteigerte Vaskularisation und eine damit verbundene gesteigerte Immunzellinvasion durch eine stufenweise nukleäre HIF-1α-Akkumulation nach der Nickelionenstimulation mit einem korrelierenden Anstieg von VEGF konnte zudem lediglich in dermalen Fibroblasten nachgewiesen werden. Die Aktivierung der Migration der DZs wurde entsprechend durch die HDFs begünstigt und durch die HGFs inhibiert.
Die vorliegende Arbeit gibt somit erste Hinweise darauf, dass Unterschiede in Bezug auf das lokale Mikromilieu in gingivalen und dermalen Fibroblasten proallergene oder protolerogene Immunzellreaktionen begünstigen könnten. Außerdem zeigen die Ergebnisse neue Aspekte der oral-induzierten Toleranz auf. Diese basieren auf aktuellen Erkenntnissen, die darauf hindeuten, dass die orale Nickelexposition vor einem Hautpiercing eine Hypersensitivitätsreaktion gegenüber Nickel verhindern könnte. Dies ist wahrscheinlich nicht nur auf orale protolerogene DZs zurückzuführen, sondern vielmehr auch auf die Veränderungen im Mikromilieu, die durch gingivale Fibroblasten induziert werden und den Charakter der DZs beeinflussen könnten. Dabei bietet das Entschlüsseln der nach Nickelexposition relevanten Signalwege und Pathomechanismen in verschiedenen Zelltypen völlig neue Möglichkeiten für therapeutische Ansätze, um bestehende Probleme der allergischen Kontaktdermatitis durch die oral-induzierte Hyposensitivitätsreaktion zu behandeln.
Weitere Untersuchungen sind jedoch notwendig, um den Zusammenhang zwischen lokalen Gewebszellen, Immunzellen und den zugrundeliegenden Signalkaskaden, welche für die durch Nickel verursachten allergischen Reaktionen verantwortlich sind, darzulegen.},

url = {http://hdl.handle.net/20.500.11811/7405}
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