Barth, Alice: Antwortqualitäten : Zur Vergleichbarkeit von Einstellungsmessungen in standardisierten Befragungen. - Bonn, 2018. - Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:5-52525
@phdthesis{handle:20.500.11811/7454,
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title = {Antwortqualitäten : Zur Vergleichbarkeit von Einstellungsmessungen in standardisierten Befragungen},
school = {Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn},
year = 2018,
month = dec,

note = {Die Dissertation befasst sich mit der Frage, inwiefern in standardisierten sozialwissenschaftlichen Befragungen erhobene Einstellungen über Zeit und verschiedene Gruppen hinweg vergleichbar sind. Während ein standardisierter Erhebungsprozess notwendige Bedingung zur Herstellung von Vergleichbarkeit ist, ist die tatsächliche Äquivalenz der Daten damit keineswegs hinreichend gewährleistet. Unter der Vielzahl erhebungs-, verarbeitungs- und analysebedingter Einschränkungen der Vergleichbarkeit liegt der Fokus hier auf differentiellen Reaktionen der Interviewten auf die Befragung ("Antwortqualitäten"), den Möglichkeiten, diese empirisch zu erfassen und den Implikationen für die Umfrageforschung. Vor dem Hintergrund kognitiver Prozesse beim Beantworten von Survey-Fragen sowie den Einflüssen des unmittelbaren und des gesellschaftlichen Kontexts werden in den vier Artikeln, die den Kern der Arbeit darstellen, verschiedene Vergleichbarkeitsprobleme thematisiert. Dazu werden Sekundäranalysen von Daten aus renommierten sozialwissenschaftlichen Erhebungen durchgeführt, wobei mittels struktur-entdeckender multivariater statistischer Verfahren unterschiedliche Antwortqualitäten sichtbar gemacht werden.
Der erste Artikel befasst sich mit methodologischen Herausforderungen der Messung von Einstellungswandel anhand des Beispiels von Geschlechterrollen. Die Anwendung der multiplen Korrespondenzanalyse auf Daten aus British Social Attitudes Survey und British Household Panel Study zeigt dabei strukturelle Veränderungen des latenten Konstrukts "Einstellungen zu Geschlechterrollen" und eine Zunahme methoden-induzierter Variation. Aussagen über Einstellungswandel aufgrund veränderter Mittelwerte werden durch derartige methodische Veränderungen in Frage gestellt.
Im zweiten Artikel geht es um den Zusammenhang zwischen Antwortqualitäten und den ideologischen Dispositionen der Befragten unter Verwendung von Daten aus dem US-amerikanischen General Social Survey. Multiple Indikatoren der Reaktionen auf die Befragung werden mittels latenter Klassenanalyse zu einer Typologie der Antwortqualitäten zusammengefasst. Die Projektion dieser in den mittels multipler Korrespondenzanalyse erstellten Raum ideologisch-politischer Verortung ergibt, dass bestimmte ideologische (Dis)positionen mit spezifischen Reaktionsmustern assoziiert sind, was potentielle Probleme für die Abbildung der "öffentlichen Meinung" mittels standardisierten Befragungen impliziert.
Das dritte Papier beschäftigt sich mit einem speziellen Problem der Vergleichbarkeit von Einstellungsmessungen über Zeit: von der Befragung selbst induzierte Veränderungen, bekannt unter dem Begriff panel conditioning. Es wird argumentiert, dass die Stärke von Einstellungen durch wiederholte Befragungen zunimmt, was – unter Beachtung individueller Voraussetzungen wie Erfahrung, Interesse und Motivation – sowohl Auswirkungen auf Denken und Handeln als auch auf Antwortqualitäten hat.
Im vierten Papier schließlich werden im ALLBUS erhobene Einstellungen zu Geschlechterrollen in Ost- und Westdeutschland und über Zeit verglichen. Unter Berufung auf rollentheoretische Ansätze findet dabei die latente Klassenanalyse Verwendung, vor den inhaltlichen Vergleichen erfolgt eine Prüfung auf Messinvarianz.
Insgesamt spiegeln die Artikel fünf Aspekte des Problemkomplexes "Antwortqualitäten" wider, die teilweise miteinander interagieren: Unterschiede in der Bedeutung und Interpretation von Begriffen, der Verortung auf Skalen, der Struktur von Konstrukten, der Zentralität von Themen und beim Umgang mit der Umfrage an sich stellen Herausforderungen für den Vergleich standardisierter Einstellungsmessungen dar. In diesem Sinne fragt die gemeinsame Diskussion nach Strategien des Umgangs mit Vergleichbarkeitsproblemen und plädiert für die Beachtung subjektiver und reaktiver Elemente bei der Analyse standardisierter Einstellungsmessungen.},

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